Anzeige

Skreemr-Flugzeug: In 30 Minuten von Europa nach New York

25. November 2015

In einer halben Stunde von Paris nach New York fliegen? Wenn die Pläne der Flugzeugdesigner Charles Bombardier und Ray Mattison Wirklichkeit werden, wäre die halbe Stunde keine Utopie mehr. Sie haben ein Passagierflugzeug mit Scramjet-Antrieb vorgestellt, das 75 Passagiere mit über 10.000 km/h durch die Welt fliegen soll.
Anzeige
Anzeige


Bombardiers neuestes Projekt heißt Skreemr und soll zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen. Die legendäre Concorde wäre eine lahme Ente gegen die Skreemr. So schnell wie angekündigt wäre das Flugzeug nur durch den Einsatz von zwei Scramjet-Triebwerken. Diese Triebwerke haben kaum etwas mit den konventionellen Jet-Triebwerken von Flugzeugen zu tun, Raketenantriebe sind sie aber auch nicht.

Hinter der Bezeichnung Scramjet verbirgt sich ein Motor, der im Gegensatz zum Jet-Triebwerk keine beweglichen Teile hat. Die Triebwerke arbeiten im Bereich zwischen 5 und 15 Mach. Die Umgebungsluft wird im Triebwerk stark verdichtet und hoher Austrittsgeschwindigkeit ausgestoßen. Die Nasa und das US-Militär, aber auch die russischen Militärs, experimentieren schon lange mit Scramjet-Triebwerken. In den 1990-er Jahren gelangen den Russen sechs Flüge, bei denen die maximale Geschwindigkeit von 6,4 Mach erreicht wurde.

Anzeige
Anzeige

Rekordflug 2004 mit 9,8 Mach

2004 unternahm die Nasa mehrere Testflüge mit dem unbemannten Überschallflugzeug X-43A, das von einer B-42 auf 12 km Höhe geflogen und erst in dieser Höhe abkoppelt wurde. Das Flugzeuge erreichte in einer Höhe von 33 km eine Geschwindigkeit von 9,8 Mach, rund 11.000 km/h. Das ist bis heute die höchste, mit einem Flugzeug erreichte Geschwindigkeit.

Dem amerikanischen Militär gelang 2013 ein weiterer Flug mit dem unbemanntes Flugzeug X-51A mit Scramjet-Antrieb. Das Fluggerät  erreichte die fünffache Schallgeschwindigkeit, also rund 5500 Kilometer pro Stunde.

Bombardier nimmt sich ein Vorbild an der Nasa: Auch sein Flugzeug soll zehnfache Überschallgeschwindigkeit erreichen. Allerdings ist das viel schwerer, sollen doch 75 Passagiere in dem Flugzeug sitzen.

Anzeige
Anzeige

Hohe Belastungen für die Passagiere durch Beschleunigung 

Selbst Charles Bombardier rechnet damit, dass es noch Jahrzehnte dauern könnte, um solch ein Flugzeug zu entwickeln. Dabei geht es nicht so sehr um die Scramjet-Motoren, sondern um das Flugzeug selbst. Zu den technischen Herausforderungen gehören der Start und die anschließende starke Beschleunigung, ehe die Scramjet-Motoren den Antrieb übernehmen können.

Charles Bombardier favorisiert bei seinem Entwurf einen elektromagnetischen Schnellstart, bei dem das Flugzeug am Boden auf zwei Schienen durch starke Magnetfelder extrem beschleunigt wird. Diese Technik ist im Prinzip bekannt und in Grenzen auch schon verfügbar. Modernste Schiffsartillerie bedient sich dieser Technik, statt die Geschosse mit Sprengladungen zu beschleunigen. Zu den Problemen dieser Technik für das Skreemr-Flugzeug gehört allerdings, dass die Beschleunigung derartig rasant ist, dass die damit verbundenen körperlichen Belastungen viele potenzielle Passagiere vom Flug ausschließen.

Anzeige
Anzeige

Im Anschluss an den Schnellstart sollen herkömmliche Raketenmotoren mit einer kleinen Menge mitgeführten flüssigen Sauerstoffs den Skreemr auf die vierfache Schallgeschwindigkeit beschleunigen. Danach setzen die Scramjet-Motoren ein und sollen das Flugzeug auf Mach 10 beschleunigen. Das sind etwa 11.000 km/h.

Dass solch eine Antriebstechnik Einzug in die Verkehrsluftfahrt halten wird, ist durchaus wahrscheinlich. In Großbritannien gibt es ein Unternehmen namens Reaction Engines, das gleichnamige Motoren entwickelt, die eine Kreuzung von Jet-Triebwerk und Raketenmotor darstellen. An diesem Unternehmen hat sich kürzlich BAE Systems mit 20 % beteiligt. Für die Entwicklung ist zugleich ein Kooperationsvertrag mit mehreren amerikanischen Forschungseinrichtungen abgeschlossen worden.

Hohe Anforderungen an das Material

Ein weiteres Problem, das noch zu lösen ist, sind die hohen Temperaturen, die das Flugzeug bei hohen Geschwindigkeiten unbeschadet überstehen muss. Schon bei einer Reisegeschwindigkeit des Flugzeugs von nur fünffacher Schallgeschwindigkeit ist die Außenhaut an zahlreichen Stellen einer andauernden Temperaturbelastung von fast 1000 °C ausgesetzt. Bisher gibt es nur wenige Materialien, die dieser Belastung auf Dauer standhalten. Sie sind zugleich aber extrem teuer – vor allem in Anbetracht der Mengen, die für den Bau von Verkehrsflugzeugen benötigt würden.

Bombardier stammt aus Familie des gleichnamigen Flugzeugbauers

Dem Skreemr-Projekt verleiht einige Glaubwürdigkeit, das Charles Bombardier zu jener Familie gehört, die hinter dem großen kanadischen Flugzeugbauer gleichen Namens steht. Die Verwirklichung des Skreemr-Projekts geht allerdings weit über die finanziellen Möglichkeiten hinaus, die der Bombardier-Konzern hat.

Allerdings ist Bombardier nicht der einzige, der an einem Überschall-Passagierflugzeug arbeitet. Die Airbus Group und die amerikanische Firma Aerion wollen bereits 2019 das Überschall-Flugzeug Aerion AS2 vorstellen, das mit maximal 1,6 Mach die Strecke von Chicago nach Frankfurt in etwas über fünf Stunden zurücklegen soll. Allerdings haben in dem Flugzeug nur zwölf Passagiere Platz.

 



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige