Interview 03.07.2023, 09:32 Uhr

Innovationen in Solarenergie: Wie man Haushalte zu einem aktiv gesteuerten Energiesystem macht

In diesem Interview spricht Michael Biberger, CEO von Daylight Eco über Innovationen im Energiebereich. Aus seiner Erfahrung heraus ist er fest davon überzeugt, dass es für die Bewältigung des Klimawandels nicht ausreicht, allein auf Verzicht zu setzen, sondern dass wir auf neue Lösungen und Technologien angewiesen sind.

Solarenergie

Sonnenstrahlen der Innovation: Liegt die Zukunft der Energie in der Solarenergie?

Foto: PantherMedia / Tverdohlib.com

Besonders interessant sind Bibergers Einschätzungen zur aktuellen Lage Deutschlands und der internationalen Märkte in Bezug auf Solartechnologien. In diesem Interview teilt er seine Erkenntnisse und liefert tiefergehende Informationen zu diesem Thema. Biberger ist davon überzeugt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von CO₂-Emissionen spielt. Durch seine Tätigkeit möchte er einen konkreten Beitrag leisten, indem er innovative Lösungen zur Gewinnung und Speicherung von Solarenergie für Haushalte anbietet.

Herr Biberger, wie sehen Sie die Zukunft der Solarenergie in Deutschland und welche Entwicklungen erwarten Sie in den kommenden Jahren?

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Biberger: Die Zukunft der Solarenergie in Deutschland sieht vielversprechend aus, der Ausbau erneuerbarer Energien verstärkt sich und es gibt immer mehr technologische Fortschritte. Anwendungen für Solarenergie werden sich stetig weiterentwickeln, einschließlich integrierter Module in Glas, flexibler Module und aktiver Integration in Gebäudefassaden. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass der Ausbau der Stromerzeugung zu einer steigenden stündlichen Arbitrage (Differenz zwischen Hoch- und Niedertarifzonen) der Stromgestehungskosten an der EPEX (Strombörse) führen wird. Das wiederum führt zu neuen Geschäftsmodellen für Anwender und Industriekunden. Wir bei Daylight bereiten uns bereits heute auf diese Entwicklungen vor.

Neue Technologien gegen Klimawandel

Welche Maßnahmen gegen den Klimawandel halten Sie für sinnvoll?

Wenn wir über Maßnahmen gegen den Klimawandel sprechen, dann kommen wir ohne Innovation nicht aus. Wir brauchen neue Technologien und innovative Ansätze, um das Problem effektiv anzugehen. Im Energiesektor zum Beispiel können Stromspeicher-Technologien und Time-of-Use (ToU) Tarife in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Digitalisierung eine große Rolle spielen. ToU Tarife ermöglichen es, den Stromverbrauch in Zeiten zu lenken, in denen besonders viel erneuerbare Energienl produziert werden. Dadurch entlasten wir das Stromnetz und beschleunigen den Übergang zu erneuerbaren Energiequellen. Das sind wirklich spannende Lösungen, die uns auf dem Weg zur Energiewende helfen.

Aber wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass es auch um gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensänderungen geht. Es ist wichtig, dass wir über unseren Konsum und den Verzicht auf gewisse Dinge sprechen. Denn letztendlich tragen wir alle Verantwortung für den Klimaschutz. Hier geht es zum Beispiel um den exzessiven Ressourcenverbrauch von Kupfer, von dem nur ein Bruchteil recycelt wird, obwohl das technisch recht einfach funktioniert. Das müssen wir wirklich angehen. Und dann haben wir noch die enorme Umweltverschmutzung durch Kunststoff. Das stellt unseren Planeten und das Ökosystem vor große Herausforderungen. Da wäre es ja bereits ein Anfang, den Müll aus den Flüssen zu sammeln, bevor dieser in die Ozeane geleitet wird.

Insgesamt geht es darum, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Innovation, gesellschaftlicher Wandel und neue Technologien – wir müssen alles nutzen, was uns zur Verfügung steht, um den Klimawandel zu bewältigen und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

Stichwort – Gebäudeenergiegesetz: Was halten Sie davon?

Das Gebäudeenergiegesetz ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings hat die Politik es versäumt, die Maßnahmen und Beweggründe einfach und verständlich zu kommunizieren. Es kann durchaus in Frage gestellt werden, ob es sinnvoll ist, einerseits eine Gaspreisbremse einzuführen, während gleichzeitig an einem Gebäudeenergiegesetz gearbeitet wird, das sich auf Wärmepumpen, also auf Strom, konzentriert. Vielleicht wäre die Diskussion besser verlaufen, wenn den Menschen erklärt worden wäre, dass wir langfristig ein erhebliches Kostenrisiko bei den Bezugskosten von Gas sehen – und Strom die günstigere und sicherere Alternative darstellt.

Ausbau von Smart-Grid-Lösungen

Könnten Sie uns mehr über den aktuellen Stand der Solarmarkt-Techniken in Deutschland und im internationalen Vergleich berichten? Wo stehen wir und welche Entwicklungen sind in naher Zukunft zu erwarten?

Der Solarmarkt in Deutschland hat bereits einen fortgeschrittenen Stand erreicht. Das Land verfügt über eine hohe Kapazität an bereits installierten Solaranlagen und eine gut entwickelte Infrastruktur für den Solarmarkt. Zudem ist die Speicherkapazität in Form von Batterien deutlich angestiegen. Das sind positive Entwicklungen, die auf eine vielversprechende Zukunft für die Solarenergie in Deutschland hinweisen.

In naher Zukunft erwarten wir außerdem eine verstärkte Integration von Speichertechnologien in das Stromnetz. Das wird dazu beitragen, die Effizienz der erneuerbaren Energie weiter zu steigern und die Herausforderungen im Zusammenhang mit der schwankenden Verfügbarkeit von Sonnenlicht zu bewältigen. Gleichzeitig wird der Ausbau von Smart-Grid-Lösungen vorangetrieben, um eine intelligente und effiziente Verteilung des erzeugten Stroms zu ermöglichen. Die Digitalisierung des gesamten Stromnetzes, einschließlich der Haushalte, wird eine entscheidende Rolle spielen, um die Integration von Solaranlagen und anderen erneuerbaren Energien zu optimieren.

Es ist von großer Bedeutung, dass Deutschland seine Bemühungen in diesen Bereichen verstärkt und eine zukunftsorientierte Strategie verfolgt. Der Ausbau der Solarenergie und die Nutzung innovativer Technologien sind entscheidend, um die Energiewende voranzutreiben und die Klimaziele zu erreichen. Mit den richtigen Maßnahmen und einer effektiven Zusammenarbeit zwischen Regierung, Industrie und Verbrauchern können wir die Potenziale der Solartechnologien voll ausschöpfen und eine nachhaltige Energiezukunft gestalten.

Michael Biberger

Michael Biberger.

Foto: Eclipse

Sie haben erwähnt, dass jeder Haushalt einen Unterschied machen kann, indem er in neue Lösungen für das Zuhause investiert, anstatt auf Kleinigkeiten zu verzichten. Könnten Sie uns weitere Einblicke geben, wie Daylight Eco den Haushalten dabei hilft, Solarenergie nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu speichern?

Mit unserem Daylight Eclipse Heimenergiesystem wird jeder Haushalt zu einem aktiv gesteuerten Energiesystem. Wir integrieren uns in den Haushalt über die vorhandene Infrastruktur, das heißt über die 230-Volt-Steckdose und WLAN. Damit kann jeder Kunde die Eclipse installieren und betreiben – ohne Vorkenntnisse. Wir verzichten bewusst auf lokale Protokolle oder zusätzliche Hardware.

Durch die Berücksichtigung aller verfügbaren Datenpunkte – sowohl individuell auf den Haushalt bezogen als auch allgemein zugängliche Daten – maximieren wir den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms und speichern überschüssige Energie für zukünftige Nutzung. Dadurch wird der externe Energiebedarf reduziert und die Haushalte werden unabhängiger von Stromversorgern. Zusätzlich bietet der Daylight Eclipse eine Insel-/Notstromversorgung mit einem zusätzlichen 230-Volt-Ausgang an.

Unser System kann auch die Dynamik des Stroms bei dynamischen Stromtarifen nutzen, indem es über eine Schnittstelle mit der EPEX (Strombörse) verbunden ist. Dadurch kann der Netzbezug auf besonders günstige Tarifzonen verschoben werden, ohne dass der Haushalt sein Verbrauchsverhalten anpassen muss. Gleichzeitig sind diese Tarifzonen auch die gleichen, die einen höheren Anteil erneuerbarer Energien im Netz aufweisen. Dies unterstützt nicht nur den Ausbau erneuerbarer Energien im öffentlichen Netz, sondern reduziert auch die durchschnittlichen Netzbezugskosten erheblich.

Darüber hinaus basiert der Daylight Eclipse auf KI und Datenanalyse. Unser intelligentes System ermöglicht es Haushalten, ihren Energieverbrauch zu optimieren, den CO₂-Fußabdruck des Strombezugs um 85 Prozent zu reduzieren und von den Vorteilen der erneuerbaren Energien aus dem öffentlichen Netz zu profitieren. Es handelt sich um eine wegweisende Technologie, die nicht nur zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt, sondern den Nutzern auch finanzielle Vorteile von bis zu 927 EUR pro Jahr bietet.

Solarenergie „Made in Germany“

Warum hat sich Ihr Unternehmen entschieden, die Produktion in Deutschland, statt in China durchzuführen? Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit dabei?

Wie nachhaltig ist es, Produkte aus China nach Europa zu importieren, um damit nachhaltig Strom zu produzieren?
Ich habe zwei Jahre in Shanghai gearbeitet und dabei gelernt, dass die Produktion in über 12.000 km Entfernung ein erhebliches technisches und kommerzielles Risiko birgt. Zudem möchten wir flexibel auf Produktanpassungen und Kundenwünsche reagieren können. Daher haben wir uns entschieden, die Produktion in Deutschland durchzuführen, um eine hohe Produktqualität, die Einhaltung strenger Umweltauflagen und die Unterstützung der heimischen Wirtschaft sicherzustellen.

Daylight Eco wird „Made in Germany“ durch die Nutzung lokaler Produktionskapazitäten, hochwertiger Materialien und moderner Fertigungstechnologien.

Wie haben Sie es geschafft, wirklich made in Germany zu sein?

Wir setzen auf zuverlässige deutsche Lieferanten für alle Komponenten in unserem System und haben einen starken Industriepartner in Süddeutschland für die lokale Produktion. Die Elektronikfertigung ist hochgradig automatisiert, wodurch wir erhebliche Vorteile in Deutschland sehen.
Aktuell bauen wir auch unsere Produktion in Deutschland auf, und dabei unterstützen uns starke Partner aus der Industrie und dem Energiesektor.

Wie unterscheidet sich das „Eclipse“-Produkt von anderen Solarenergie-Speichern auf dem Markt und welche Vorteile bietet es speziell für Haushalte mit 2-4 Personen oder Einfamilienhäuser?

Unser System bietet eine Lösung für Kunden, die eine Alternative zwischen einem Balkonkraftwerk und einer herkömmlichen Aufdach-Solaranlage suchen. Es können bis zu 6 Solarmodule (2000 Wp) angeschlossen werden und Nutzer sparen einen erheblichen Teil an ihren Stromkosten. Zeitgleich kann jeder, ohne Komfort-Verzicht, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das System ist durch das Plug & Play Feature einfach zu installieren und zu betreiben, auch für Personen ohne technische Kenntnisse. Die Künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass die Energieerzeugung und -nutzung optimiert wird, unter anderem durch die Integration von Time-of-Use-Tarifen.

Daneben bietet Eclipse auch Notstrom- und Inselbetriebsoptionen. Im Falle eines Netzausfalls stellt es die Notstromversorgung sicher, um einen kontinuierlichen Betrieb wichtiger Geräte und Systeme zu gewährleisten. Der Inselbetrieb ermöglicht eine größere Unabhängigkeit von der Netzstromversorgung und gibt den Anwendern mehr Kontrolle und Sicherheit in Bezug auf ihre Energieversorgung.

Wie KI die Energieeffizienz steigern kann

Könnten Sie uns mehr über die künstliche Intelligenz-basierte Software erzählen, die in Verbindung mit dem „Eclipse“-Produkt verwendet wird? Wie genau funktioniert sie und wie trägt sie zur Optimierung der Energieeffizienz bei?

Die KI-basierte Software des „Eclipse“-Produkts nutzt fortschrittliche Algorithmen des maschinellen Lernens, darunter neuronale Netzwerke und Deep Learning, um den Energieverbrauch präzise zu prognostizieren und zu optimieren. Durch die Verarbeitung von Echtzeitdaten wie Wetterdaten, historischem Verbrauchsverhalten und Strompreisinformationen erzeugt die Software hochkomplexe Modelle zur Energieoptimierung. Sie nutzt dabei Algorithmen wie Reinforcement Learning und genetische Algorithmen, um die besten Entscheidungen für den Energiefluss zu treffen und den Eigenverbrauch von Solarstrom zu maximieren. Mit ihrer Fähigkeit, nichtlineare Zusammenhänge zu erkennen und komplexe Optimierungsprobleme zu lösen, trägt die KI-basierte Software maßgeblich zur Steigerung der Energieeffizienz bei und ermöglicht es den Nutzern, das volle Potenzial ihrer Solaranlagen auszuschöpfen.

Die Energie Trader Funktion des Heimkraftwerks, die intelligente Strombeschaffung an der Strombörse ermöglicht, klingt interessant. Könnten Sie uns weitere Informationen darüber geben, wie sie funktioniert und welche Vorteile sie für die Nutzer bringt?

Das Heimkraftwerk nutzt die Preistabellen des Energiemarkts für den folgenden Tag, um die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) pro Stunde über einen Zeitraum von 24 Stunden in den Energieplan der KI-Berechnung einzubeziehen. Das Ziel ist es, den Netzbezug des Haushalts – sowohl mit Solarertrag als auch an Wintertagen ohne Solarertrag – in Niedertarifzonen zu verschieben. Dies geschieht im Hintergrund, ohne dass die Kunden ihr Verbraucherverhalten ändern müssen. Das System optimiert automatisch die Kosten, während die Kunden ihren normalen Alltag leben.

Diese Anwendung hat auch den positiven Nebeneffekt, den Ausbau erneuerbarer Energien im Stromnetz zu unterstützen, da das System ein „Netz-dienliches-Verhalten“ zeigt. Wir erwarten, dass die Arbitrage in den nächsten Jahren erheblich zunehmen wird, was bedeutet, dass wir noch mehr Vorteile für unsere Kunden erzielen können. Dieser Aspekt macht die Nutzung der Energie Trader Funktion zu einer attraktiven und einfachen Lösung für die Kunden, da sie von günstigeren Strompreisen profitieren und gleichzeitig zur Energiewende beitragen können. Insgesamt ist diese Funktion ein echter „No-Brainer“ für unsere Kunden.

Sie betonen die Wichtigkeit der Offenlegung von Lieferketten, damit Kunden den CO2-Fußabdruck der Produkte bewerten können. Wie gewährleisten Sie die Transparenz und Nachhaltigkeit in seiner eigenen Lieferkette?

Wir setzen uns dafür ein, die Lieferketten gründlich nachvollziehen zu können, obwohl wir als kleines Unternehmen derzeit noch nicht direkt betroffen sind. Für uns ist es wichtig zu wissen, wo unsere Produkte herkommen und wie die damit verbundenen Ressourcen genutzt werden. Als Unternehmen mit einem starken „Made in Germany“-Ansatz fällt es uns leichter, Transparenz und Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette zu gewährleisten, weil unsere deutschen Partner eben auch diese Transparenz zur Verfügung stellen müssen.

Wir sind der Meinung, dass Unternehmen im Allgemeinen auch das Risiko und die Verantwortung bei laschen Arbeitsgesetzen und überdehnten Lieferketten in unsere Kalkulation einbeziehen sollten. Dies ermöglicht es uns, in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig unseren Kunden hochwertige und verantwortungsvoll hergestellte Produkte anzubieten.

Time-of-Use-Tarife als Lösung?

Welche Schlussfolgerung ziehen Sie aus den bisherigen Entwicklungen und Maßnahmen in Bezug auf erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und die Unabhängigkeit der Lieferketten?

Es ist richtig, dass erneuerbare Energien stark wachsen und Fortschritte bei der Entwicklung von Speicherkapazitäten erzielt werden. Allerdings gibt es immer noch Herausforderungen, insbesondere im Umgang mit saisonalen Schwankungen und der Integration erneuerbarer Energien in den Gesamtenergiemix. Hier können Instrumente wie Time-of-Use-Tarife dazu beitragen, die Schwankungen in der Stromproduktion zu nutzen und die Stillstandszeiten zu reduzieren.

Es wäre auch wünschenswert, dass die Produktion von Solarmodulen und Batterien wieder verstärkt in Europa stattfindet. Als Unternehmen möchten wir gerne unsere Expertise einbringen und diese Entwicklung unterstützen. Der jüngste Konflikt in der Ukraine hat gezeigt, dass unsere Energieversorgung stark von Drittländern abhängt. Dies ist ein Punkt, den wir nicht ignorieren können.

Generell müssen wir Lösungen schaffen, die von der Mehrheit der Haushalte genutzt werden können, um die Energiewende voranzutreiben. Nur so können wir das Bewusstsein der Menschen für dieses Thema schärfen und die Umsetzung vorantreiben.

Vielen Dank für das Interview!

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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