Anzeige

KI-Offensive bei Siemens: Neun Copiloten für die Industrie

07. Januar 2026

Siemens-Chef Roland Busch
Siemens-Chef Roland Busch erläutert auf der CES 2026, wie industrielle KI zum neuen Standard für Fabriken und Infrastrukturen wird. Foto: Siemens AG
Siemens beschleunigt die industrielle KI-Revolution: Neue Copiloten und das Metaverse optimieren die Fertigung. Alle Details von der CES 2026.
Anzeige
Anzeige


Siemens forciert die Integration von künstlicher Intelligenz in die industrielle Wertschöpfungskette. Durch eine vertiefte Partnerschaft mit NVIDIA soll KI zum Betriebssystem der Industrie werden. Mit dem neuen „Digital Twin Composer“ und neun spezialisierten Copiloten zielt das Unternehmen darauf ab, Design, Produktion und Betrieb effizienter zu gestalten. Praxisbeispiele von PepsiCo bis hin zur Arzneimittelforschung zeigen bereits heute messbare Erfolge durch den Einsatz dieser Technologien.

Inhaltsverzeichnis

Der digitale Schatten lernt laufen

Auf der CES 2026 in Las Vegas hat Siemens eine deutliche Botschaft formuliert: Künstliche Intelligenz (KI) verlässt das Stadium der reinen Spielerei. Sie wird zum zentralen Werkzeug für die Industrie. Das Unternehmen aus München plant nicht weniger als eine Neuinterpretation der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei geht es um weit mehr als nur um Software. Es geht um die Verbindung der physischen Welt mit der digitalen Intelligenz.

Anzeige
Anzeige

Siemens-Chef Roland Busch verglich diesen Wandel in seiner Keynote mit einem historischen Meilenstein. Er sagte: „So wie einst die Elektrizität die Welt revolutionierte, erlebt die Industrie heute einen tiefgreifenden Wandel, bei dem künstliche Intelligenz Fabriken, Gebäude, Netze und Transportmittel antreibt. Industrielle KI ist nicht länger nur eine Funktionalität, sondern eine Kraft, die das nächste Jahrhundert neugestalten wird.“

Siemens möchte Lösungen anbieten, die Probleme erkennen, bevor diese überhaupt entstehen. Ziel ist es, die Entwicklung zu beschleunigen und die Betriebskosten für Unternehmen deutlich zu senken.

Eine Allianz für das industrielle Betriebssystem

Ein Kernpunkt dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit NVIDIA. Beide Unternehmen weiten ihre bestehende Partnerschaft massiv aus. Sie arbeiten an einem gemeinsamen Ziel: einem KI-basierten Betriebssystem für die Industrie. Diese Plattform soll den gesamten Lebenszyklus eines Produkts begleiten – vom ersten Entwurf bis zum laufenden Betrieb in der Fabrik.

Anzeige
Anzeige

Die Rollenverteilung in dieser Partnerschaft ist klar definiert. NVIDIA liefert die technische Infrastruktur. Dazu gehören spezialisierte Simulationsbibliotheken und KI-Modelle. Siemens bringt seine Erfahrung in der Automatisierung und Hunderte von Fachleuten für industrielle KI ein. Gemeinsam wollen sie adaptive Fertigungsstandorte schaffen. Diese Fabriken reagieren flexibel auf Veränderungen und optimieren sich selbst. Als Vorbild dient das Siemens-Elektronikwerk in Erlangen. Es soll im Jahr 2026 als Blaupause für diese neue Art der Produktion fungieren.

Auch Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA, sieht in der Kooperation einen Wendepunkt. Er erklärte während der Messe: „Generative KI und beschleunigtes Computing haben eine neue industrielle Revolution ausgelöst, indem sie digitale Zwillinge von passiven Simulationen in die aktive Intelligenz der physischen Welt verwandelt. Unsere Partnerschaft mit Siemens verbindet die weltweit führende industrielle Software mit NVIDIAs Full-Stack-KI-Plattform, um die Lücke zwischen Ideen und Realität zu schließen – was es Branchen ermöglicht, komplexe Systeme in der Software zu simulieren und sie dann nahtlos in der physischen Welt zu automatisieren und zu betreiben.“

Anzeige
Anzeige

Virtuelle Welten mit Echtzeitbezug

Das Herzstück der technologischen Ankündigungen ist der „Digital Twin Composer“. Diese Software soll ab Mitte 2026 auf dem Siemens Xcelerator Marketplace verfügbar sein. Sie kombiniert die klassischen digitalen Zwillinge von Siemens mit der Grafik- und Simulationskraft von NVIDIA Omniverse. Das Ergebnis ist eine virtuelle Umgebung, die mit echten Engineering-Daten in Echtzeit gespeist wird.

Nutzende können mit diesem Werkzeug ein detailgetreues 3D-Abbild ihrer Anlagen erstellen. Das Besondere daran ist die zeitliche Flexibilität. In der Simulation lässt sich die Zeit vor- und zurückspulen. So können Fachkräfte testen, wie sich etwa Wetteränderungen oder technische Umbauten auf die Produktion auswirken. Der Digital Twin Composer bildet damit die Basis für das industrielle Metaverse im großen Maßstab. Entscheidungen fallen erst im virtuellen Raum, bevor in der realen Fabrik eine einzige Schraube gedreht wird.

PepsiCo: 20% mehr Durchsatz durch Simulation

Wie wirksam diese Technologie ist, zeigt das Beispiel von PepsiCo. Der Lebensmittelkonzern nutzt den Digital Twin Composer bereits, um Standorte in den USA zu modernisieren. In der virtuellen Welt bilden Ingenieurinnen und Ingenieure jede Maschine und jedes Förderband physikalisch exakt nach.

KI-Agenten testen in dieser Umgebung verschiedene Szenarien. Sie erkennen bis zu 90% der potenziellen Probleme, bevor die physische Umsetzung beginnt. Die Ergebnisse sind deutlich: PepsiCo konnte den Durchsatz in den ersten Projekten um 20% steigern. Zudem sanken die Investitionskosten um 10% bis 15%, weil Fehlplanungen nahezu ausgeschlossen wurden. Das Unternehmen plant nun, dieses Modell weltweit auszurollen.

Neun Copiloten für den Arbeitsalltag

Neben großen Simulationslösungen setzt Siemens auf kleine, intelligente Helfer im Alltag. Neun neue industrielle Copiloten sollen die Arbeit in verschiedenen Bereichen erleichtern. Diese KI-Assistenten sind in bestehende Softwareprodukte wie Teamcenter oder Opcenter integriert.

Die Aufgaben der Copiloten sind vielfältig. Sie helfen bei der Navigation durch riesige Datenmengen, automatisieren die Prüfung von Vorschriften und reduzieren so die Fehlerquote. In der Fertigung schlagen sie Optimierungen vor, die direkt zu Kosteneinsparungen führen. Siemens möchte diese Werkzeuge für Unternehmen jeder Größe zugänglich machen. Die Integration erfolgt über den Xcelerator Marketplace, was den Einstieg in die KI-Nutzung vereinfachen soll.

Auch die Zusammenarbeit mit Microsoft spielt hier eine Rolle. Gemeinsam wollen beide Konzerne die Lücke zwischen der klassischen IT und der operativen Produktion schließen. Der Fokus liegt darauf, die Produktivität und Resilienz der Betriebe zu stärken.

Schnellere Medikamente und saubere Energie

Die industrielle KI-Revolution macht vor Branchengrenzen nicht halt. Im Bereich Life Sciences beschleunigt Siemens die Arzneimittelforschung. Durch die Übernahme von Dotmatics fließen Milliarden von Datenpunkten aus Laboren in die KI-Systeme ein. Forschende können Moleküle virtuell testen und die Produktion digital skalieren. Laut Siemens erreichen lebensverändernde Therapien die Patientinnen und Patienten dadurch bis zu 50% schneller.

Auch im Energiesektor gibt es Fortschritte. Das Unternehmen Commonwealth Fusion Systems nutzt Software von Siemens, um die kommerzielle Kernfusion voranzutreiben. Hier geht es darum, eine riesige Datenbasis für die Entwicklung von Fusionsmaschinen aufzubauen. Ziel ist eine nahezu unerschöpfliche und saubere Energiequelle.

KI zum Anziehen in der Fabrik

Ein überraschender Aspekt der Siemens-Strategie ist die Kooperation mit Meta. Beschäftigte in der Fertigung sollen künftig KI-Brillen von Ray-Ban tragen. Diese Wearables bieten eine Audioführung in Echtzeit. Wer an einer Maschine arbeitet, erhält Sicherheitsinformationen und Anweisungen direkt ins Ohr oder auf das Display, ohne die Hände benutzen zu müssen. Das soll helfen, Probleme eigenständig und sicher zu lösen.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige