Windkraft 07.05.2010, 19:46 Uhr

Kleinwindanlagen in Deutschland noch im Garagen-Status

In Deutschland gehören Kleinwindanlagen eher zu den Exoten. Doch das Interesse wächst. Grundsätzlich arbeiten Kleinwindanlagen wie ihre großen Brüder. Ein einheitliches Design hat sich bislang aber nicht durchgesetzt. Auf der Messe New Energy in Husum gab es anlässlich des ersten internationalen Kleinwindenergie-Gipfeltreffens eine ganz Fülle verschiedener technischer Lösungen zu sehen.

Die Aerodynamik ist für Adrian Märklin das Wichtigste. Stolz präsentierte der CEO der Firma Envergate mit Sitz im schweizerischen Horn auf der Messe New Energy im schleswig-holsteinischen Husum die formschönen vertikalen Flügel einer Kleinwindanlage. Drei Jahre arbeitete das Unternehmen an der Entwicklung der Rotorblätter nach dem Vertikalachsen-Prinzip, um sie speziell für schwache, wenig konstante und böige Winde einsetzen zu können.

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„Wir erzielen 30 % mehr Leistung als vergleichbare Anlagen“, erklärte Envergate-Chef Märklin stolz. Für den Schweizer gibt es für Kleinwindanlagen nichts Besseres als vertikale Flügel. Darüber gehen die Meinungen in Fachkreisen allerdings weit auseinander.

Grundsätzlich arbeiten Kleinwindanlagen wie ihre großen Brüder. Ein einheitliches Design hat sich bislang aber nicht durchgesetzt. Einige Anlagen besitzen drei Rotorblätter, manche fünf – einige drehen sich horizontal, andere vertikal. Manche besitzen gerade mal eine Leistung von 1 W – andere Anlagen erreichen 100 kW.

Vertikale Anlagen gelten als leise, sturmsicher und einfach zu montieren. Dafür haben sie meist ein hohes Gewicht und einen niedrigen Wirkungsgrad. Horizontale Anlagen haben dagegen einen besseren Wirkungsgrad, sind dafür aber technisch aufwendiger.

Für Käufer ist die Auswahl schwer. Denn zertifizierte Fertigungsstandards und vergleichbare Leistungsdaten in puncto Qualität, Sicherheit, Lärm und Ertrag gibt es nicht. „Jeder macht, was er will“, erklärte Siebo Smit, Vorsitzender des Bundesverbands Kleinwindanlagen (BVKW). Qualitätsmängel sind keine Seltenheit. Smit: „Die Szene in Deutschland ist noch im Garagenstatus.“

Ganz anders in den USA: Dort haben Kleinwindanlagen eine lange Tradition. 24 Mio. Stück verkauft das amerikanische Unternehmen Skystream Energy jährlich. Das Gros davon landet im Heimatmarkt. Die kleinen 160-W-Anlagen dienen zur Stromgewinnung auf Gartenhäuschen, auf Segelschiffen oder werden zum Campingurlaub zum Betrieb des Kühlschranks mitgenommen.

Der Fantasie zur Windkraftnutzung sind fast keine Grenzen gesetzt. Smit könnte sich ein Mini-Windrad auch gut zur Stromversorgung von Elektrofahrrädern vorstellen. „Die Möglichkeiten sind faszinierend.“

Auch in China gehören die Mini-Windräder seit Jahrzehnten in netzfernen Gebieten zum normalen Bild. „Die weltweite Bedeutung der Kleinwindanlagen wurde bisher unterschätzt – das Marktpotenzial ist riesig, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig“, sagte Stefan Gsänger, Generalsekretär der World Wind Energy Association, beim ersten, internationalen Kleinwindenergie-Gipfeltreffen auf der Husumer Messe.

Nach Europa schwappt diese Welle nur langsam herüber. Erst 2,2 Mio. Anlagen verkauft Skystream Energy auf dem alten Kontinent. „Die EU wird ein großer Markt werden“, ist Verkaufsdirektorin Ketter Foutz-Ulrich überzeugt, die auf der Messe die neue 2,4-kW-Anlage vorstellte. Seit Anfang des Jahres gibt es ein Skystream-Büro in Köln. Von hier aus soll der Markt aufgerollt werden. Portugal, England und Skandinavien hat das Unternehmen im Blick. Deutschland sei dagegen noch ein schwieriger Markt. „Es fehlen die politischen Rahmenbedingungen“, sagte die US-Amerikanerin.

Hierzulande gehören Kleinwindanlagen eher zu den Exoten. Schätzungsweise 4000 dieser Miniturbinen drehen sich zurzeit in Deutschland. Genaue Zahlen gibt es nicht. Smit ist überzeugt, dass sich die Zahl der Anlagen bis zum Jahr 2025 auf bis zu 700 000 Anlagen erhöhen könnte. Vor allem für Anlagen ab 1 kW sieht Smit gute Marktchancen.

Voraussetzung für ein Aufflackern dieser Branche ist ein besserer finanzieller Anreiz. „9 Cent/kWh als Einspeisevergütung ist für Kleinwindanlagen unattraktiv“, erklärte Foutz-Ulrich. Andere Länder schaffen über Innovationszuschüsse oder die Steuer monetäre Anreize. In England werden seit Kurzem umgerechnet 32 Cent/kWh gezahlt. Smit fordert eine Anlehnung der Vergütung von Kleinwindanlagen an die Photovoltaik.

ANGELA SCHMID

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