Damit der Roboter bald das Klo putzt: Neura kooperiert mit Drees & Sommer
Während die Infrastruktur in der Industrie strukturiert und damit Roboter-freundlich ist, ist das in anderen Gebäuden anders. Damit Roboter auch dort effizient eingesetzt werden können kooperieren Neura Robotics und Drees & Sommer.
Die Firmen Neura Robotics und Drees & Sommer gehen eine strategische Partnerschaft ein. Sie arbeiten an einem "Robotik-ready Gebäude". Der Startpunkt der Partnerschaft liegt bewusst in Sanitäreinrichtungen.
Foto: NEURA Robotics
Viele Prozesse in modernen Gebäuden sind inzwischen automatisiert. Anbieter sprechen von „intelligenten Gebäuden“. Trotzdem ist es immer noch schwierig in dem Umfeld Roboter effizient einzusetzen. Denn anders als in der Industrie, ist hier die Infrastruktur nicht so strukturiert, wie in einer Fabrik. Damit sich mobile Roboter auch in Gebäuden besser einfügen, ist es sinnvoll die Umgebung auch dort Roboter-gerecht zu gestalten. Mit einer strategischen Partnerschaft wollen der Roboterhersteller Neura Robotics aus Metzingen und das internationale Beratungsunternehmen für Bau und Infrastruktur Drees & Sommer das umsetzen.
Robotereinsatz im Gebäude erfordert ein neues Verständnis von Achitektur
Dahinter steckt auch ein neues Verständnis von Architektur und Technik. Denn Gebäude sollen adaptiv, Prozesse sicherer und effizienter automatisiert werden. Dabei wollen die Partner Robotik von Anfang an mitdenken. Dierk Mutschler, Vorstand bei Drees & Sommer, sagt dazu: „Wir verbinden zwei Welten, die physische und die digitale. Damit schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Roboter künftig besser mit ihrer Umgebung und mit Menschen interagieren können.“ Er fügt hinzu: „Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für den Einsatz in Pflegeeinrichtungen, Produktion, Bürogebäuden oder Flughäfen.“
David Reger, CEO von Neura Robotics, ergänzt: „Schon sehr bald werden Roboter nicht nur Werkzeuge sein, sondern selbstverständliche, intelligente Begleiter in unseren Gebäuden.“ Er konkretisiert: „Vernetzt, lernfähig und autonom werden sie reinigen, warten und instand halten genau dort, wo heute Fachkräfte fehlen. So entstehen Orte, die Menschen spürbar entlasten: Sie schenken Zeit, erhöhen Sicherheit und lassen uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt.“
Die Partner wollen dabei Gebäude nicht nur planen und betreiben, sondern als lernende, interaktive Systeme gestalten. Menschen und Robotern sollen in dieser Umgebungen künftig in Echtzeit zusammenarbeiten.
Fokus auf Sanitärräume: Roboter für Reinigung und Wartung
Die beiden Unternehmen haben sich bewusst dazu entschieden, damit zunächst in Sanitäreinrichtungen zu gehen. Dort treffen nach ihrer Beobachtung hohe Frequenz, Hygieneanforderungen und Personalmangel besonders hart aufeinander. Kognitiven Roboter sollen dort Verschmutzungen erkennen, auf situative Anforderungen reagieren, Verbrauchsmaterialien nachfüllen und technische Auffälligkeiten melden. Verlässlichere Abläufe sollen dabei für mehr Sauberkeit und mehr Sicherheit im Alltag sorgen.
Eine wesentliche Rolle soll dabei das Konzept des „Sensorized Environment“ spielen. Dabei werden Licht, Bewegung, Temperatur, Geräusche und weitere Signale in Echtzeit erfasst und analysiert. Anschließend sollen sie für die Interaktion zwischen Mensch, Raum und Robotik nutzbar gemacht werden. Die Partner sprechen von einem „digitalen Nervensystem“ des Gebäudes. Das soll die als Grundlage dafür bilden, dass Roboter nicht nur im Gebäude arbeiten, sondern mit dem Gebäude interagieren.
Fühlende Roboter und Gebäude für autonome Entscheidungen
In diesem Umfeld soll auch das Konzept der kognitiven Roboter zur Entfaltung kommen. „Unsere Roboter sehen, hören, fühlen und treffen Entscheidungen eigenständig, sie denken mit, statt nur zu arbeiten“, erklärt Reger.
Die Kompetenzen sind dabei klar verteilt: Drees & Sommer bringt die Expertise in Planung, Sensorik, digitalen Zwillingen sowie IT/OT-Netzwerken ein. Neura Robotics liefert kognitive Robotik, KI-Grundlagen und Schnittstellenkompetenz. Gemeinsames Ziel ist es, Gebäude zu einer lernenden Umgebung zu machen. „Wir reden hier nicht mehr nur über Gebäudetechnik, sondern über kognitive Infrastruktur“, sagt Veit Thurm, Partner bei Drees & Sommer und verantwortlich für die Kooperation. „Gebäude erfassen ihre Umgebung, interpretieren Situationen und interagieren mit Robotern, sicher, skalierbar und zunehmend autonom.“
Ein Beitrag von: