650 Mio. Euro Baukosten 29.10.2024, 15:25 Uhr

BMW-Werk München rüstet sich für reine E-Auto-Produktion

BMW-Stammwerk in München wird zur E-Auto-Produktionsstätte: 650 Mio. Euro soll der Umbau kosten, der bei laufendem Betrieb durchgeführt wird. Im Jahr 2026 sollen in München dann nur noch Elektrofahrzeuge gebaut werden.

BMW-Werk München

Noch ist das BMW-Werk in München eine riesige Baustelle, doch bereits 2026 sollen hier nur noch E-Autos produziert werden.

Foto: BMW AG

Das traditionsreiche BMW-Werk in München, ein Herzstück des Unternehmens mit täglich rund 1.000 gefertigten Fahrzeugen und knapp 7.000 Mitarbeitenden, bereitet sich auf eine umfassende Transformation vor. Ab 2026 sollen hier ausschließlich Elektroautos der neuen „Neue Klasse“-Architektur produziert werden. BMW plant, dafür 650 Millionen Euro in die Erweiterung und Neustrukturierung von Karosseriebau, Montage und Logistikflächen zu investieren. Der besondere Clou: Die Arbeiten erfolgen im laufenden Betrieb, ohne die derzeitige Fahrzeugproduktion zu unterbrechen.

Innovationspartnerschaft als Schlüssel zum Erfolg

Für das komplexe Projekt setzt BMW auf ein kooperatives Partnering-Abwicklungsmodell. Anders als bei traditionellen Bauprojekten, bei denen Verantwortlichkeiten häufig aufgeteilt und durch mehrere Schnittstellen geführt werden, arbeiten bei diesem Vorhaben alle Partner, darunter BMW selbst, die Drees & Sommer SE sowie die PORR AG, Hand in Hand zusammen.

„Die gemeinsame Verantwortung führt zu einer besseren Kommunikation und höheren Qualität bei Bauprojekten“, erklärt Maximilian Lammel, Senior Teamleiter bei Drees & Sommer. „In konventionellen Abwicklungsmodellen gibt es viele Teilbereichs-Verantwortliche und die Kommunikation läuft über mehrere Schnittstellen. Das führt gerade bei Großprojekten oft zu Missverständnissen und hemmt den Informationsfluss.“

Im Partnering-Modell ist es das Ziel, alle Projektbeteiligten auf Augenhöhe zu bringen. Durch die frühzeitige Integration aller Beteiligten wird ein gemeinsames Verständnis geschaffen, das Missverständnissen vorbeugt und den Informationsaustausch fließend gestaltet. So werden Projektrisiken minimiert und die Effizienz gesteigert.

Stellenangebote im Bereich Immobilien, Bau, Finanzierung

Immobilien, Bau, Finanzierung Jobs
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) für Maschinenbau Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Herzebrock-Clarholz Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur Ingenieurbau (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH-Firmenlogo
Kalkulator Tiefbau (m/w/d) für den Bereich Wasser/Abwasser Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in oder Physiker*in (d/m/w) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
Darmstadt Zum Job 

Lean-Management-Prinzipien

Um den engen Zeitplan zu halten, setzt das Projektteam auf die Prinzipien des Lean Managements. Diese Methode ist eng mit der Automobilindustrie verbunden, wo ein hochgradig koordinierter Produktionsablauf den Standard darstellt. Jeder Schritt wird bis ins Detail geplant, und mögliche Störungen werden sofort analysiert und behoben. „Mit der von uns entwickelten Methode des Lean Construction Managements wird der Ansatz aus der Automobilindustrie auf Bauprojekte übertragen,“ erläutert Florian Langlotz, Partner bei Drees & Sommer und Leiter des Automotive-Bereichs.

Der Lean-Ansatz erlaubt es, den Bauprozess so präzise zu koordinieren, dass alle Gewerke genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort arbeiten können. Leerläufe werden vermieden, und es gibt keine Verzögerungen, da alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen. Ein Beispiel für die Effektivität des Ansatzes: Innerhalb von nur zehn Tagen entstand das Rohbau-Achsraster für eine neue Montagehalle.

Der digitale Zwilling als zentraler Baustein der Planung

Zur Minimierung von Planungsunsicherheiten kommt die digitale Zwillingstechnologie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein virtuelles Abbild des Bauprojekts, das sämtliche relevanten Gebäudedaten – von Geometrie über Materialeigenschaften bis zu Brandschutz- und Schallschutzmerkmalen – bündelt. „Um auf der Baustelle keine bösen Überraschungen zu erleben, setzen wir auf virtuelle Planung,“ so Simon Rogalski, Senior Teamleiter bei Drees & Sommer.

Der digitale Zwilling erlaubt eine nahezu fehlerfreie Umsetzung: Konflikte, die sich erst während des Baus zeigen würden, werden bereits im Modell sichtbar und können rechtzeitig angepasst werden. Indem alle Planungs- und Baubeteiligten auf das gleiche Modell zugreifen, bleibt die Planung transparent und in Echtzeit aktuell. Teure Verzögerungen und Planungsfehler, die sich während des Baus oft negativ auf den Zeitplan auswirken, werden somit weitgehend vermieden.

Wenn alles läuft, wie geplant, sollen ab 2026 in München nur noch Elektrofahrzeuge vom Band laufen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.