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Kupfergeschosse statt Sprengstoff-Projektile

24. September 2013

Bei der Entwicklung von Schiffsgeschützen ist ein neues Zeitalter angebrochen. Moderne Schiffsgeschütze werden elektromagnetisch angetrieben und verfeuern keine Sprengladungen mehr sondern Vollkupfer-Geschosse. 
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Seit mehreren Jahren wird an der Entwicklung schwerer Schiffsgeschütze mit elektromagnetischem Antrieb gearbeitet. Das Office of Naval Research der U.S. Navy hat jetzt bei dem britischen Wehrtechnikunternehmen BAE Systems ein solches Geschütz zu dem Preis von 34,5 Millionen US-Dollar bestellt. Derzeit ist davon auszugehen, dass sowohl amerikanische wie britische Kriegsschiffe in wenigen Jahren mit diesen Geschützen ausgestattet werden.

Die besondere Eignung von Schiffen als Trägern derartiger Geschütze erklärt sich aus der hohen Stromerzeugungskapazität der Gasturbinen auf diesen Kriegsschiffen.  Zugleich haben die neuen Geschütze den großen Vorteil, dass künftig auf Kriegsschiffen nur noch in ganz geringem Umfang Sprengladungen vorhanden sein werden, wie sie zum Verfeuern durch Geschütze bisher benötigt werden. Damit reduziert sich das Explosionsrisiko auf Kriegsschiffen bei bewaffneten Konflikten immens.

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Extreme Reichweite der elektromagnetischen Schiffsgeschütze

Beim Abschuss wird in einem elektromagnetischen Schiffsgeschütz das kupferne Projektil durch ein schnell rotierendes starkes Magnetfeld extrem beschleunigt. Das Projektil verlässt das Geschütz mit einer Geschwindigkeit von 9000 Kilometern in der Stunde. Die Reichweite beträgt derzeit maximal 370 Kilometer oder ganz grob das Zehnfache konventioneller Schiffsgeschütze.  Der Verzicht auf jegliche Sprengladung des Projektils wird dadurch möglich, dass das Vollkupfergeschoss beim Aufschlag auf das Ziel immer noch eine Geschwindigkeit von etwa 8000 Kilometern in der Stunde aufweist und damit auch sehr starke Panzerungen glatt durchschlägt. Mit Sprengladungen kann bisher keine höhere Durchschlagskraft erzielt werden.

Der Verzicht auf herkömmliche Sprengladungen hat aber noch einen ganz anderen Grund: Ein elektromagnetisches Schiffsgeschütz erhitzt sich im Dauerbetrieb derart, dass eine Sprengladung schon vor dem Verlassen des Geschützrohres explodieren könnte. Das ist bei einem Vollkupfergeschoss zwangsläufig nicht möglich.

Extrem hohe Feuergeschwindigkeit angestrebt

Sowohl die amerikanische wie die britische Marine zielen auf eine extrem hohe Feuergeschwindigkeit der künftigen elektromagnetischen Schiffsgeschütze ab. Offiziell werden dazu keine Zahlen genannt. Aus den an der Entwicklung beteiligten Unternehmen ist zu hören, dass das Ziel wohl bei etwa zehn Abschüssen in der Minute liegen dürfte.

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Bisher gibt es zwei Anbieter derartiger Schiffsgeschütze

Einstweilen gibt es für elektromagnetische Schiffsgeschütze zwei Anbieter, General Atomics in den Vereinigten Staaten und BAE Systems in Großbritannien. Angesichts des extrem hohen Strombedarfs dieser Geschütze ist damit zu rechnen, dass kaum ältere Schiffe umgerüstet werden dürften. Vielmehr werden die elektromagnetischen Geschütze wohl vor allem auf Neubauten von Kriegsschiffen installiert werden. In Großbritannien werden in Kürze Aufträge für den Bau von insgesamt 13 neuen Kriegsschiffen des Typs 26 vergeben. Sie werden aller Voraussicht nach mit elektromagnetischen Schiffsgeschützen ausgerüstet werden.

 



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