Holz trifft Hightech 19.11.2025, 11:30 Uhr

i8 in München: Was das prämierte Holzhybridbüro so besonders macht

Nachhaltiger Neubau i8: Holzhybridstruktur, recycelte Fassade und biophile Innenräume formen Münchens modernes Bürogebäude.

Außenansicht i8

Das Bürogebäude i8 im Münchner Werksviertel: Holz-Hybrid-Konstruktion und recycelte Aluminiumfassade als zentrales Gestaltungselement.

Foto: Yohan Zerdoun, R&S Immobilienmanagement GmbH

Wer heute durch das Münchner Werksviertel geht, trifft auf eine Mischung aus industrieller Erinnerung und moderner Stadtentwicklung. Genau in diesem Spannungsfeld steht das i8: ein neues Bürogebäude, das Holz als konstruktives Rückgrat nutzt und damit gleichzeitig Atmosphäre, Klimabilanz und architektonische Identität prägt. Das Gebäude wurde direkt nach Fertigstellung vollvermietet und bereits mehrfach ausgezeichnet – zuletzt mit dem German Design Award 2026 als „Winner“ sowie dem ZIA Office Award.

Sobald Sie das i8 betreten, verändert sich die Wahrnehmung. Es riecht nach Holz, die Raumakustik wirkt warm, Tageslicht fällt tief ins Foyer. Diese Eindrücke sind nicht Zufall, sondern Ergebnis eines Planungskonzepts, das die Holzhybridbauweise nicht versteckt, sondern sichtbar macht. „Das Gebäude funktioniert wie ein begehbares Möbel – jedes Detail ist sichtbar, spürbar und funktional durchdacht“, sagt Tom Stehmann, Projektleiter bei der R&S Immobilienmanagement GmbH.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
SCHEIDL-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau SCHEIDL
Moosburg/Landshut Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d) INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg Zum Job 
Montanhydraulik GmbH-Firmenlogo
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung Montanhydraulik GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Technische Universität Graz-Firmenlogo
Universitätsprofessur für Process Systems Engineering (m/w/d) Technische Universität Graz
Graz (Östereich) Zum Job 

Holz als struktureller Kern des Gebäudes

Das dänische Architekturbüro C.F. Møller entwarf das i8 als Hybridkonstruktion aus Holz und Beton. Drei Betonkerne übernehmen die Aussteifung, während rund 1700 m³ BauBuche die tragende Struktur bilden. Die Menge entspricht einer CO₂-Bindung von über 2300 t – ein direkter Klimanutzen, der nicht erst beim Betrieb, sondern bereits in der Bauphase wirkt.

Die Fassade besteht zu großen Teilen aus Recycling-Aluminium, das aus stillgelegten Bauteilen wiederverwendet wurde. Die Farbgebung – ein gedämpftes Grün – ist eine Referenz an das Werksviertel: Die Farbe DB601, ein traditioneller Eisenglimmer-Farbton der Deutschen Bahn, verweist auf den Ostbahnhof und dessen eisenbahnhistorische Infrastruktur.

Die Hybridbauweise reduziert laut Bauherrschaft die CO₂-Emissionen gegenüber massiven Bauformen um rund 50 %. Das Projekt trägt zusätzlich die LEED-Platin-Zertifizierung, die höchste Stufe des US-amerikanischen Nachhaltigkeitslabels.

Blick ins Atrium des i8

Blick ins Atrium des i8: Offene Sitzstufen, warme Materialien und ein klarer Sichtbezug zwischen den Geschossen.

Foto: Yohan Zerdoun, R&S Immobilienmanagement GmbH

Raumkonzept zwischen Holz, Licht und Hoteldesign

Im Inneren bleibt Holz die prägende Linie. Tragende Stützen, Decken, sichtbare Schichten der Furnierschichtholz-Konstruktion – alles bleibt offen und bildet eine warme und zugleich klare Raumstruktur. Für den Innenausbau des Mieters Synopsys entwickelte das Planungsbüro Gensler ein biophiles Konzept, das diese Idee weiterführt: zoniertes Licht, Naturmaterialien und modulare Möbel, die an hochwertige Hotels erinnern.

Laut Philip Tidd, Regional Client Relationship Leader Europe bei Gensler, zeigt sich die Wirkung unmittelbar: „Mieter wie Synopsys berichten von einer 50%igen Steigerung der Büroanwesenheit nach dem Umzug ins i8 im Frühjahr 2025.“

Flexible Bürotypologien und ein Atrium als sozialer Treffpunkt

Das Gebäude bietet 21000 Quadratmeter Mietfläche, verteilt auf sechs Geschosse. Die Einheiten lassen sich ab etwa 600 Quadratmetern teilen. Das schafft Flexibilität für Start-ups, Techunternehmen oder Finanzdienstleistende, die ihre Flächen modular anpassen wollen.

Zentrum des Gebäudes ist ein hohes Atrium, das sich über alle Geschosse zieht. Geschliffene Betonböden, Holzoberflächen und viel Tageslicht verbinden die Etagen miteinander. Die Sitztreppen und offenen Kommunikationszonen fördern spontane Begegnungen. Der Raum wird auch als Eventfläche genutzt – laut Betreiber für Veranstaltungen mit bis zu 600 Personen.

Ein Sheddach mit Photovoltaik und elektrochromer Verglasung steuert Licht und Energieeintrag. Ergänzt wird das Angebot durch Fahrradstellplätze mit Ladepunkten und Tiefgaragenplätze mit E-Mobility-Infrastruktur.

Synopsys-Büro im i8

Synopsys-Büro im i8: Offene Strukturen und natürliche Materialien unterstützen konzentriertes Arbeiten.

Foto: Gensler

Gesundheitseffekte durch Holz

Holz beeinflusst nicht nur Raumatmosphäre, sondern auch physiologische Parameter. Studien zeigen, dass Holzoberflächen Stress senken, die Herzrate stabilisieren und Cortisol reduzieren können. Viren überleben auf Holz zudem deutlich kürzer als auf Metall oder Kunststoff. Für Bürogebäude, in denen viele Menschen aufeinandertreffen, ist das ein relevanter Aspekt.

Das i8 kombiniert diese Wirkungen mit einer guten Raumakustik, hoher Luftqualität und einem sichtbaren Materialkonzept, das bewusst auf Natürlichkeit setzt.

Blick auf das Werksviertel

Das Werksviertel gilt als eines der großen städtebaulichen Transformationsprojekte Münchens. Wo früher Industriebetriebe, Containerlager und der Kunstpark Ost lagen, entsteht ein Quartier für Arbeit, Wohnen, Gastronomie und Freizeit. Der iCampus, zu dem das i8 gehört, umfasst rund 120.000 Quadratmeter Geschossfläche. Acht Gebäude sind bereits vollvermietet, darunter die historische i1-Rhenania-Villa und das House of Communication.

Das i8 markiert architektonisch einen Eingangsbereich des Areals. Der östliche Gebäudeflügel öffnet sich zu einem Park mit Altbaumbestand. Zusammen mit Restaurants, Hotels, Fitnessangeboten und Bouldermöglichkeiten entsteht ein urbanes Ensemble, das Arbeit und Alltag verzahnt.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.