PUFFERBATTERIE FÜR SOLARSTROM 13.02.2015, 06:55 Uhr

Die Schweiz setzt auf dezentrale Batteriespeicher in Wohngebieten

Obwohl die Schweiz noch wenig Wind- und Solarstrom produzieren, ist in Zürich eine Großbatterie ans Netz gegangen. Solche Batterien in Wohnsiedlungen speichern überschüssigen Strom, um ihn später an die Verbraucher der Siedlung abzugeben. Das soll einen großen Ausbau des Netzes überflüssig machen, wenn Sonne- und Windkraft auch in der Schweiz an Fahrt gewinnen.

Die Züricher Energieversorgung EWZ will große Wohnsiedlungen wie diese im Stadtteil Affoltern mit Batteriespeichern ausstatten, damit sie den selbst erzeugten Strom auch dann nutzen können, wenn die Stromproduktion nicht ausreicht.

Die Züricher Energieversorgung EWZ will große Wohnsiedlungen wie diese im Stadtteil Affoltern mit Batteriespeichern ausstatten, damit sie den selbst erzeugten Strom auch dann nutzen können, wenn die Stromproduktion nicht ausreicht.

Foto: EWZ

Allzu viel Wind- und Solarstrom wird in der Schweiz nicht produziert. Deren Energieversorger verlassen sich eher auf planbare Quellen wie Wasserkraft und Kernenergie. Doch auch in der Alpenrepublik soll der Anteil Erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung stark steigen. Da Wasserkraft kaum noch ausgebaut werden kann, bleiben Solar- und Windkraft. Die liefern Strom aber auch dann, wenn er nicht gebraucht wird. Darauf bereitet sich das Land vor: In Zürich-Affoltern hat das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) jetzt den größten Batteriespeicher des Landes in Betrieb genommen. Auf den Dächern der Siedlung produzieren, anders als in anderen Regionen der Schweiz, bereits zahlreiche Fotovoltaikanlagen Strom.

Akku speichert Tagesbedarf an Strom von 75 Haushalten

Mit einer Kapazität von 719 Kilowattstunden ist der Pufferspeicher relativ klein, verglichen mit Batterien etwa in Deutschland. Rekordhalter ist der Batteriespeicher in Schwerin, der mit 25.600 Litium-Ionen-Akkus Zellen eine Speicherkapazität von fünf MWh erreicht. Der aktuell größte Batteriespeicher der Welt steht mit 40 Megawattstunden Speicherkapazität in China.

Europas größter kommerzieller Batteriespeicher in Schwerin besteht aus 25.600 Lithium-Ionen-Akkus. Sie können 500 Haushalte einen Tag lang mit Überschussstrom versorgen. 

Europas größter kommerzieller Batteriespeicher in Schwerin besteht aus 25.600 Lithium-Ionen-Akkus. Sie können 500 Haushalte einen Tag lang mit Überschussstrom versorgen.

Quelle: dpa/Jens Büttner

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Der Schweizer Puffer, nach Angaben der EWZ der größte des Landes, kann 75 Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgen. Installiert wurde er vom Züricher Unternehmen Helion Solar, das sich auf Photovoltaik-Dachanlagen spezialisiert hat.

Der Lithium-Ionen-Batteriespeicher ist in ein Gebäude integriert. Normalerweise werden solche Akkus in Containern untergebracht. Doch Größe der Anlage und der Brandschutz sprachen für eine Unterbringung im Gebäude.

Der gesamte Solarstrom wird lokal verbraucht

Der Batteriespeicher sorgt nun dafür, dass der auf allen Dächern der Siedlung erzeugte Solarstrom auch in der Siedlung verbraucht werden kann. Überschüssiger Strom wird nicht länger ins Netz eingespeist, was bei Zunahme von Solaranlagen und Windrädern einen starken Ausbau des Netzes erfordern würde. Um die Verlegung neuer Kabel zu vermeiden, hat das EWZ sich für den Ausbau der Batteriespeicher entschlossen.

Der Energieversorger konzentriert sich außerdem auf die Einführung intelligenter Stromzähler. Diese ermöglichen es grundsätzlich, den Stromverbrauch an die Produktion so genannter volatiler Produzenten wie Solarzellen anzupassen. Außerdem läuft ein Projekt, Wärmepumpen, die in Zürich bereits vorhanden sind, bevorzugt mit Überschussstrom zu betreiben.

Den Anstoß zum frühzeitigen Bau von Pufferspeichern für Überschussstrom hat der Bundesrat gegeben, also die Schweizer Regierung. Die „Energiestrategie 2050“, die er formuliert hat, sieht neben dem Ausbau erneuerbarer Energien ausdrücklich den Bau von Großbatterien vor.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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