300 Watt mobiler Strom 25.08.2014, 14:01 Uhr

Transportables Kleinwindrad aus dem 3D-Drucker

Bis zu 300 Watt an sauberer, erneuerbarer Energie liefert die transportable Windturbine, die zum großen Teil aus dem 3D-Drucker kommt. Überall, wo der Wind weht, kann das faltbare Windrad aufgestellt werden und Geräte wie Laptops oder Smartphones aufladen. Jetzt suchen die polnischen Entwickler auf Kickstarter Unterstützung.

Archivfoto vom ersten Prototypen der mobilen Windanlage.

Archivfoto vom ersten Prototypen der mobilen Windanlage.

Foto: Omni3D

Es fällt leicht, sich vorzustellen, wie praktisch das „AirEnergy3D“ sein könnte: Ein tragbares Windrad, das zu Hause oder zum Beispiel beim Camping aufgestellt wird und das den Strom liefert, um Laptop, Smartphone oder eine Glühbirne ans Laufen zu bringen. Das polnische Startup-Unternehmen Omni3D, das die Kleinturbine entwickelt hat, will sie nun alltagstauglich machen.

Für rund 240 Euro werden Bausatz und die Druckanleitung geliefert

Eigentlich sind Konrad Sierzputowski und sein Gründungsteam von Omni3D keine Experten für Energie sondern für Drucker, genauer gesagt für 3D-Drucker. Im polnischen Poznan bauen die Elektrotechniker, Mechatroniker und Programmierer 3D-Drucker für industrielle und private Anwendungen. Auch für ihr neuestes Produkt, das transportable Windrad, liefert der 3D-Drucker wesentliche Teile. Für die künftigen Käufer bedeutet das zweierlei: Sie sollten im Besitz eines 3D-Druckers sein und keine Angst vor einem Bausatz haben, denn geliefert wird kein fertiges Windrad sondern die Druckanleitung und elektronische Einzelteile.

Vorbild für die Konstruktion des „AirEnergy3D“ sind vertikal drehende Windräder mit einem sogenannten Darrieus-Rotor, der bereits vor über 80 Jahren vom Franzosen Georges Darrieus erfunden wurde. Hierbei sind die Rotorblätter am oberen und unteren Ende der Welle befestigt und drehen sich um eine vertikale Rotationsachse. Nach verschiedenen Experimenten und Testdurchläufen hätten sie das beste Design für ihre Rotorblätter gefunden, schreiben die Entwickler der Kleinturbine auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Dort will das Team rund 24.000 Euro einwerben, um den bereits existierenden Prototyp weiter zu verbessern und die Produktion anzuschieben.

Die Anleitung und die wichtigsten Bauteile kosten über Kickstarter derzeit rund 260 Euro. Dafür erhalten die Käufer dann einen Bausatz mit Elektronikteilen sowie die entsprechenden Download-Möglichkeiten für die zu druckenden 3D-Teile inklusive Bauanleitung. Das könne man mit dem Bau eines einfachen Modells von Lego vergleichen, meinen die Entwickler von „AirEnergy3D“. Außerdem könne die Turbine leicht auseinandergenommen und in einem Rucksack transportiert werden. Falls ein Teil kaputt gehen sollte, könne es leicht ersetzt oder noch einmal ausgedruckt werden.

Die 25-Kilo-Turbine liefert bei einem Wind von zehn Meter pro Sekunde 300 Watt

Die fertige Turbine soll überall dort, wo der Wind weht, installiert werden können, etwa auf der Garage, dem Hausdach oder unterwegs beim Zelten. Das Windrad ist skalierbar und zwischen 1,20 und 2,50 Meter hoch.  In voller Größe bringt es rund 25 Kilogramm auf die Waage. Etwa drei Meter pro Sekunde ist die minimale Windgeschwindigkeit, bei der die Turbine läuft. Optimal sind zehn Meter pro Sekunde, dann liefert das Windrad 300 Watt.

Omni3D-Chef Konrad Sierzputowski.

Omni3D-Chef Konrad Sierzputowski.

Quelle: Omni3D

Tests hätten ergeben, so die Hersteller, dass sich die Rotorblätter auch bei starkem Wind nur wenig verbiegen. Bei Sturm verhindere ein Sicherungsmechanismus, der die Turbine verlangsamt oder stoppt, dass Schäden entstehen.

Für die weitere Entwicklung der Kleinturbine hat das Team von Konrad Sierzputowski den Open-Source-Ansatz gewählt. Alle Baupläne stehen kostenfrei zur Verfügung und können von den Käufern oder interessierten Tüftlern weiterentwickelt und angepasst werden. Für jede 3000 Euro, die auf Kickstarter hereinkommen, will das Team von Omni3D eine Turbine an ein Dorf in Afrika schicken. Die Kampagne auf Kickstarter läuft noch drei Wochen. Wenn alles nach Plan gelingt, können die ersten Kleinturbinen-Bausätze in drei Monaten ausgeliefert werden.

 

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