Energiespeicher 05.02.2013, 16:58 Uhr

Im Ölland Texas steht die größte Batterie der Welt von der Größe eines Busses

Im kleinen texanischen Ort Notrees steht die größte und schnellste Batterie der Welt. Mitten in einem Bundesstaat, der vor allem für seine Ölförderung bekannt ist, dient sie als Energiepuffer für eine nahegelegene Windfarm. Der Hersteller verspricht, dass die Mega-Batterie die Turbinen der Anlage rund 15 Minuten lang mit einer Leistung von bis zu 36 Megawatt versorgen kann.

Foto: Werksfoto

Im Auftrag des amerikanischen Energieriesen Duke Energy wurde die extrem leistungsfähige Batterie von Xtreme Power, einem ortsansässigen Spezialisten für umweltfreundliche Technologien entwickelt. Das System von der Größe eines Busses besteht aus einzelnen, speziell von Xtreme Power entwickelten Trockenbatterien mit der Kapazität von einer Kilowattstunde und der Spannung von 12 Volt. Die Legierung besteht unter anderem aus Kupfer, Blei und Tellurium. Die Bestandteile seien im Vergleich zu herkömmlichen Batterien weniger belastend für die Umwelt und könnten leicht recycelt werden, so das Unternehmen.

Die neue Mega-Batterie könnte für die technologische Entwicklung von Windkraftanlagen   ein bedeutender Schritt sein, denn bislang ist eines ihrer Hauptprobleme noch nicht befriedigend gelöst worden. Wegen der generellen Unbeständigkeit des Windes müssen die Kraftwerke immer wieder hoch- und heruntergefahren werden. Dabei verlieren sie stark an Effizienz.

Hier kann die Mega-Batterie in Texas nun als Puffer dienen und die schwankende Energieleistung der 153-Megawatt-Windfarm ausgleichen. Wenn viel Windenergie in der Anlage produziert wird, speichert die neue Batterie diese Energie, um sie dann gezielt in das Stromnetz einzuspeisen, wenn der Bedarf die Menge des Stroms aus Windkraft übersteigt.

Die Batterie hat aber noch einen zusätzlichen Vorteil. Weil die Leistungen von Windenergieanlagen wegen der ungleichen Windstärken stark schwanken, werden diese Hochs oder vielmehr Tiefs meist mit Energie aus Erdgas ausgeglichen. Entsprechende Kraftwerke benötigen in der Regel mindestens 15 Minuten, um auf einen höheren Energiebedarf reagieren zu können. Batterien hingegen sind um einiges schneller und können praktisch sofort die benötigte Energie liefern. Das ursprünglich in Notrees geplante 50 Megawatt-Kraftwerk ist nun durch die neue leistungsstarke Batterie ersetzt worden.

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Das Batterieprojekt in Notrees wird von „Duke Energy Renwables“, einer Tochterfirma von Duke Energy, betrieben. Duke Energy Renewables hat sich auf innovative Wind- und Solaranlagen spezialisiert und unterhält insgesamt 15 Wind- und 14 Solaranlagen in neun US-Bundesstaaten.

Seit 2011 arbeitet das Unternehmen daran, die Technik der Mega-Batterie für die Windkraftanlage in Notrees zu entwickeln und das neue System ans Netz zu bringen. Die Kosten dafür lagen bei 44 Millionen Dollar, wovon die Hälfte das amerikanische Ministerium für Energie beisteuerte. Als Gegenleistung werden die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt der amerikanischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

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