Test des Fraunhofer-Instituts 28.01.2015, 13:05 Uhr

Brennstoffzelle versorgt Verkehrsanzeige in Dresden mit Strom

In Dresden können Autofahrer eine neue Entwicklung des Fraunhofer-Instituts bestaunen: einen mobilen Brennstoffzellen-Generator, der eine LED-Verkehrsanzeige mit Strom versorgt. Er läuft mit handelsüblichem Flüssiggas. 

In Dresden testen die Fraunhofer-Forscher ihren Brennstoffzellen-Generator. Er läuft mit Flüssiggas und versorgt LED-Tafeln bis zu drei Wochen mit Strom. Akkus machen oftmals nach einer halben Woche schlapp. 

In Dresden testen die Fraunhofer-Forscher ihren Brennstoffzellen-Generator. Er läuft mit Flüssiggas und versorgt LED-Tafeln bis zu drei Wochen mit Strom. Akkus machen oftmals nach einer halben Woche schlapp. 

Foto: Fraunhofer IKTS

Wer in Dresden die Winterbergstraße entlangfährt und am Großen Garten vorbeikommt, sollte den rechten Straßenrand im Auge behalten. Dort steht nämlich eine quadratische LED-Verkehrsanzeige auf einem hüfthohen gelben Kasten. Das Besondere an dieser Anzeige: Sie erhält den Strom nicht von einem Akku, sondern von einer keramischen Hochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC) namens eneramic. Erfinder sind Ingenieure des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS).

„Unter der Marke eneramic haben wir in den vergangenen Jahren eine komplette SOFC-basierte Technologieplattform für die robuste netzferne Stromerzeugung geschaffen“, erklärt Forscher Jens Baade. Der Brennstoffzellen-Stromgenerator erzeugt eine elektrische Nutzleistung von 100 Watt und arbeitet dabei angeblich viel leiser und effizienter als herkömmliche motorbetriebene Generatoren.

Brennstoffzellen-Generator läuft mit handelsüblichem Flüssiggas 

Ein weiterer Vorteil: SOFC benötigt weder hochreine Gase noch ein Wassermanagement wie andere Brennstoffzellen. Handelsübliches Flüssiggas aus Druckflaschen oder Kartuschen reicht aus. Das dürfte den Generator auch für Campingfans interessant machen.

Der aktive Kern des Generators hat ein Volumen von nur einem Liter. Das bringt die Temperatur des Gehäuses auf ein sicheres Niveau.

Der aktive Kern des Generators hat ein Volumen von nur einem Liter. Das bringt die Temperatur des Gehäuses auf ein sicheres Niveau.

Foto: Fraunhofer IKTS

Die Ingenieure haben es zudem fertiggebracht, das Volumen des aktiven Systemkerns durch eine geschickte Anordnung der Bauteile auf ein Liter zu schrumpfen. Die Temperatur von Gehäuse und Abgas ist somit auf ein für den Nutzer sicheres Niveau gesenkt.

Generator ist effizienter als Akkus

Eneramic ist kaum größer als ein Schuhkarton und mit seinen acht Kilogramm scheinbar wie geschaffen dafür, die Stromversorgung der Verkehrsanzeigen zu revolutionieren. „Das Betreiben von LED-Tafeln in netzfernen Gegenden, beispielsweise an Autobahnen, wird durch eneramic deutlich vereinfacht“, sagt Werner Großmann, Niederlassungsleiter der B.A.S. Verkehrstechnik AG, die die Brennstoffzellen-Anzeige testweise betreibt.

Gemeinsam mit dem indischen Unternehmen Mayur Renergy Solutions entwickelt das Fraunhofer-Institut einen Brennstoffzellen-Generator nach dem eneramic-Prinzip, der die Stromnot in Indien lindern soll. 

Gemeinsam mit dem indischen Unternehmen Mayur Renergy Solutions entwickelt das Fraunhofer-Institut einen Brennstoffzellen-Generator nach dem eneramic-Prinzip, der die Stromnot in Indien lindern soll. 

Foto: Fraunhofer IKTS

„Derzeit müssen die Akkus bis zu zweimal pro Woche gewechselt werden. Das mit handelsüblichem Propangas versorgte Brennstoffzellensystem liefert Energie für bis zu drei Wochen.“ Durch den geringeren Wechselaufwand müssen sich Mitarbeiter der Verkehrssicherung zudem weniger im Gefahrenbereich der Autobahn aufhalten.

Energieunabhängigkeit für indische Provinzen

Das Fraunhofer-Institut will die SOFC-Technologie auch Entwicklungsländern zugutekommen lassen.

Eneramic ist eine eingetragene Marke der Fraunhofer-Gesellschaft. Und wird als

Eneramic ist eine eingetragene Marke der Fraunhofer-Gesellschaft. Und wird als „blaues Energiewunder“ präsentiert.

Foto: eneramic.de

Es arbeitet beispielsweise mit dem indischen Unternehmen Mayur Renergy Solutions zusammen. Gemeinsam will man Brennstoffzellensysteme zu ortsüblichen Preisen entwickeln, mit denen sich die angespannte Stromsituation in Indien lösen lässt. Mayur Renergy Solutions will zudem Solar-, Wind-, Biogas- und Brennstoffzellentechnologien kombinieren. Das soll indischen Provinzen Energieunabhängigkeit bringen. 

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