Strom fürs Hörgerät 08.08.2017, 08:11 Uhr

Sonnenbrille erzeugt Solarstrom in den Gläsern

Die Augen schützen und zugleich besser hören: Das könnte die von Karlsruher Forschern entwickelte Solar-Sonnenbrille ermöglichen. Denn die organischen Solarzellen in ihren Gläsern erzeugen Strom.

Die Solarbrille versorgt mit halbtransparenten organischen Solarzellen als Brillengläsern zwei Sensoren und Elektronik im Bügel mit Strom. 

Die Solarbrille versorgt mit halbtransparenten organischen Solarzellen als Brillengläsern zwei Sensoren und Elektronik im Bügel mit Strom. 

Foto: KIT

Wer beispielsweise ein Hörgerät braucht, könnte es künftig mit seiner Sonnenbrille kombinieren und so die Stromversorgung für die Hörhilfe sicherstellen. Denn dafür reicht schon jetzt der Strom, den die neue Solar-Sonnenbrille erzeugen kann. Entwickelt hat sie die Arbeitsgruppe Organische Photovoltaik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Weil die organischen, also aus Kohlenstoffverbindungen bestehenden Solarzellen flexibel, leicht und farbig anpassbar sind, konnten die KIT-Ingenieure ihre Solar-Gläser nahtlos in ein handelsübliches Kunststoffgestell einfügen. Jedes Glas ist nur 1,6 Millimeter dick und wiegt sechs Gramm. Organische Solarzellen sind als starre Flächen wie in Glas, aber auch problemlos als Folie produzierbar, sie können gebogen und sogar gefaltet werden.

Sonnenbrille meldet: Die Sonne scheint!

Um die Möglichkeiten organischer Solarzellen zu zeigen, haben die Forscher in die Brille einen Mikroprozessor und zwei Displays eingebaut. In den Mini-Monitoren ist über je eine Balkengrafik Temperatur und Lichtstärke ablesbar – wer die Solarbrille trägt, kann also erkennen: Die Sonne scheint und es ist warm. Aha. Dieser eher alberne Zweck zeigt schon, dass die Brille eher ein Demonstrationsobjekt ist.

„Die von uns entwickelte Brille ist ein Beispiel für die vielen denkbaren mobilen Anwendungen organischer Solarzellen, die die klassische Photovoltaik nicht ermöglicht“, erklärt Doktorand Dominik Landerer, der die Solar-Brille am KIT maßgeblich mitentwickelt hat.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*innen (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 
Die gekrümmte Glasfassade des

Die gekrümmte Glasfassade des „Walkie Talkie“ genannten Londoner Wolkenkratzers in der 20 Fenchurch Street: 2013 geriet das damals noch im Bau befindliche Gebäude in die Schlagzeilen, weil es bei intensiver Sonneneinstrahlung zur Gefahr wurde und Autoteile von in unmittelbarer Nähe parkenden Wagen wegschmolzen.

Quelle: 20 Fenchurch Street

Ein anderes, praxisnäheres Beispiel sind die Glasfassaden und Fensterflächen an großen Gebäuden, die häufig abgedunkelt werden müssen, um das Raumklima zu regulieren. Wenn man hier flexible organische Solarzellen aufbringt, lässt sich durchaus in größerem Ausmaß Strom erzeugen. Das wäre auch eine kostengünstige Möglichkeit der Energiegewinnung, da das Material relativ preiswert ist.

Wirkungsgrad ist noch sehr gering

Ein paar Hürden sind auf dem Weg dorthin allerdings noch zu überwinden. Zum einen ist der Wirkungsgrad der neuartigen Solarzellen noch sehr gering – er wird in der Fachliteratur mit Werten zwischen acht und zwölf Prozent angegeben. Dagegen kann eine marktübliche Solarzelle je nach Bauweise und Material bis zu rund 20% der eingesetzten Primärenergie – hier also der Sonneneinstrahlung – in elektrischen Strom umwandeln.

Zweites Problem der organischen Solarzellen ist ihre derzeit noch geringe Haltbarkeit. Mittel- und langfristig gehört ihnen aber nach Einschätzung von Experten die Zukunft. Deshalb hat das Bundesforschungsministerium in den vergangenen drei Jahren auch 16 Millionen Euro in ein entsprechendes Projekt gesteckt, an dem zehn Partner aus Forschung und Wirtschaft beteiligt waren – darunter das KIT, das jetzt die Solar-Brille als ein Ergebnis präsentierte.

Bordelektronik in Fahrzeugen im Visier

Das Projekt soll allerdings noch mehr bringen: Langfristig würden organische Solarzellen als Massenprodukte etwa in Druck- und Schichtverfahren hergestellt, heißt es beim KIT. Die ersten ernsthaften Anwendungen könnten dann etwa eine zusätzliche Stromversorgung für die Bordelektronik in Fahrzeugen sein oder auch die Einspeisung in Verkehrsleitsysteme.

Labor im südkoreanischen Gwangju Institute of Science and Technology: Hier wurden Solarmodule entwickelt, die aus dem Halbleitermaterial Galliumarsenid bestehen und besonders flexibel sind.

Labor im südkoreanischen Gwangju Institute of Science and Technology: Hier wurden Solarmodule entwickelt, die aus dem Halbleitermaterial Galliumarsenid bestehen und besonders flexibel sind.

Quelle: GIST

Bereits im Juli 2016 hatten koreanische Ingenieure ultradünne, extrem biegsame Solarzellen präsentiert, die sich wie eine Folie um eine Nadel wickeln lassen.

Wiederum ein Jahr früher, im Juli 2015, war es Forschern der US Army gelungen, ultradünne Solarzellen zu entwickeln, die in die Uniform integriert werden können und Soldaten unabhängig von Batterien mit Strom für Funkgeräte und elektronische Waffen versorgen.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.