Hochtief baut mit: Meta erweitert KI-Campus auf 5 GW
Die Hochtief-Tochter Turner baut an Metas größtem Rechenzentrum. Die Ausmessungen und Ausmaße sind gigantisch in allen Bereichen.
Auf der Baustelle in Richland Parish entsteht Metas KI-Campus Hyperion, der auf knapp 930.000 m² und 5 GW IT-Kapazität erweitert werden soll.
Foto: Meta
Fast 930.000 m² Gebäudefläche, mehr als 50 Mrd. US-$ Investition und 5 GW Leistung allein für die IT: Meta erweitert seinen Rechenzentrumscampus im US-Bundesstaat Louisiana deutlich. Die Hochtief-Tochter Turner baut an dem Projekt mit. Für die Energieversorgung plant der Versorger Entergy neue Kraftwerke, Batteriespeicher und rund 386 km Höchstspannungsleitungen.
Meta vergrößert seinen KI-Campus in Richland Parish im Nordosten Louisianas noch während der laufenden Bauarbeiten. Statt der ursprünglich vorgesehenen Kapazität von mehr als 2 GW soll Hyperion künftig 5 GW Rechenleistung auf elektrischer Basis bereitstellen. Die Gebäudefläche wächst von rund 372.000 auf knapp 930.000 m².
Die angekündigte Investition steigt auf mehr als 50 Mrd. US-$. Damit entwickelt sich Hyperion zum größten Rechenzentrum in Metas weltweiter Infrastruktur und zu einem der umfangreichsten KI-Standorte überhaupt.
Inhaltsverzeichnis
- Meta erweitert den Campus während des laufenden Baus
- 5 GW Leistung allein für Server und Netzwerktechnik
- Sieben neue Gas-und-Dampf-Kraftwerke
- Neue Stromtrassen für den Norden Louisianas
- Flüssigkeitskühlung für leistungsstarke KI-Chips
- Turner errichtet vier zentrale KI-Gebäude
- Blue Owl hält 80 % an der Projektgesellschaft
- Wo das Rechenzentrum endet, beginnt das Kraftwerkssystem
Meta erweitert den Campus während des laufenden Baus
Als Meta das Projekt Ende 2024 ankündigte, waren zunächst mehr als 10 Mrd. US-$ Investition und rund 372.000 m² Gebäudefläche vorgesehen. Inzwischen läuft in den ersten Gebäuden bereits der Innenausbau, während der Konzern den Campus erheblich vergrößert.
Mit dem Ausbau steigt auch der Personalbedarf. Auf der Baustelle sollen in Spitzenzeiten rund 7500 Menschen arbeiten. Für den späteren Betrieb nennt Meta mehr als 1000 dauerhafte Stellen.
Nach Angaben des Konzerns wurden seit dem Baustart Aufträge im Wert von mehr als 1,6 Mrd. US-$ an Unternehmen aus Louisiana vergeben. Weitere 1 Mrd. US-$ sollen in Straßen, Wasser- und Abwassersysteme sowie andere lokale Infrastruktur fließen.
Die Investitionssumme umfasst damit weit mehr als die Gebäude selbst. Ein großer Teil entfällt auf Energieversorgung, technische Infrastruktur und die Erschließung des Standorts.
5 GW Leistung allein für Server und Netzwerktechnik
Meta spricht von 5 GW „Compute Capacity“. Hochtief und Turner bezeichnen die Größe als IT-Kapazität. Gemeint ist die elektrische Leistung, die für Server, Speicher und Netzwerktechnik bereitstehen soll.
Der gesamte Leistungsbedarf des Standorts liegt höher. Zusätzlich benötigen Kühlung, Pumpen, Stromverteilung, Beleuchtung und weitere technische Systeme Energie. Einen projektspezifischen PUE-Wert für den vollständigen Ausbau hat Meta bislang nicht veröffentlicht. Die Power Usage Effectiveness beschreibt das Verhältnis zwischen dem gesamten Energiebedarf eines Rechenzentrums und dem Verbrauch seiner IT-Systeme.
Die Größenordnung lässt sich dennoch einordnen: Würden die IT-Systeme dauerhaft 5 GW abrufen, entspräche das rechnerisch 43,8 TWh pro Jahr. Dieser Wert beschreibt keine Verbrauchsprognose, sondern die theoretische Energiemenge bei kontinuierlicher Volllast.
Der Campus erreicht die 5 GW zudem nicht auf einen Schlag. Meta baut die Kapazität schrittweise auf. Einen konkreten Termin für den vollständigen Endausbau hat der Konzern noch nicht genannt.
Sieben neue Gas-und-Dampf-Kraftwerke
Die bestehende Energieinfrastruktur reicht für einen Campus dieser Größe nicht aus. Entergy Louisiana hat deshalb ein umfassendes Ausbauprogramm vorgestellt.
Geplant sind:
- sieben neue Gas-und-Dampf-Kraftwerke mit zusammen mehr als 5,2 GW Leistung,
- rund 386 km neue 500-kV-Höchstspannungsleitungen,
- Batteriespeicher an drei Standorten,
- Leistungssteigerungen bestehender Kernkraftwerke,
- bis zu 2,5 GW zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazität,
- Untersuchungen zu weiteren Kernkraftprojekten.
Gas-und-Dampf-Kraftwerke kombinieren eine Gasturbine mit einer Dampfturbine. Die heißen Abgase der Gasturbine erzeugen Dampf, der eine zweite Turbine antreibt. Dadurch nutzen die Anlagen den Brennstoff effizienter als einfache Gasturbinen.
Entergy will die geplanten Kraftwerke technisch auf eine spätere CO₂-Abscheidung und die Beimischung von Wasserstoff vorbereiten. Zunächst sollen sie jedoch mit Erdgas betrieben werden. Die sieben Anlagen befinden sich noch in Planung und müssen teilweise regulatorische Verfahren durchlaufen.
Hinzu kommen drei weitere Gas-und-Dampf-Anlagen mit zusammen rund 2,3 GW, die bereits im Rahmen einer früheren Vereinbarung genehmigt wurden. Zwei davon entstehen in Richland Parish und sollen Ende 2028 in Betrieb gehen. Eine dritte Anlage ist am bestehenden Standort Waterford vorgesehen und soll bis Ende 2029 folgen.

Neue Stromtrassen für den Norden Louisianas
Die neuen Kraftwerke bilden nur einen Teil des Energiepakets. Entergy plant zusätzlich neue 500-kV-Leitungen, die den Norden Louisianas stärker mit dem Süden des Bundesstaates und mit Arkansas verbinden sollen.
Die Höchstspannungsleitungen transportieren große Leistungen über weite Entfernungen. Gleichzeitig sollen Batteriespeicher kurzfristige Schwankungen ausgleichen. Hinzu kommen geplante Leistungssteigerungen an bestehenden Kernkraftwerken und zusätzliche Stromlieferungen aus anderen Erzeugungsanlagen.
Meta verpflichtet sich außerdem, bis zu 2,5 GW neue erneuerbare Kapazitäten mitzufinanzieren. Der physische Strommix des Campus wird dennoch aus mehreren Quellen bestehen. Neben Solar- und Windkraft spielen Gas, Kernenergie, Speicher und zugekaufte Leistung eine zentrale Rolle.
Der Konzern will den Stromverbrauch seiner Rechenzentren bilanziell vollständig mit sauberer und erneuerbarer Energie ausgleichen. Die tatsächliche Versorgung des Standorts erfolgt jedoch über das regionale Stromnetz und dessen Erzeugungsmix.
Meta und Entergy erklären, dass der Technologiekonzern die durch das Projekt verursachten Kosten für Energie-, Wasser- und Netzinfrastruktur übernehmen werde. Nach Berechnungen der Unternehmen könnten die übrigen Entergy-Kunden über 20 Jahre um mehr als 2 Mrd. US-$ entlastet werden.
Flüssigkeitskühlung für leistungsstarke KI-Chips
KI-Rechenzentren stellen besonders hohe Anforderungen an die Kühlung. Moderne Beschleuniger und Hochleistungsprozessoren erzeugen auf engem Raum erhebliche Wärmemengen. Reine Luftkühlung reicht bei hohen Leistungsdichten oft nicht mehr aus.
Meta setzt in seinen KI-optimierten Rechenzentren deshalb auf geschlossene Flüssigkeitskühlsysteme. Das Kühlmittel nimmt die Wärme direkt an den Serverkomponenten auf und transportiert sie aus den Datenhallen. Trockenkühler geben die Wärme anschließend an die Umgebungsluft ab.
Das System senkt den Bedarf an Verdunstungskühlung. Meta gibt an, dass die geschlossene Kühlung im regulären Betrieb kein Wasser benötigt. Wasser wird am Standort weiterhin für sanitäre Anlagen, Reinigung und Brandschutz gebraucht.
Für den auf 5 GW erweiterten Campus hat Meta bislang keine aktualisierte Verbrauchsprognose für Wasser veröffentlicht.
Turner errichtet vier zentrale KI-Gebäude
Am Bau des Campus sind drei große Generalunternehmen beteiligt: Turner Construction, DPR Construction und Mortenson.
Turner gehört zum Hochtief-Konzern und verantwortet vier zentrale KI-Rechenzentrumsgebäude. In den ersten Bauwerken läuft bereits der Innenausbau. Welchen zusätzlichen Umfang Turner im Zuge der Erweiterung übernimmt, haben die beteiligten Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.
Auch ein eigener Auftragswert für Turner liegt nicht vor. Die mehr als 50 Mrd. US-$ beziehen sich auf die gesamte Investition in den Campus einschließlich Gebäude, Energieversorgung und lokaler Infrastruktur.
Für Hochtief ist das Projekt dennoch eines der sichtbarsten Rechenzentrumsvorhaben im US-Markt. Die technische Komplexität reicht weit über den klassischen Hochbau hinaus. Stromversorgung, Kühlung, technische Gebäudeausrüstung und Netzanschlüsse müssen parallel geplant und umgesetzt werden.
Blue Owl hält 80 % an der Projektgesellschaft
Hyperion wird nicht ausschließlich direkt von Meta finanziert. Der Konzern gründete 2025 gemeinsam mit von Blue Owl Capital verwalteten Fonds eine Projektgesellschaft.
Blue Owl hält 80 % an dem Gemeinschaftsunternehmen, Meta 20 %. Für die damalige Projektstufe wurden Entwicklungskosten von rund 27 Mrd. US-$ angesetzt. Darin enthalten waren Gebäude sowie langfristige Strom-, Kühl- und Kommunikationsinfrastruktur.
Meta übernimmt das Bau- und Immobilienmanagement und mietet die fertiggestellten Anlagen von der Projektgesellschaft. Wie die inzwischen auf mehr als 50 Mrd. US-$ gestiegene Investition zwischen Meta, Blue Owl und möglichen weiteren Kapitalgebern verteilt wird, haben die Unternehmen noch nicht vollständig aufgeschlüsselt.
Wo das Rechenzentrum endet, beginnt das Kraftwerkssystem
Hyperion zeigt, welche Größenordnung KI-Infrastruktur inzwischen erreicht. Der Campus benötigt nicht nur fast 930.000 m² Gebäudefläche, sondern auch neue Kraftwerke, Höchstspannungsleitungen, Speicher und Kühlsysteme. Die 5 GW IT-Kapazität lassen sich nicht mehr aus dem bestehenden Netz heraus bereitstellen.
Damit verschiebt sich auch die Aufgabe der beteiligten Bauunternehmen. Turner errichtet nicht einfach mehrere Serverhallen. Die Hochtief-Tochter arbeitet an einem Standort, dessen Hochbau, Energieversorgung und technische Infrastruktur von Beginn an als Gesamtsystem geplant werden müssen.
Metas Campus ist deshalb mehr als ein außergewöhnlich großes Rechenzentrum. Er zeigt, dass der Ausbau künstlicher Intelligenz zunehmend darüber entscheidet, wo neue Kraftwerke entstehen, wie Stromnetze erweitert werden und welche Infrastruktur ganze Regionen künftig benötigen.
Quellen
- Hochtief: Expanded Meta Data Center Creates More Jobs and Opportunity in Richland Parish, Louisiana, 16. Juli 2026
Angaben zur Erweiterung auf 5 GW IT-Kapazität, zur Gebäudefläche von knapp 930.000 m², zur Investition von mehr als 50 Mrd. US-$, zu den Arbeitsplätzen und zum aktuellen Baustand.
Zur Pressemitteilung von Hochtief - Meta: Teachers and Local Businesses Win as Meta Expands Louisiana Data Center, 13. Juli 2026
Angaben zur Erweiterung auf 5 GW Compute-Kapazität, zu den regionalen Aufträgen, den Investitionen in Straßen und Versorgungsnetze sowie zu den geplanten Arbeitsplätzen.
Zur Mitteilung von Meta - Entergy Louisiana: New agreement with Meta will deliver an additional $2B in customer savings, 27. März 2026
Angaben zu den sieben geplanten Gas-und-Dampf-Kraftwerken mit mehr als 5,2 GW, rund 386 km neuen 500-kV-Leitungen, Batteriespeichern, Kernkraft-Uprates und bis zu 2,5 GW zusätzlichen erneuerbaren Kapazitäten.
Zur Mitteilung von Entergy - Entergy Louisiana: LPSC approves infrastructure investments for Meta’s data center, 20. August 2025
Angaben zu den drei bereits genehmigten Gas-und-Dampf-Anlagen, davon zwei in Richland Parish mit geplanter Inbetriebnahme Ende 2028 und eine am Standort Waterford bis Ende 2029.
Zur Mitteilung von Entergy - Meta Data Centers: Innovation
Technische Angaben zur geschlossenen Direct-to-Chip-Flüssigkeitskühlung, zum Einsatz von Trockenkühlern und zum Wasserbedarf der standardisierten KI-Rechenzentrumsarchitektur.
Zur Technikseite von Meta - Turner Construction: Richland Parish Data Center
Angaben zu den drei Generalunternehmen Turner, DPR Construction und M. A. Mortenson sowie zu Turners ursprünglichem Umfang von vier zentralen KI-Rechenzentrumsgebäuden.
Zur Projektseite von Turner Construction - Meta: Joint Venture With Funds Managed by Blue Owl Capital to Develop Hyperion Data Center, 21. Oktober 2025
Angaben zur Projektgesellschaft, zur Beteiligungsverteilung von 80 % für Blue-Owl-Fonds und 20 % für Meta sowie zu den damaligen Entwicklungskosten von rund 27 Mrd. US-$.
Zur Mitteilung von Meta - Entergy Louisiana: Meta selects Northeast Louisiana as site of $10B data center, 5. Dezember 2024
Angaben zur ursprünglichen Projektplanung mit rund 372.000 m² Gebäudefläche, mehr als 10 Mrd. US-$ Investition, 500 dauerhaften Arbeitsplätzen und bis zu 5.000 Beschäftigten während der Bauphase.
Zur ursprünglichen Projektankündigung
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