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Pleiten, Rückzüge, China: Wie Wasserstoff-Zulieferer durch die Flaute kommen

26. Oktober 2026

Messestand von Bosch auf der Hydrogen Technology Expo 2026 in Hamburg mit großem H2-Schriftzug, Luftballons in Grün und Weiß und mehreren Besuchern vor Bildschirmen.
Großer Auftritt trotz Flaute: Bosch zeigt auf der Hydrogen Technology Expo in Hamburg seine Stacks für die PEM-Elektrolyse. Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius
Auf der Hydrogen Technology Expo in Hamburg zeigte sich eine gespaltene Branche: Während einige Wasserstoff-Zulieferer über fehlende oder versandende Projekte klagen, beobachten andere einen wachsenden Markt. Wer heute schon Geld mit Wasserstoff verdient – und was es braucht, um die Flaute zu überleben.
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An seinem Messestand zeigt Tobias Mangold beschichtete Elektroden für Elektrolyseure. Er arbeitet bei Oberland Mangold; das Unternehmen ist eigentlich ein Automobilzulieferer. Seit den 1980ern fertigen die Bayern vor allem Metallträger für Abgaskatalysatoren. Vor einigen Jahren kamen Elektroden für Elektrolyseure hinzu; mit Nickel- statt Edelmetallbeschichtung, um besonders günstig und robust zu sein.

Das könnte einmal ein großes Geschäft werden, ein zweites Standbein neben dem Automotive-Sektor, falls es den Verbrennungsmotor eines Tages nicht mehr gibt, dachte man bei Oberland Mangold um 2022. Doch der Markt lässt auf sich warten. „Der Hochlauf ist nicht so gekommen, wie man vor vier Jahren gedacht hat“, sagt Mangold. „Wir haben aber das Glück, ein solides, bestehendes Geschäft im Bereich Katalysatoren zu haben.“

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Damit beschreibt der Produktmanager die Lage vieler Aussteller auf der Hydrogen Technology Expo (HTE), die vom 20. bis 22. Oktober in den Hamburger Messehallen stattfand. So gut wie alle warten seit Jahren auf angekündigte Großprojekte. Einigen macht das weniger aus, da sie ein auskömmliches Bestandsgeschäft haben. Anderen wird das Geld knapp. Und wieder andere verdienen jetzt schon Geld mit der Wasserstofftechnik.

Inhaltsverzeichnis

Der Markt in Zahlen

In Deutschland waren Anfang 2026 Elektrolyseure mit zusammen 181 MW in Betrieb, das Ziel der Bundesregierung für 2030 lautete im Jahr 2023 noch 10 GW.

  • Projekte mit 1,3 GW hatten Anfang des Jahres eine Investitionsentscheidung oder waren im Bau.
  • Für 8,7 GW gab es mehr oder weniger unverbindliche Ankündigungen.
  • Fast 3 GW hat das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln (EWI) aus seiner Projektdatenbank gestrichen, weil sie abgesagt wurden oder seit Langem nichts mehr von ihnen zu hören war.

Weltweit hat sich die installierte Leistung im Jahr 2025 auf gut 4 GW verdoppelt, knapp drei Viertel des Zubaus entfielen auf China. Das schreibt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Global Hydrogen Review 2026. In diesem Jahr holt Europa langsam auf:

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  • Knapp 2 GW sind im Bau.
  • Die EU könnte bis Jahresende 2,4 GW erreichen.
  • Das wären 6 % der 40 GW, die sich die EU 2020 für das Zieljahr 2030 vorgenommen hat.

An Elektrolyseuren scheitert es nicht, denn die entsprechenden Fabriken stehen bereit. Die Hersteller könnten weltweit pro Jahr Anlagen mit 58 GW fertigen. Ausgeliefert haben sie 2025 aber weniger als 5 GW, und das inklusive Chlor-Alkali-Elektrolyse, bei der Wasserstoff nur als Nebenprodukt anfällt.

Blick von oben in eine Messehalle der Hydrogen Technology Expo 2026 in Hamburg mit zahlreichen Ständen, Länderpavillons der Niederlande, Dänemarks und Japans sowie Besuchern in den Gängen.
Halle B6 der Hydrogen Technology Expo in Hamburg: Rund 1000 Aussteller aus 36 Ländern waren Ende Oktober in Hamburg, von Länderpavillons bis zu Beschichtungsspezialisten. Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Volle Hallen, erste Pleiten

Auf der Messe ist von dieser Flaute auf den ersten Blick wenig zu sehen. Nach Angaben des britischen Veranstalters Trans-Global Events stellten mehr als 1000 Unternehmen aus 36 Ländern aus, rund 20.000 Besucher wurden im Vorfeld erwartet. Das Produktspektrum reicht von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen über Speicher, Tankstellen, Ventile, Verdichter und Messtechnik bis hin zu Elektroden und Beschichtungen. Die ganze Wertschöpfungskette ist vertreten.

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Auf den zweiten Blick sieht es anders aus. Viele Hersteller melden wachsende Verluste; einige kaufen die Anlagen insolventer Wettbewerber auf.

  • Der französische Pionier McPhy ging im Mai 2025 in die Liquidation. John Cockerill übernahm das Werk in Belfort mit 51 der 265 Stellen.
  • Die dänische Green Hydrogen Systems, 2021 noch mit rund 3 Mrd. DKK bewertet, meldete im Juni 2025 Konkurs an. Thyssenkrupp Nucera aus Dortmund übernahm die Technologie für einen hohen einstelligen Millionenbetrag.
  • Der US-Konzern Cummins hat im Februar 2026 nach Abschreibungen von 458 Mio. $ angekündigt, keine neuen Elektrolyseure mehr zu verkaufen.
  • Die deutsche Enapter hat sich von ihrem Werk in Nordrhein-Westfalen getrennt und lässt ihre Stacks inzwischen in Shenzhen fertigen.

Für die Zulieferer sind die Elektrolyseure ungefähr das, was die Autos für die Automobilbranche sind: Ein OEM braucht viele Partnerunternehmen, die ihm Komponenten und Dienstleistungen liefern. Fällt der OEM aus, fehlen auch ihnen die Aufträge.

Die IEA teilt die Hersteller in zwei Gruppen:

  • Konzerne, für die Wasserstoff eines von mehreren Geschäftsfeldern ist, halten knapp zwei Drittel der Fertigungskapazität.
  • Das übrige Drittel lebt allein vom Wasserstoff. Und diese Unternehmen trifft die Flaute am härtesten.

Die in Hamburg versammelten Unternehmen könnte man genauso einteilen. Oberland Mangold gehört zu der Gruppe mit einem zweiten Standbein.

Zwei runde, dunkel beschichtete Elektroden mit gelochter Struktur und ein rechteckiges Stück Streckmetall auf einem Metallhalter in einer Glasvitrine am Messestand.
Elektroden von Oberland Mangold für die alkalische Elektrolyse: Die dunkle Schicht ist Raney-Nickel, das Trägermaterial darunter liefern andere Firmen. Foto: Magnus Schwarz

Vom Auspuff zur Elektrode

Dass die Bayern überhaupt mit Elektroden in Hamburg stehen, ist das Ergebnis mehrerer Jahre Entwicklungsarbeit, in denen Oberland Mangold seine Erfahrung in der Metallverarbeitung auf Elektroden und Beschichtungen für die Elektrolyse übertragen hat. Zunächst beschäftigte sich das Unternehmen mit der PEM-Elektrolyse, nach rund einem Jahr wechselte es zur alkalischen. Rückblickend die richtige Entscheidung, sagt Mangold.

Die Kunden wären die großen Elektrolyseurhersteller wie Nel, Thyssenkrupp Nucera oder Sunfire. Doch denen fehlen die Aufträge. „Der Markthochlauf von Wasserstofftechnologien hat sich verzögert, dadurch haben einige Anbieter den Bereich Wasserstoff verlassen“, sagt Mangold. Neben Elektroden bietet der Hersteller seinen Wasserstoff-Kunden auch Flammensperren an, die den Rückschlag einer Flamme in eine Leitung verhindern. Zudem entwickelt er elektrische Heizelemente für die Dampfreformierung und das Ammoniak-Cracken.

Das Gros des Geschäfts trägt aber nach wie vor der Verkauf von Katalysatorträgern an Kunden aus Auto-, Motorrad-, Blockheizkraftwerks- und Schiffbau. Oberland Mangold kann auf den Hochlauf warten.

Elmedin Saliu von Archigas steht am Messestand in Hamburg und hält einen kleinen metallischen Gassensor in der Hand
Elmedin Saliu, Key Account Manager bei Archigas, mit einem Wasserstoffsensor. Das Gerät misst direkt in der Leitung und meldet in unter einer Sekunde, wenn sich Wasserstoff anreichert. Foto: Magnus Schwarz

Verdienen, bevor der Markt da ist

Archigas wartet nicht. Das Start-up aus Rüsselsheim hat kein Bestandsgeschäft, es verdient schon jetzt mit Wasserstoff. Die 2020 gegründete Firma baut Sensoren, die den Anteil von Wasserstoff in einem Gasgemisch direkt in der Leitung messen. Dabei nutzen sie aus, dass Wasserstoff Wärme deutlich besser leitet als andere Gase.

Die wichtigste Anwendung der kleinen Detektoren sind Elektrolyseure: Auf der Wasserstoffseite prüfen sie die Reinheit, auf der Sauerstoffseite den Anteil an Wasserstoff, der dort nicht hingehört. Ab 4 % wird das Gemisch explosionsfähig. „Wenn sich auf der Sauerstoffseite Wasserstoff anreichert, melden dies andere Systeme erst nach Minuten – so lange strömt womöglich explosionsfähiges Gas durch die Anlage“, erklärt Elmedin Saliu, Key Account Manager bei Archigas. „Unsere Sensoren geben die Rückmeldung in unter einer Sekunde.“

Die Sensoren werden nicht erst in fertigen Anlagen gebraucht. Bevor ein Elektrolyseur gebaut werde, liefen Prüfstände, werde geforscht und getestet, sagt Saliu. „Wir verdienen an der gesamten Wertschöpfungskette mit.“ Und die endet für die Hessen nicht mehr beim Wasserstoff. „Wasserstoff ist stark von der Politik abhängig. Bevor wir uns also allein auf dieses eine Standbein verlassen, haben wir geprüft, was unsere Messtechnologie noch kann“, berichtet Saliu. Inzwischen messen die Sensoren auch den Methangehalt in Biogasanlagen und überwachen Helium bei Dichtheitsprüfungen; der Einsatz in Gasturbinen, bei Ammoniak und Chlor soll folgen. Auch in Richtung Raumfahrt gibt es Gehversuche.

Im April 2024 hatte das Start-up zur Eröffnung der Hannover Messe den Hermes Startup Award erhalten, überreicht von der damaligen Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Seitdem habe sich das Unternehmen gut entwickelt, sagt Saliu. „Und das trotz des angekündigten und doch ausgebliebenen H2-Booms, den wir – wie alle Akteure in der Wasserstoffwelt – gerne gesehen hätten.“

Rainer Moritz von JUMO steht im dunklen Anzug neben einem Messeexponat mit transparentem Wassertank, Sensoren, Rohrleitungen und einem Schaltschrank
Rainer Moritz, Branchenmanager Erneuerbare Energien bei Jumo, am Messestand in Hamburg: Der Fuldaer Hersteller liefert Sensoren und Automatisierungstechnik für die Peripherie von Elektrolyseuren. Foto: Magnus Schwarz

Klein, aber strategisch

Für die Mittelständler in Hamburg macht Wasserstoff meist nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. Jumo, der Hersteller von Mess- und Regeltechnik aus Fulda, liefert für Elektrolyseure vor allem das, was um den Stack herum gebraucht wird: Sensoren für Druck und Temperatur in der Gasstrecke und Technik für die Wasseraufbereitung. „Es läuft stabil, aber das sind noch Musterstückzahlen und Forschungsprojekte. Der Serienmarkt kommt erst langsam in Fahrt“, berichtet Rainer Moritz, Branchenmanager Erneuerbare Energien. Die Aufträge kommen vor allem aus Europa und werden von staatlichen Subventionen für den Hochlauf finanziert.

Jumo wächst insgesamt kräftig, Auftragseingang und Umsatz liegen nach eigenen Angaben klar über dem Vorjahr. „Ein, zwei Jahre sind nicht repräsentativ“, sagt Moritz mit Blick auf die Flaute im Wasserstoffgeschäft. „Die Energiewirtschaft denkt langfristig.“

Das bestätigt ein Armaturenhersteller, der ebenfalls in Hamburg ausstellt. Wasserstoff sei ein sehr kleiner, aber messbar wachsender Teil des Geschäfts. Die Ventile des Mittelständlers sichern weniger Elektrolyseure ab als Speicher und Transportleitungen. Die Entwicklung eines Ventils für einen namhaften Großkunden habe viel Geld gekostet, sagt ein Manager, verdient habe man daran keinen Cent. Das sei ein Stück weit Prestige, vor allem aber Strategie: Wer nicht von Anfang an dabei sei, könne später nicht mehr aufspringen.

Was passieren muss, damit aus Musterstückzahlen Serien werden, beschreiben beide etwas unterschiedlich. „Erzeugung und Kernnetz-Ausbau sind die beiden Punkte, die jetzt vorangetrieben werden. Wenn Stahl- und Chemieindustrie angeschlossen sind und Lieferverträge abschließen, lohnt sich auch der Ausbau der Erzeugung“, sagt Moritz. Der Armaturenhersteller sieht es noch pragmatischer: Es brauche einen wettbewerbsfähigen Wasserstoffpreis, dann kämen die Projekte von allein.

Das Trauma der Erneuerbaren

Beide können sich die Geduld leisten, weil das übrige Geschäft läuft. Wer allerdings nur vom Wasserstoff lebt, dürfte weniger entspannt sein. Ein aktuelles Beispiel liefert der norwegische Elektrolyseurhersteller Nel: Im dritten Quartal 2026 setzte der noch 112 Mio. NOK um, 63 % weniger als ein Jahr zuvor. Im Geschäft mit alkalischen Elektrolyseuren brach der Umsatz um 91 % ein. Der Auftragseingang stieg zwar wieder, aber von einem sehr niedrigen Niveau aus. Weiter unten in der Lieferkette klingt es ähnlich. „Von den Elektrodenherstellern werden nicht viele überleben“, sagt ein Branchenkenner.

Die Konkurrenz kommt aus China. Ein dort gebauter und installierter Elektrolyseur kostete 2025 laut IEA zwischen 500 $ und 1100 $ je kW, einer aus westlicher Fertigung außerhalb Chinas zwischen 1900 $ und 2500 $. Ein Grund dafür ist Preisdumping: Wegen der Überkapazitäten bieten chinesische Hersteller unter ihren Herstellkosten an, um Marktanteile zu gewinnen. Noch gehen weniger als 7 % ihrer Aufträge ins Ausland, aber die ersten Anlagen stehen in Europa. Und Anbieter wie Peric und GuofuHee lassen inzwischen über Partner und ein Joint Venture in Europa fertigen.

„Windkraft: in Europa zur Marktreife entwickelt, nach Asien verloren. Solar: in Europa zur Marktreife entwickelt, nach Asien verloren. Die Frage ist, ob das beim Wasserstoff wieder passiert“, so Rainer Moritz von Jumo. Er nennt es das „Trauma der erneuerbaren Energien.“ Für sein Unternehmen ist der chinesische Markt schon jetzt kaum noch erreichbar. „Der lokale Markt ist über Preis und Local Content faktisch zu. Wenn die europäische Politik hier keine vergleichbaren Kriterien einführt, gehen die Aufträge, an denen wir heute im europäischen Hochlauf partizipieren, am Ende über den Wettbewerb nach China.“

Messewand des Edelmetallkonzerns Tanaka mit Kacheln im Stil des Periodensystems für Ruthenium, Rhodium, Palladium, Silber, Osmium, Iridium, Platin und Gold, jeweils mit einem Foto des Metalls.
Am Stand von Tanaka: Die Kacheln zeigen die Edelmetalle, auf die der japanische Konzern spezialisiert ist. Iridium (Ir) wird weltweit nur in einstelligen Tonnenmengen pro Jahr gefördert. Foto: Magnus Schwarz

Das Geschäft mit dem seltensten Metall

Torsten Bünnagel handelt mit Iridium. Weltweit werden davon im Jahr nur 7 t bis 9 t gefördert, und zwar nicht gezielt, sondern als Nebenprodukt des Platinabbaus. Ein PEM-Elektrolyseur braucht pro GW rund 400 kg davon, dazu 100 kg Platin. Bünnagel ist European Fuel Cell Manager des japanischen Edelmetallkonzerns Tanaka und verkauft die Katalysatoren, in denen dieses Iridium steckt. „Ohne Recycling geht es nicht“, sagt er.

Sparen lässt sich das Metall nur begrenzt. Die Katalysatorschicht auf der Membran muss nämlich geschlossen bleiben, sonst drohen Kurzschluss und Gasdurchtritt. Tanaka setzt deshalb auf größere Partikel, Trägermaterialien und Legierungen, die dieselbe Fläche mit weniger Iridium bedecken. Im Labor schafft man derzeit nach eigenen Angaben schon Beschichtungen, die bis zu 90 % weniger Edelmetall benötigen. Was nach einigen Betriebsjahren noch im Elektrolyseur übrig ist, holt der Konzern zurück und schreibt es dem Kunden auf einem Grammkonto gut. Der kann es verkaufen, verleihen oder in neue Katalysatoren stecken.

Wasserstoff macht bei Tanaka rund 3 % des Umsatzes aus. Bei knapp 6 Mrd. € sei das kein kleines Geschäft, sagt Bünnagel. Die Kapazität sei deutlich größer. „Wir glauben, dass wir die Talsohle durchschritten haben. Die Kunden bestellen wieder, und zwar regelmäßig, nicht nur in einzelnen Chargen.“ Auch Tanaka kann warten, sogar länger als die meisten in Hamburg. Seit 1985 beschäftigt sich der Konzern mit Wasserstoff. Der Mann, der damals an den ersten Brennstoffzellenkatalysatoren arbeitete, ist heute Chief Operating Officer. „Bis heute ist er fest davon überzeugt, dass sich Wasserstoff durchsetzen wird.“

Alles in der Schwebe

Vor einem Jahr hatte Bernd Pitschak, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Wasserstoff-Verbandes (DWV) auf der HTE verkündet: „Die nächsten 12 Monate werden darüber entscheiden, ob Deutschland eine führende Wirtschaftsnation beim Wasserstoff bleibt oder den Anschluss verliert“. Ob er damit Recht hatte, lässt sich ein Jahr später schwer beurteilen. Vieles spricht dafür, dass sich wenig verändert hat.

„Die Preise sind nicht so stark gesunken, wie wir erwartet haben“, konzedierte denn auch Hanna Schumacher vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Blick auf grünen Wasserstoff. Am Tag vor der Messe hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Zehn-Punkte-Plan für den Wasserstoffhochlauf vorgelegt; das Ziel von 10 GW Elektrolyseleistung bis 2030 kommt darin nicht mehr vor. Vorgesehen ist immerhin eine neue Förderrunde für Wasserstoffprojekte. Hier könnte es in drei Jahren erste Investitionsentscheidungen geben, vermutete Schumacher in Hamburg. Aber noch kein fertiges Projekt.

Für Oberland Mangold heißt das: weiter Elektroden entwickeln und Katalysatorträger für Verbrenner ausliefern. „Wir wollen langfristig neben dem Abgasmarkt neue Märkte erschließen“, sagt Tobias Mangold. „Der Hochlauf des Wasserstoffmarkts erfordert einen längeren Atem.“



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