Beton auf dem Rütteltisch 16.06.2025, 19:24 Uhr

3D-gedrucktes Betonhaus im Erdbebentest – wie stabil ist es?

Britische Forschende testen ein 3D-gedrucktes Haus auf einem Rütteltisch. Ziel: Erdbebensicherheit bewerten und neue Bauvorschriften vorbereiten.

3D-gedrucktes Betonhaus im Erdbebentest

Größter Rütteltisch Großbritanniens: An der Universität Bristol wurde ein 3D-gedrucktes Betonelement einem künstlich erzeugten Erdbeben ausgesetzt.

Foto: Universität Bristol

Wie gut hält ein 3D-gedrucktes Haus einem Erdbeben stand? Genau das wollten Forschende der Universität Bristol herausfinden. Sie bauten ein vollständiges Bauelement aus Beton – Schicht für Schicht gedruckt – und setzten es anschließend künstlichen Erschütterungen aus. Dafür kam der größte Rütteltisch Großbritanniens zum Einsatz.

Das Ziel: herausfinden, ob 3D-gedruckte Bauwerke den wachsenden Anforderungen in erdbebengefährdeten Regionen gerecht werden können. Denn obwohl die additive Fertigung im Bauwesen zunehmend an Bedeutung gewinnt, fehlen bislang klare Daten zur Erdbebensicherheit solcher Konstruktionen.

Warum 3D-gedruckter Beton anders reagiert

Bei klassischen Betonkonstruktionen sind das Materialverhalten und die Belastbarkeit unter seismischer Einwirkung gut dokumentiert. Ganz anders sieht es bei 3D-gedrucktem Beton aus. Hier kommen neue Faktoren ins Spiel – etwa Schichtverbindungen, spezielle Materialeigenschaften oder ungewohnte Geometrien, die beim Schicht-für-Schicht-Aufbau entstehen.

Stellenangebote im Bereich Bauwesen

Bauwesen Jobs
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
Planer (m/w/d) Wärmeerzeugungsanlagen im Bereich Energiedienstleistung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 
voestalpine Track Solutions Duisburg GmbH-Firmenlogo
Sicherheitstechniker:in als Manager:in Qualität, Umwelt, Sicherheit & Energieeffizienz (m/w/d) voestalpine Track Solutions Duisburg GmbH
Duisburg Zum Job 
Stadt Bietigheim-Bissingen-Firmenlogo
Architekt (m/w/d) als Leitung der Bauausführung und Gebäudewirtschaft Stadt Bietigheim-Bissingen
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Stadt Karlsruhe-Firmenlogo
Sachbearbeiter*in Liegenschaftsnachweis Stadt Karlsruhe
Karlsruhe Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker als Bauleiter Windkraftanlagen Nord-Deutschland (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Norddeutschland Zum Job 
DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur/Architekt (m/w/d) DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
Leipzig Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Teamleitung Einzelplanung und Planfeststellung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Städtische Bühnen Frankfurt am Main GmbH-Firmenlogo
Architekt:in als Fachplaner:in (m/w/d) Hochbau & Gebäudemanagement Städtische Bühnen Frankfurt am Main GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur für den Bauwerksentwurf (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamburg, Lüneburg Zum Job 
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.-Firmenlogo
Ingenieur/Ingenieurin (m/w/d) im Referat "Gefahrstoffemission" Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.
Sankt Augustin Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieurin oder Igenieur als Abteilungsleitung Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurin oder Bauingenieur konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurin oder Bauingenieur Verkehrsplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurin oder Bauingenieur Planung Dritter (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Ingenieur*in für Versorgungstechnik mit Teilprojektverantwortung (m/w/div) Deutsche Rentenversicherung Bund
Müller & Bleher Ulm GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter Elektrotechnik / Stromversorgung (m/w/d) Müller & Bleher Ulm GmbH & Co. KG
Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall-Firmenlogo
Referatsleitung (w/m/d) im Fachbereich Bauingenieurwesen und Freianlagen - zugleich stellvertretende Abteilungsleitung Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall Zum Job 
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Vermessungsingenieur (m/w/d) Tief- und Rohrleitungsbau Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 

„Dieses Experiment soll die Wissenslücke hinsichtlich der dynamischen Reaktion von 3D-gedruckten Einheiten schließen“, sagt Projektleiter Prof. Anastasios Sextos. Gemeinsam mit Dr. Raffaele De Risi leitete er die Versuche. Ziel sei es, die typischen Schwächen, Stärken und Versagensmechanismen dieser neuen Bauweise zu identifizieren.

Aufbau des Experiments

Für den Versuch fertigte das Team eine Betoneinheit im 3D-Druckverfahren an. Dabei kam ein robotergestütztes System zum Einsatz, das eine exakte Ablage des Materials ermöglichte. In das Bauteil wurden verschiedene Sensoren integriert: unter anderem Beschleunigungsmesser und Wegaufnehmer. So ließen sich selbst kleinste Bewegungen während des Tests exakt erfassen.

Anschließend kam das Bauteil auf den Rütteltisch – eine Anlage, die Vibrationen und Bodenbewegungen realer Erdbeben simulieren kann. Der Tisch trägt bis zu 50 Tonnen und kann komplexe seismische Muster nachbilden.

Die Forschenden begannen mit schwachen Erschütterungen und steigerten die Intensität schrittweise. Sie wollten genau beobachten, wie sich das Bauteil verhält, wo es Risse bildet, wie sich Verformungen ausbreiten und ob es strukturelle Schwächen zeigt.

Ziel: Richtlinien für erdbebensicheren 3D-Druck

Die gewonnenen Daten sollen helfen, das Verhalten 3D-gedruckter Bauelemente unter Erdbebenlast besser zu verstehen. Die Erkenntnisse fließen in digitale Simulationsmodelle ein, die künftig verlässliche Vorhersagen zum Verhalten solcher Konstruktionen ermöglichen sollen.

Dr. De Risi erklärt: „Die Ergebnisse werden Designparameter definieren, die die Erdbebenleistung optimieren – etwa durch bessere Schichtverbindungen oder durch gezielte Verstärkungen.“ Ziel sei es, herauszufinden, ob 3D-gedruckter Beton die aktuellen Sicherheitsstandards für erdbebengefährdete Gebiete erfüllen kann. Langfristig könnte dies in neue Bauvorschriften münden, die speziell auf additive Bauverfahren zugeschnitten sind.

Perspektiven für die Bauindustrie

Neben der Forschung hat das Projekt auch praktische Bedeutung. Denn 3D-gedruckter Beton gilt als schnell, flexibel und ressourcenschonend. Vor allem im Katastrophenschutz – etwa beim Bau von Notunterkünften – könnten damit schnell Strukturen errichtet werden, die zugleich stabil und anpassbar sind.

Auch für entlegene Regionen oder Gebiete mit häufigen Naturkatastrophen ist die Technologie interessant. Der 3D-Druck erlaubt es, Bauwerke zu errichten, die auf lokale Anforderungen zugeschnitten sind – sowohl gestalterisch als auch strukturell.

Dr. De Risi fasst zusammen: „Mit der ersten Prüfung der Erdbebensicherheit von 3D-gedrucktem Beton erforschen wir nicht nur die Zukunft des Bauwesens, sondern tragen auch dazu bei, eine sicherere, intelligentere und anpassungsfähigere gebaute Umwelt zu gestalten.“

Hier geht es zur Originalmeldung

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.