Solarthermie 04.06.2010, 19:47 Uhr

Desertec ohne die Franzosen? – Das können die Deutschen doch nicht!

Seit letztem Jahr haben einst rein visionäre Vorstellungen davon, in der Sahara aus Sonnenenergie Strom für Europa zu gewinnen, Gestalt angenommen. Mit dem deutschen Industriekonsortium Desertec gibt es Namen hinter dem Plan. Alle wissen: Ohne Kooperation in Europa und mit Nordafrika geht nichts. Letzte Woche kam eine Botschaft aus Paris: Ohne Frankreich geht gar nichts. Denn die Franzosen setzen mit „Transgreen“ ein Projekt auf, das den mit Desertec erzeugten Strom nach Europa leiten soll.

„Gigantisch und zukunftsweisend“ – so wie das deutsche Industriegroßprojekt Desertec wollen die Franzosen ihr Wüstenstrom-Modell „Transgreen“ international anerkannt wissen. Vorbereitet hatte dies Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy schon im Juli 2008, als er mit vier Dutzend Staaten in Nordafrika und Nahost die „Union für das Mittelmeer“ gründete. Im Fokus: Der französische „Mittelmeer-Solarplan“: Kein Konkurrenzunternehmen zu Desertec, versichert das politische Paris, allenfalls ein technisch ebenbürtiges Ergänzungsunternehmen.

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Es werde kein scharfer Wettbewerb zwischen dem von Deutschland geführten Desertec-Projekt und Transgreen ausbrechen, versprechen Manager in der Seine-Metropole. Ihr Milliarden Euro schweres Vorhaben soll den in Nordafrika erzeugten Strom aus solarthermischen Kraftwerken – eventuell auch aus Windparks – nach Europa leiten.

Berlin der Energieproduzent, Paris der Transporteur – das ist die Vision. Der französische Kabelspezialist Nexans ist nach eigenen Angaben in der Lage, bis zum Jahre 2020 Hochspannungsleitungen durch das Mittelmeer zu verlegen. Derzeit gibt es nur eine Doppelleitung in der Meerenge von Gibraltar nach Europa mit einer 1400 MW Transportkapazität.

Als denkbare Kabelverknüpfung nennen die Franzosen Algerien – Spanien, Ägypten – Griechenland, Libyen – Italien. Der Bau einer Kabelstrecke soll 800 Mio. € kosten. An Transgreen baut ein Konsortium von zehn bis 15 Konzernen. Hauptantriebskräfte sind die Energieunternehmen EDF, RTE, Alstom und Nexans. Siemens, bereits Hauptbeteiligter bei Desertec, will sich demnächst bei den Franzosen einbringen.

Politisch interessant ist, dass sich Frankreich, das intensiv auf Kernkraft setzt – 80 % seiner Stromleistung produzieren 56 Kernkraftblöcke – auf den Ausbau erneuerbarer Energien konzentrieren will. „Ausstieg aus der Atomkraft“ ist keine konsensfähige Bewegung und wenn, ist nur eine der kleinen ökologischen Randgruppen ohne großen Einfluss. Im Hintergrund will die Regierung Sarkozy jedoch nicht den Anschluss an die „grüne Ausrichtung“ ihrer energiefördernden Industrie verpassen.

Transgreen bringt sich als Global Player neben Deutschland wie selbstverständlich ins Spiel und glaubt, die Transportkapazität für den Strom aus Nordafrika und Nahost allein stemmen zu können. Paul van Son, Vorstandschef von Desertec, sagt: „Die Frage der Stromübertragung von Nordafrika zu den europäischen Märkten ist natürlich ein Schlüsselelement des Desertec-Projektes.“

Inzwischen sind Einzelheiten des Mittelmeer-Solarplans bekannt. Am 25. Mai trafen sich in Kairo die Energieminister der 43 Mittelmeer-Teilnehmerstaaten. Das Projekt der Franzosen wurde offiziell vorgestellt. Fachleute der „Union pour la Méditerranée“ (UPM) sprechen von Fortschritten.

Einhelligkeit herrscht darüber, dass die afrikanischen Länder des Nordens und Ostens ein „Riesenpotenzial“ für Sonnen- und Windenergie haben. Ihre Nachfrage nach Strom habe enorm zugenommen. Das Ziel von Transgreen ist es, eine Kapazität für 20 GW bis 2020 bereitzustellen, 5 GW davon sollen aus dem Norden des schwarzen Kontinents nach Europa exportiert werden.

Was den Direktor von Transgreen, Christian Stoffaes, sorgt, ist die Finanzierung des Projekts. Zunächst will er einen Gesamtentwicklungsplan mit Schwerpunkt Unterwassertransport ausarbeiten, um den Investitionsbedarf zu berechnen. Es liegen 140 Projekte vor, die bereits in Kairo diskutiert wurden und die die Betreiber zwischen 75 Mrd. $ und 90 Mrd. $ – im Rahmen des Mittelmeer-Solarplans – kosten würden. Die beteiligten Firmen sollen jährlich einen Beitrag von 150 000 € leisten, um damit Machbarkeitsstudien zu finanzieren. Dann soll der optimale Verlauf einer Unterseeleitung untersucht werden.

Kein Zweifel, die Franzosen sind optimistisch, ein kompakt geschnürtes und auch rentables Projekt erstellen zu können. Es wäre gut, sagen Sprecher des Pariser Umweltministeriums, wenn aus der anvisierten Zusammenarbeit zwischen Transgreen und Desertec eine enge deutsch-französische Industriekooperation würde.

Die Franzosen arbeiten an einem international vorzeigbaren Modell. Im September findet in Paris im Palais des Congrès eine erste „Großmesse“ statt, die „SolarMed“. Dann wollen jene Unternehmen, die Pläne, Projekte und Vorstellungen haben, ihr Know-how zusammen mit seriösen Finanzierungsberechnungen vorlegen. LUTZ HERMANN

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