Energieversorgung über nationale Grenzen hinweg 02.01.2014, 11:52 Uhr

Brückenschlag durch Offshore-Stromkabel im Dreiländereck der Ostsee

Zwei Netzbetreiber wollen erstmals zwei Offshore-Windparks im „Dreiländereck der Ostsee“ über nationale Grenzen hinweg mit einem Seekabel verbinden.Es könnte ein Brückenschlag mit Symbolcharakter für die Energiewende werden.

Umspannwerkplattform zur Netzanbindung des ersten deutschen Offshore-Windparks in der Ostsee EnBW Baltic 1.

Umspannwerkplattform zur Netzanbindung des ersten deutschen Offshore-Windparks in der Ostsee EnBW Baltic 1.

Foto: 50Hertz

Bauen wollen diesen Brückenschlag der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission und der dänische Netzbetreiber Energinet.dk. Das ist neu, denn bislang sind Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee nur an das jeweilige nationale Festlandnetz angebunden. Das Projekt „Kriegers Flak Combined Grid Solution“ ist rund 300 Millionen Euro schwer und wird von der Europäischen Union zur Hälfte gefördert.

Investitionsvolumen von fast einer Milliarde Euro

50Hertz ist für das Höchstspannung-Übertragungsnetz mit 220 und 380 Kilovolt im Norden und Osten Deutschlands zuständig. Die Gesamtlänge der Leitungen von 50 Hertz kommt auf fast 10.000 Kilometer und deckt damit rund 30 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Das Unternehmen will insgesamt knapp eine Milliarde Euro in die Verlegung von sechs jeweils rund 90 Kilometer langen Seekabelsystemen investieren. Über diese Stromtrassen können Windparks mit einer Gesamtleistung von 1500 Megawatt angebunden werden, sagte der Projektmanager von 50Hertz, Stefan Westhues.

Im Areal Kriegers Flak, dem „Dreiländereck der Ostsee“ von Deutschland, Dänemark und Schweden sollen von 2018 an über eine Konverter-Plattform und zwei parallel verlaufende 150-Kilovolt-Seekabel ein dänischer Windpark mit einer Leistung von 600 Megawatt und der bereits in Bau befindliche deutsche EnBW-Windpark Baltic 2 mit einer Leistung von 288 Megawatt gekoppelt werden. Beide Windparks trennen nur eine Entfernung von 15 Kilometer Luftlinie. Das Flachwassergebiet Kriegers Flak liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Rügen. Dort haben Schweden, Dänemark und Deutschland sogenannte „Ausschließliche Wirtschaftszonen“, in denen nationale Behörden Eignungsprojekte für Offshore-Windparks ausgewiesen haben und diverse Energieunternehmen Windparks errichten wollen.

„Pilotcharakter für Europa“

„Die Einbindung von Offshore-Windparks von zwei Staaten in eine sogenannte Interkonnektorenlösung hat Pilotcharakter für Europa“, sagt der zuständige Projektleiter von 50 Hertz, Sebastian Wagner. Solch ein „Offshore-Interkonnektor“ bringt eine ganze Reihe von Vorteilen. Zum einen ermöglicht er, dass die nationalen Strommärkte miteinander verbunden werden. Es ist somit möglich, Stromhandel zu betreiben, was langfristig zu niedrigeren Strompreisen führen kann.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Strategische Netzplanung - Gas / Wärme / H2 Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH-Firmenlogo
Ingenieur für Energienetzbetrieb (m/w/d) Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH
Cottbus Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
STAWAG - Stadt und Städteregionswerke Aachen AG-Firmenlogo
Betriebsingenieur:in Wärmeanlagen (m/w/d) STAWAG - Stadt und Städteregionswerke Aachen AG
TGM Kanis Turbinen GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) Bereich Service TGM Kanis Turbinen GmbH
Nürnberg Zum Job 
RX-WATERTEC GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) der Fachrichtung Siedlungswasserwirtschaft RX-WATERTEC GmbH
Karlsruhe Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Meister / Techniker - Steuerungstechnik (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden, Donaueschingen Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
Harz Guss Zorge GmbH-Firmenlogo
Energie- und Umweltmanager (w/m/d) Harz Guss Zorge GmbH
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) als Referent/in für die Branche Feinmechanik BG ETEM
Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH-Firmenlogo
Head Site Management (w/m/d) Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH
Landeshauptstadt Hannover-Firmenlogo
Ingenieur*in der Versorgungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik als Technische*r Sachbearbeiter*in im Sachgebiet Sanitärtechnik Landeshauptstadt Hannover
Hannover Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) als Referent Arbeitssicherheit Die Autobahn GmbH des Bundes
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Projektingenieurinnen / Projektingenieure oder Projektleitungen Bauwesen (w/m/d) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Nord-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Nord
Abwasserzweckverband Raum Offenburg-Firmenlogo
Mitarbeiter Technische Geschäftsführung (w/m/d) Abwasserzweckverband Raum Offenburg
Offenburg Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
Das Transmission Control Centre in Neuenhagen.

Das Transmission Control Centre in Neuenhagen.

Quelle: 50Hertz

Aber der ganz große Vorteil eines solchen Offshore-Interkonnektors ist die Möglichkeit, den von den Offshore-Windparks produzierten Strom wahlweise nach Deutschland oder nach Skandinavien zu leiten. Heute ist die Situation unbefriedigend, denn bei Starkwinden müssen die Windmühlen im Park gedrosselt werden, um eine Überlastung der Netze zu verhindern. „Jede Verbindung zu anderen Verbrauchermärkten ist ein Beitrag zur Optimierung der Netze“, weiß Wagner. Und wenn gerade wieder Flaute ist und kein Wind die Rotoren antreibt, dann kann über diese Leitung Strom aus Wasserkraft von Skandinavien nach Deutschland transportiert werden.

Vom Adlergrund durch die Ostsee

2015 soll Baubeginn sein. Die Stromtrassen werden in 1,5 Meter Tiefe unter dem Meeresboden vom Adlergrund und Arkonabecken östlich von Rügen durch die Ostsee bis zum Umspannwerk Lubmin führen. Die Genehmigungen für die Verkabelung unter dem Meer hat 50Hertz Transmission beim Energieministerium in Mecklenburg-Vorpommern und Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit Sitz in Hamburg eingereicht. Jens Regiment, der bei 50Hertz für die Genehmigung zuständige Manager, sagt, dass Auswirkungen auf die Fischerei und Schifffahrt und auf militärische und Umweltbelange untersucht wurden. Er hofft daher auf eine Genehmigung zum Ende des Jahres 2014.

50Hertz sieht kein Umweltproblem durch das Seekabel

50Hertz hat auch Auswirkungen durch den Bau von geplanten Parallelprojekten untersucht. Denn in der Region ist einiges los. So planen die Energiewerke Nord (ENW) in Lubmin den Bau eines 1800-Megawatt-Gaskraftwerkes. „Wir sind mit 50Hertz im Gespräch, um eine koordinierte Vorgehensweise zu ermöglichen und eine mögliche wechselseitige Behinderung der Großprojekte zu vermeiden“, sagte eine ENW-Sprecherin.

50Hertz sieht kein Problem durch gleich zwei Großprojekte in der Region. Im Gegenteil: Im ökologisch sensiblen Greifswalder Becken werde die „Erheblichkeitsschwelle“ der Umweltauswirkungen nicht überschritten, selbst wenn es zum Bau eines dritten und vierten Strangs der Ostseepipeline sowie eines Gaskraftwerks in Lubmin kommen sollte, betonte Manager Regiment. 

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

    Detlef Stoller ist Diplom-Photoingenieur. Er ist Fachjournalist für Umweltfragen und schreibt für verschiedene Printmagazine, Online-Medien und TV-Formate.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.