Windkraft 15.02.2013, 12:02 Uhr

Potenzial für Wind­energie­investments verlagert sich nach Fernost

Trotz einer konjunkturellen Delle seit 2008, bleibt Wind die treibende Kraft, um bis 2020 das 20 %-Ziel der EU für den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung zu erreichen. Investoren sehen mittelfristig das größte Wachstumspo-tenzial am Bosporus, in Lateinamerika, Afrika und Asien.

Windenergie bleibt weiterhin die treibende Kraft unter den erneuerbaren Energien.

Windenergie bleibt weiterhin die treibende Kraft unter den erneuerbaren Energien.

Foto: dpa-Zentralbild

Die Zuwächse des zurückliegenden Jahrzehnts allein in Europa können die Anlagenbauer von Windkraftanlagen und die Investoren in Windparks mehr als zufrieden stimmen. Betrug im Jahre 2001 Europas installierte Windenergiekapazität eben mal 17 GW, verfünffachte sie sich bis 2012 auf über 100 GW. Wies eine Windturbine Anfang des Jahrzehnts 1,1 MW Leistung im Schnitt auf, liegt sie heute bei 2,2 MW. Im abgelaufenen Jahr wurden in Europa mehr als 11 GW Leistung neu installiert.

„Will die EU ihr 2020-Ziel für Erneuerbare erreichen, muss die Windenergiekapazität von heute 100 GW auf 213 GW bis 2020 gesteigert werden“, rief Arthouros Zervos, Präsident der Europäischen Windenergieagentur (EWEA) den europäischen Politikern beim EWEA-Jahreskongress 2013 in Wien vergangene Woche in Erinnerung.

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Derzeit befinden sich drei Viertel der weltweit installierten Windkraftkapazitäten in China, den USA, Deutschland, Spanien und Indien. Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien wiesen 2012 höhere Wachstumsraten auf als im Vorjahr. Spanien, Portugal, Kanada und China blieben hinter ihren gewohnten Zuwachsraten zurück. Doch bis 2030 soll nach EWEA-Angaben das Marktwachstum vor allem in Osteuropa, Fernost, Asien und Lateinamerika stattfinden.

Die stärksten Zuwächse gab es in den vergangenen fünf Jahren in der Volksrepublik China. Damit ist aber nach Berechnungen des Global Wind Energy Council (GWEC) erst mal Schluss. Bis 2015 seien im Reich der Mitte keine vergleichbaren Zuwächse mehr zu erwarten.

Das Offshore-Geschäft blieb 2012 hinter den Prognosen zurück. In europäischen Gewässern wurden auf dem Meer 293 Windräder mit einer Leistung von 1165 MW installiert. Insgesamt waren in der EU bis Ende 2012 1661 Turbinen in 55 Offshore-Windparks installiert.

Offhore-Spitzenreiter in Europa bleibt Großbritannien mit einer Gesamtkapazität von fast 3 GW vor der Küste, das sind 60 % der EU-Offshore-Leistung. Es folgen Dänemark mit 920 MW (18 %), Belgien mit 380 MW (8 %) und Deutschland (mit 280 MW (6 %). Die 2012 installierten Offshore-Anlagen stellen ein Investitionsvolumen von rund 4 Mrd. € dar.

Die Auftragsbücher für das laufende Jahr sind gut gefüllt: 14 neue Offshore-Windparks sind nach abgeschlossenen Genehmigungsverfahren bereits im Bau. Nach Fertigstellung dieser Projekte wird sich damit die installierte Offshore-Kapazität in der EU um 3,3 GW auf 8,3 GW erhöhen. Die stagnierenden Zuwachsraten in Zentraleuropa könnten mittelfristig durch Zubau in Ost- und Mitteleuropa kompensiert werden.

Wie die in Wien vorgestellte EWEA-Studie „Ostwinde, aufsteigende europäische Windkraftmärkte“ aufzeigt, flossen zwischen 2007 und 2010 insgesamt 786 Mio. € aus den EU-Regional- und Kohäsionsfonds in europäische Windparkprojekte. Davon 420 Mio. € zugunsten von Ost- und Mitteleuropa, vor allem nach Tschechien, Rumänien und Polen. Rumänien mit der Dobrogea-Region am Schwarzen Meer (520 MW) und Polen (436 MW) gehören bereits unter die Top Ten am europäischen Windenergiemarkt. Kroatien und die Ukraine installierten seit Mitte der 2000er-Jahre bisher zwar nur 131 MW beziehungsweise 151 MW Windleistung, warten aber mit Ambitionen für die Zukunft auf.

Russland lässt Windkraftpotenziale indes ungeachtet links liegen und kam im zurückliegenden Jahrzehnt über eine gesamt installierte Leistung von eben mal 15 MW nicht hinaus. „Das Gasgeschäft dominiert die nationale Energiepolitik und dort ist keine Tendenzwende in Sicht“, erklärte EWEA-Experte Jacopo Moccia.

Als „exzellente Wachstumsregion“ sieht Michael Sponring von PricewaterhouseCoopers die sich abzeichnende Entwicklung am Bosporus: „Die Türkei stellt mit Abstand in der Region den erfolgversprechendsten Markt für Windenergie bis 2020 dar.“ Raketenhaft schoss der Windkraftanteil in der Türkei mit 20 MW installierter Leistung im Jahr 2005 auf einen Wert von 1,8 GW bis Ende 2012. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

Hasan Murat Mercan, stellvertretender türkischer Minister für Energie und natürliche Ressourcen, gab in Wien beim EWEA-Kongress die Richtung vor: „Die Türkei zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Wir glauben an Erneuerbare und saubere Energiegewinnung in der Türkei für unsere Kinder und Kindeskinder.“ Er kündigte an, die Türkei wolle bis 2023 insgesamt 20 GW an Windstromleistung installieren.

Das Gesamtpotenzial am Bosporus beziffert die Türkei insgesamt auf 48 GW an On- und Offshore-Anlagen. Seit 2011 hat die türkische Regierung einen Einspeisetarif gesetzlich festgelegt. „Alle Rahmenbedingungen für Investitionen stimmen in der Türkei“, sagte Sponring. THOMAS A. FRIEDRICH

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  • Thomas A. Friedrich

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