Regionale Unterschiede ausgemacht 22.05.2014, 08:30 Uhr

Interaktive Karte für Häuslebauer zeigt Energiesparpotenzial durch Sonnenkollektoren an

Auf einer interaktiven Karte lässt sich jetzt tendenziell ablesen, wie viel fossile Energie sich durch Solarkollektoren einsparen lässt. Die regionalen Unterschiede liegen bei bis zu 25 Prozent.

Mit Solarkollektoren lässt sich fossile Energie einsparen. Doch das Einsparpotential variiert regional sehr stark. Die Unterschiede können bis zu 25 Prozent betragen. 

Mit Solarkollektoren lässt sich fossile Energie einsparen. Doch das Einsparpotential variiert regional sehr stark. Die Unterschiede können bis zu 25 Prozent betragen. 

Foto: Wagner Solar

Mit einer Solarkollektoranlage auf dem Dach und einem Warmwasserspeicher im Keller oder Wirtschaftsraum lässt sich eine Menge Öl oder Gas einsparen. Wie viel es tendenziell ist lässt sich jetzt einer interaktiven Karte entnehmen. Sie zeigt nicht nur pauschal die regionale Sonneneinstrahlung an, sondern auch das „Solarthermische Potenzial für Gebäude mit einer Wohneinheit“.

Per Mausklick auf die Karte lässt sich für alle 12.278 Gemeinden in Deutschland ablesen, wie groß der Anteil der Sonne an der Bereitstellung von Wärme für Heizung und Brauchwasser wäre, wenn Solarkollektoren montiert würden. Die Angaben beziehen sich allerdings nur auf Einfamilien- und Reihenhäuser. Mit einer Kollektorfläche von 20 Quadratmetern und zwei 800-Liter-Warmwassertanks könnte ich als Einwohner der Mittelstadt Würselen bei Aachen etwa 41 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche einsparen. 118 Kilowattstunden müssten dann noch konventionell gedeckt werden.

Forschungsstelle für Energiewirtschaft für Gebäude mit einer Wohneinheit: Um Werte abzufragen, muss lediglich der Wohnort angeklickt werden.

Forschungsstelle für Energiewirtschaft für Gebäude mit einer Wohneinheit: Um Werte abzufragen, muss lediglich der Wohnort angeklickt werden.

Foto: Forschungsstelle für Energiewirtschaft

Bei diesen Angaben handelt es sich nur um Näherungswerte. „Wie viel sich genau einsparen lässt richtet sich nach dem Alter des jeweiligen Gebäudes und seiner Architektur“, sagt Roger Corradini von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München, die die Karte gemeinsam mit dem Baufinanzierer Wüstenroth entwickelt hat.

In die Abschätzung eingeflossen sind unter anderem das durchschnittliche Alter des Gebäudebestands der Gemeinden und die vorherrschenden Dachformen und deren Ausrichtung. Je nach Himmelsrichtung ist der zu erwartende Ertrag größer oder kleiner. Die Daten entnahmen die Autoren der Studie einer Geodatenbank, die sich per Computer auswerten ließ.

Der Süden schlägt den Nordwesten

Generell kann man sagen, dass solares Glück vor allem denen beschert ist, die im Süden Bayerns, am Oberrhein nahe der Schweiz und in Teilen Thüringens und Sachsens wohnen. Dort lassen sich fast 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr sparen. An der Unterelbe und im Westen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind es dagegen weniger als 40 Kilowattstunden.

Für jede Gemeinde gibt es eine Abschätzung für drei unterschiedliche Solarsysteme. Neben 20 Quadratmeter Kollektorfläche und zweimal 800 Liter Speichervolumen sind Flächen von zehn und 15 Quadratmeter berücksichtigt. Die zugehörigen Speichervolumen betragen 800 und 1000 Liter. 

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