IFR-Roboterstatistik 08.04.2026, 13:30 Uhr

Weltweiter Robotereinsatz: Hier ist China nur auf Platz 22

Obwohl China seit Jahren die meisten Roboter installiert, ist das Land in einer aktuellen Statistik der International Federation of Robotics (IFR) nur auf Rang 22. Das ist der Grund.

Ein Mensch fasst den Greifer eines Roboters an, wie beim Händedruck

In der Republik Korea werden in der Industrie die meisten Roboter pro 10.000 Beschäftigte eingesetzt.

Foto: PantherMedia / Chiradech

Beim Bau von Robotern und der Neuinstallation von Industrierobotern hat sich China längst an der weltweiten Spitze etabliert. Doch bei einer wichtigen Kennziffer liegt das Land abgeschlagen hinter Ländern wie der Schweiz, Finnland und Ungarn.

Es geht um die Roboterdichte, die die Anzahl der eingesetzten Industrieroboter im Verhältnis zu 10.000 Beschäftigten ermittelt. Sie gibt Aufschluss darüber, wie stark der industrielle Durchschnitt eines Landes automatisiert ist. Diese Zahl ermittelt die International Federation of Robotics (IFR) einmal im Jahr für ihr Jahrbuch. An der Spitze stehen in der Statistik World Robotics 2025 die Republik Korea vor Singapur, Deutschland und Japan.

Mit großem Vorsprung: Republik Korea ist Spitzenreiter bei der Roboterdichte

Auffallend ist dabei der große Vorsprung des Spitzenreiters. Das hängt auch mit dem industriellen Fokus des Landes zusammen. Denn die koreanische Wirtschaft profitiert laut IFR von zwei großen Abnehmern für Industrieroboter: einer weltweit anerkannten Elektronikindustrie und einer bedeutenden Automobilindustrie. Mit 1220 Robotern pro 10.000 Beschäftigten hat das Land die mit Abstand höchste Roboterdichte im globalen Vergleich. Und die Tendenz ist seit Jahren steigend: Seit 2019 wächst die Zahl um durchschnittlich 7 % pro Jahr.

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Schon zum zweitstärksten Land Singapur ist der Abstand deutlich. Als kleines Land mit wenigen Beschäftigten kommt Singapur auf eine Roboterdichte von 818 und Platz zwei. Die Dichte wächst allerdings schneller als beim Erstplatzierten, nämlich um 13 % pro Jahr.

Ebenfalls mit deutlichem Abstand zu den beiden Ländern steht Deutschland mit einem Wert von 449 an Platz drei, knapp vor Japan mit 446. In beiden Ländern wuchs die Dichte seit 2019 jährlich um 5 %.

Trotz Aufholjagd: China hat noch einen erheblichen Rückstand

Mit einer Roboterdichte von 166 Einheiten pro 10.000 Erwerbstätigen liegt China in dieser Statistik deutlich hinter dem Spitzenreiter. Basierend auf den aktualisierten Arbeitsmarktdaten des Staatlichen Amts für Statistik der Volksrepublik China liegt China laut der aktuellen IFR-Zahlen sogar in Asien nur auf Platz 6. Weltweit reicht es gerade einmal für Platz 22, knapp hinter Ungarn (172), Spanien und Finnland (beide 183).

Die Säulengrafik zeigt einen deutlichen Vorsprung der Republik Korea und Singapurs beim Einsatz von Robotern pro 10.000 Beschäftigte auf die Verfolger.
Beim Einsatz von Robotern pro 10.000 Beschäftigte liegen die Republik Korea und Singapur deutlich vor den weiteren Verfolgern. Deutschland liegt auf Platz 3. China erreicht nur Rang 22. Foto: International Federation of Robotics

Allerdings stieg der Wert nach IFR-Angaben deutlich, um 17 % gegenüber dem Vorjahr. Das hat Gründe:

„Als großes Land mit einer beträchtlichen Anzahl an Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe benötigt China einen enormen operativen Bestand an Industrierobotern, um eine hohe Roboterdichte zu erreichen“, heißt es von der Robotikvereinigung.

Das gelte für die Produktionszentren ebenso wie für die ländlichen Regionen.

Als Spitzenreiter beim Roboter-Bestand macht China weiter Tempo

Die herausragende Stellung Chinas bei der Industrierobotik ist dagegen beim operativen Bestand deutlich. Er ist nach der IFR-Statistik der größte weltweit. Mit rund 2 Mio. Einheiten sind demnach in China aktuell etwa 4,5-mal so viele Industrieroboter im Einsatz als beim zweitplatzierten Japan.

Auch die jährlichen Installationszahlen sind ein deutliches Signal an die Wettbewerber. „54 % aller weltweit im Jahr 2024 installierten Roboter wurden in China eingesetzt (295.000 Stück)“, schreibt die IFR.

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

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