Berufsprofile

Forschung und Lehre

Einführung

Allgemeines zu Forschung und Lehre

Forschung und Lehre wird an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb des Hochschulbereichs (insbesondere in industrienahe Forschungsinstitutionen) betrieben. Zum Bereich Forschung und Entwicklung in Unternehmen wurde ein gesondertes Berufsfeld erarbeitet (siehe dort). Hochschulen, wissenschaftliche Einrichtungen und Industrie arbeiten in den Forschungsprojekten meist Hand in Hand, insbesondere was die anwendungsbezogene Forschung betrifft. Ein weiteres großes und wichtiges Gebiet in diesem Berufsfeld stellt die Grundlagenforschung dar.Neben der Entwicklung von Innovationen für die Industrie auf den Gebieten Werkstoffe, Technologien usw. fällt der Forschung und Entwicklung volkswirtschaftlich gesehen eine weitere bedeutende Rolle zu. Länder, deren Wirtschaftsfortschritt in hohem Maße vom Export abhängt, müssen international hochgradig wettbewerbsfähig sein und bleiben. Aus diesem Grund wird man die Forschungsbemühungen in Deutschland zwangsläufig auf hohem Niveau halten müssen, um im Zeitalter der Globalisierung langfristig im Konzert der führenden Industrienationen einen Spitzenplatz beanspruchen zu können. Das geht nicht ohne Forschung und Lehre.

Forschung und Lehre liefert die Grundlagen für die Zukunft aller Ingenieure

Dazu kommt, dass Deutschland als Forschungsstandort, der die eigenen und ausländischen Wissenschaftler anzieht, ausgebaut werden muss. Auch vor dem Bereich der Lehre macht die zunehmende internationale Durchdringung nicht Halt. Hochschulen richten ihre Studienangebote mehr und mehr grenzüberschreitend aus. Nur so können in ausreichendem Maße in- und ausländische Studieninteressenten angelockt werden. Zudem dürfte die Zusammenarbeit der nationalen Hochschulen weiter intensiviert werden, um die technische Ausstattung und die Auslastung zu verbessern, aber auch um weiterreichende und größere Projekte mit der Industrie angehen zu können. Kooperationen mit Hochschulen aus anderen Ländern spielen in diesem Zusammenhang gleichfalls eine große Rolle. Hieraus leiten sich vielfältige Herausforderungen und Aufgaben für den Bereich Forschung und Lehre für Ingenieure ab.Ingenieure, die ihre berufliche Zukunft im Bereich Forschung und Lehre suchen, wirken inhaltlich an wissenschaftlichen Projekten mit, müssen Projektergebnisse gegenüber Externen kommunizieren, Meister im Projektmanagement sein und den Nachwuchs ausbilden können. Zudem wird es immer wichtiger, Projektideen und Projekte laufend und zugkräftig zu präsentieren, um Forschungsgelder (Deutschland/EU) zu gewinnen und zu steuern. Je nach Position fallen die Aufgaben ähnlich aus, zeigen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Daraus folgt, dass das Berufsfeld Forschung und Lehre in hohem Maße Menschen fordert, die den Spagat zwischen Experte, Pädagoge und Manager leisten können.

Branchen in der Forschung und Lehre

Branchen, in denen für den Funktionsbereich „Forschung und Lehre“ neue Arbeitskräfte (Ingenieure, Techniker) gesucht werden, geordnet nach Anzeigenaufkommen in ingenieurkarriere.de:

  • Universitäten und Fachhochschulen
  • Sonstige Forschungseinrichtungen

Kombination in Forschung und Lehre

Positionsbezeichnungen im Bereich Forschung und Lehre an den Hochschulen geben neben dem gesuchten Mitarbeiter, z. B. Professor, Dozent, Doktorand, das Forschungs- bzw. Lehrgebiet wieder: Numerische Strömungssimulation, Flugsystemdynamik, Konstruktionstechnik etc. Die Stellenanzeigen der sonstigen Forschungseinrichtungen werden meist schlicht mit „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“ tituliert. Zudem treten Bezeichnungen wie Laboringenieur, Projektleiter, Projektingenieur o. ä. auf. Das Fachgebiet ergibt sich aus der Beschreibung der Forschungseinrichtung.

Basisdaten für Forschung und Lehre

Die Datenbasis für die nachstehenden Ausführungen lieferten Auswertungen zum Online-Stellenmarkt und zur Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de für den Bereich Forschung und Lehre.

  • Aufgaben, Anforderungen, Positionsbezeichnungen, Branchenschwerpunkte stammen aus einer Auswertung von Stellenanzeigen zum jeweiligen Berufsfeld des Online-Stellenmarktes von ingenierkarriere.de. Es wurden sehr umfangreich Stellenanzeigen zu dem Funktionsbereich ausgewertet.
  • Aussagen über Bewerberpräferenzen ergeben sich aus der Auswertung der Zielvorstellungen von über 20.000 Ingenieuren aus der Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de zum 01.01.2013. Um Aussagen zum Stellenmarkt treffen zu können, wurden Stellenangebote, die vom 30.06.2009 bis 01.01.2013 auf ingenieurkarriere.de geschaltet wurden, zum Bereich Forschung und Lehre herangezogen. Die eingetragenen Ingenieure setzen sich dabei aus Professionals, Young Professionals und Hochschulabsolventen aus allen ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen, Branchen, Funktionsbereichen und Hierarchieebenen zusammen.

Fach- und Führungsaufgaben

Aufgabenschwerpunkt 1 in der Forschung und Lehre

Forschungs- und Entwicklungsaufgaben in Forschung und Lehre

  • Wahrnehmung experimenteller und theoretischer Forschungsaufgaben
  • Durchführung von Grundlagenuntersuchungen für die Forschung und Lehre
  • Engagement in Forschungs-/Entwicklungsprojekten mit der Industrie
  • Planung und Durchführung von Versuchen, Methodenplanung
  • Versuchssteuerung und Versuchsmonitoring
  • Modellierung, Simulation, Ergebnisverifikation, Prozessführung
  • Produkt- und Prozessoptimierung, Verfahrensentwicklung
  • Erarbeitung von Prüfkriterien, Messverfahren und Prüfvorschriften
  • Entwicklung innovativer Konzepte bis zur Anwendungsreife
  • Material- und Werkstoffprüfung
  • Aufbereitung und Verarbeitung von Forschungsergebnissen
  • Auf- und Ausbau von Forschungseinrichtungen für die Forschung und Lehre
  • Konstruktion und Fertigung von Prüfmaschinen, Versuchsanlagen …
  • Unterstützung der Industrie bei Markteinführung neuartiger Produkte
  • Leitung des Labors und Übernahme von Laborübungen

Aufgabenschwerpunkt 2 in der Forschung und Lehre

Lehraufgaben in der Forschung und Lehre

  • Übernahme von Vorlesungen, Seminaren, Praktika in Grund- und Hauptstudium
  • Organisatorische Aufgaben (Exkursionen, Praktikumsvorbereitung u.ä.)
  • Wissenschaftliche Betreuung von Studien-/Diplom-/Doktorarbeiten
  • Mitarbeit beim Aufbau der Lehre und Forschung des Lehrstuhls
  • Durchführen von Lehrveranstaltungen in englischsprachigen Bachelor- und Masterstudiengängen und in bilingualen Studiengängen
  • Auf- und Ausbau der internationalen Studiengänge
  • Auf- und Ausbau der Master- und Bachelorstudiengänge
  • Mitwirkung an der Internationalisierung der Lehre der Hochschule

Aufgabenschwerpunkt 3 in der Forschung und Lehre

Zusammenarbeit und Abstimmung für die Forschung und Lehre

  • Abstimmung des Vorgehens mit Industrie, Wissenschaft, Verbänden, Ministerien und auf nationaler und EU-Ebene
  • Zusammenarbeit mit projektbegleitenden Industrieunternehmen und Partnern
  • Projektbearbeitung im Rahmen (inter)nationaler Forschungskooperationen
  • Wissenschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten/Instituten/Hochschulen
  • Enge Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region für die Forschung und Lehre
  • Förderung des Technologietransfers in Abstimmung mit den Unternehmen
  • Zusammenarbeit mit Institutionen der Forschungsförderungen wie BMBF, AiF, DFG, Stiftungen u.a.
  • Identifikation von Technologien, die für die kommerzielle Verwertung über Technologietransferprojekte, Lizenzvergaben bzw. Unternehmensbeteiligungen geeignet sind
  • (Weiter)Entwickeln von Förderkonzepten
  • Prüfen von Forschungsanträgen vor dem Hintergrund förderpolitischer Leitlinien
  • Begutachtung der Umsetzungschance geplanter Forschungsvorhaben
  • Berücksichtigung fachlicher Exellenz und wirtschaftlicher Verwertungspotenziale
  • Vorbereitung der Förderentscheidung
  • Prüfen der Fördervoraussetzungen über den Projektverlauf in der Forschung und Lehre

Aufgabenschwerpunkt 4 in der Forschung und Lehre

Projektmitarbeit und Projektmanagement in der Forschung und Lehre

  • Planung und Controlling der Forschungs- und Entwicklungsprojekte
  • Koordination zwischen nationalen und internationalen Projekten
  • Führung des interdisziplinären Projektteams, Mitarbeit in den Teams
  • Wahrnehmung des (inter)nationalen Partnermanagements
  • (Mit)Entwicklung einer Gesamtprojekt-Strategie
  • Abstimmung des Vorgehens in interdisziplinären Teams in der Forschung und Lehre
  • Planung von Projektleistungen, -zeiten, -dauern, -ressourcen, -finanzen
  • Planung der Analysen, Fertigstellung, Berichterstattung
  • Statusberichte an den Projektträger
  • Steuerung der Projekte, Projektcontrolling
  • Sensibilisierung anderer Disziplinen für eigene Projekte
  • Darstellung von Projekten bei Kunden, auf Messen und Veranstaltungen
  • Durchführung von Präsentationen und Vorträgen, erstellen von Publikationen
  • Kommunikation der Projekt(zwischen)Ergebnisse der Forschung und Lehre

Aufgabenschwerpunkt 5 in der Forschung und Lehre

Managementaufgaben in der Forschung und Lehre

  • Leitung von Forschung und Entwicklung eines Fachgebiets
  • Leitung des Instituts, Leitung des Studiengangs
  • Leitung des wissenschaftlichen Gerätebaus und der Zentralwerkstatt
  • Strategische Weiterentwicklung (auch Projektträgerschaft)
  • Berücksichtigen wirtschaftlicher Aspekte (Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fremdvergabe etc.)
  • Koordination der Programmerstellung und Budgetplanung für die Forschung und Lehre
  • Operative Führung mit Budget- und Ertragsverantwortung
  • Anleitung, Betreuung, Führung der Mitarbeiter
  • Personalplanung, Personalentwicklung, Qualitätsmanagement
  • Leitung von teilweise mehreren Forschungs- und Entwicklungsprojekten
  • Projektakquisition in der Industrie und bei öffentlichen Auftraggebern
  • Ausarbeitung von Forschungsaufträgen, Beantragung von Forschungsmitteln
  • Darstellung und Vertretung der Programme nach außen
  • Schnittstelle zu allen externen Kontakten in der Forschung und Lehre
  • Vorbereitung, Protokollierung von Sitzungen, Tagungen, Symposien
  • Mitarbeit in der akademischen Selbstverwaltung

Voraussetzungen

Abschlüsse für die Forschung und Lehre

Im Bereich Forschung und Lehre werden für die Positionen der wissenschaftlichen Mitarbeiter Diplom-Ingenieure mit meist überdurchschnittlichem Studienerfolg gesucht. Der gute oder sehr gute Studien- bzw. Promotionsabschluss spielt eine wichtige Rolle, wenn die Stelle mit der Möglichkeit zur Promotion oder Habilitation ausgestattet ist. Die besten Chancen ergeben sich für Kandidaten mit dem Abschluss einer Universität oder technischen Hochschule. Bei der Besetzung der Professorenstellen wird im Regelfall die Promotion bzw. die Habilitation vorausgesetzt.In wenigen Fällen fordern Stellenanzeigen für Professoren ausdrücklich die Prädikatspromotion. Wer außerhalb des Hochschulbereichs als promovierter Kandidat forschen möchte, hat dann gute Möglichkeiten in der Forschung und Lehre, wenn die Promotion noch relativ „frisch“ ist, d.h. nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Fehlt die Promotion, besteht nur in wenigen Fachpositionen die Möglichkeit, im Bereich Forschung und Lehre zu arbeiten. (RAUS: Gleiches) Das gilt somit auch für Absolventen von Berufsakademien und Techniker. Bereits öfter werden zu diesem Berufsfeld die Abschlüsse Master und PhD in den Anzeigen angeführt.

Studienfächer für die Forschung und Lehre

Geforderte Studienfächer bzw. Studienrichtungen sind abhängig von den Forschungs- und Lehrgebieten. So wird dann auch generell in den meisten Anzeigen ein „fachbezogener“ Studienabschluss angesprochen, ohne dass der Abschluss genauer in Richtung oder Fach spezifiziert wird. Generell kann festgestellt werden, dass Absolventen mit den Studienschwerpunkten Maschinenbau, Elektrotechnik, Produktions- und Fertigungstechnik, Mechatronik in der Forschung und Lehre gefragt sind. Allerdings gehören zum gefragten Kreis auch Kandidaten aus den Naturwissenschaften mit den Studienfächern Physik und Chemie. Aber auch Mathematikern, Informatikern und Wirtschaftsingenieuren bietet sich in seltenen Fällen eine Chance. In keiner analysierten Stellenanzeige zu diesem Berufsfeld tauchte bislang die Forderung bzw. der Wunsch nach einem MBA-Studium auf.

Berufspraxis für die Forschung und Lehre

Bei den Positionen „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“ werden zwar erste Berufserfahrungen bei Ingenieuren gerne gesehen, es geht in den meisten Fällen jedoch in der Forschung und Lehre auch ohne. Insbesondere Forschungsinstitutionen außerhalb des Hochschulbereichs begrüßen bei der Einstellung wissenschaftlicher Mitarbeiter entsprechende Praxiserfahrungen. Bei den speziellen Fachpositionen dieser Einrichtungen geht meist nichts ohne einschlägige Berufspraxis. Bei ausgeschriebenen Führungsposition in einer Forschungseinrichtung außerhalb des Hochschulbereichs werden in der Regel gleichermaßen Führungs- und Berufserfahrungen gefordert.Für die Besetzung der Professorenstellen heißt es in fast allen Stellenofferten zu Forschung und Lehre: Mindestens fünf Jahre Berufspraxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs, sprich als Ingenieur in der Industrie oder in industrienahen Forschungseinrichtungen, erbracht worden sein müssen. Teilweise wird ausdrücklich die Praxis in einer verantwortlichen Funktion oder die nachweisliche Bewährung in der Industrie gefordert, in seltenen Fällen mit Führungserfahrung. Neben der Berufs- bzw. Führungserfahrung spielen bei der Besetzung der Professorenstellen die Fachkenntnisse allerdings die herausragende Rolle. Es werden auf dem speziellen Gebiet ausgewiesene Fachexperten gesucht.

Zusatzwissen für Forschung und Lehre

Im Bereich Forschung und Lehre spielt das Spezialwissen der Ingenieure auf den jeweiligen Forschungsgebieten die entscheidende Rolle. Verlangte Zusatzqualifikationen gehen in den Stellenanzeigen immer mehr in Richtung anwendungs- und praxisbezogene Forschung. Für den Hochschulbereich müssen pädagogische Neigungen vorhanden sein. Bei Bewerbern um eine Professorenstelle werden entsprechende didaktische Fähigkeiten erwartet.Gleichfalls werden besondere Leistungen der Ingenieure bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in den Stellenanzeigen angesprochen. Aufgrund des großen Anteils von Projektarbeiten in Forschung und Lehre kann es sicherlich nicht schaden, wenn die Kandidaten zumindest Grundkenntnisse im Bereich Projektmanagement besitzen. In seltenen Fällen wird ausdrücklich der Wissenschaftsmanager bzw. die Fähigkeit zum Wissenschaftsmanagement in den Anzeigen erwähnt.

EDV in der Forschung und Lehre

Allgemeine EDV-Kenntnisse werden für den Bereich Forschung und Lehre nur in wenigen Fällen angesprochen. Spezielle EDV-Kenntnisse werden so gut wie nie gefordert. Das mag wohl auch daran liegen, dass von der Beherrschung bestimmter Softwarepakete, etwa zur statistischen Datenauswertung, bei den Wissenschaftlern ohnehin ausgegangen werden kann.

Sprachen in der Forschung und Lehre

Mit den Englischkenntnissen verhält es sich anders. Mit der Einführung von Master-, Bachelor- und bilingualen Studiengängen für Ingenieure wird die Forderung nach entsprechenden Englischkenntnissen immer mehr zum Gegenstand in den Stellenanzeigen bei der Forschung und Lehre. Ohne sattelfeste Englischkenntnisse dürften das Studium angelsächsischer Literatur und die Kommunikation in den häufig international besetzten Projektteams ohnehin schwer fallen. Gleiches gilt für Vorträge auf internationalen Kongressen. In wenigen Fällen wird eine andere Sprache, etwa Französisch, gefordert.

Softskills für die Forschung und Lehre

Hochschulen fordern in den Stellenanzeigen zum Berufsfeld Forschung und Lehre folgende Persönlichkeitsmerkmale von Ingenieuren, hier alphabetisch geordnet:

  • Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit
  • Eigeninitiative, Eigenmotivation
  • Engagement, Leistungsbereitschaft
  • Initiative in der Forschung und Lehre
  • Kooperationsbereitschaft, Kooperationsfähigkeit
  • Kreativität, Phantasie, Erfindungsgabe
  • Unternehmerisches Denken und Handeln (Professoren)

In der Vergangenheit enthielten nur die wenigsten Anzeigen aus dem Bereich Hochschulforschung und -lehre Hinweise auf gefragte persönliche Eigenschaften. Dieses scheint sich aber zu ändern. Dennoch hält man sich in den Anzeigen aus dem Hochschulbereich immer noch zurück, ganze Batterien an gefragten Persönlichkeitsmerkmalen in Anzeigentexte zur Forschung und Lehre einzustellen, wie dies bei Stellenofferten für Ingenieure aus der Industrie üblich ist.

Softskills für Forschung und Lehre außerhalb der Hochschulen

Außerhalb des Hochschulbereichs sind in den Stellenanzeigen zum Berufsfeld Forschung und Lehre bei Ingenieuren folgende Persönlichkeitsmerkmale gefragt (alphabetisch geordnet):

  • Engagement, Leistungsbereitschaft
  • Flexibilität (zeitlich, inhaltlich)
  • Initiative in der Forschung und Lehre
  • Kommunikationsstärke, Kommunikationsfähigkeit
  • Kreativität, Phantasie, Erfindungsgabe
  • Organisationstalent, Organisationsvermögen
  • Selbstständigkeit, Eigenständigkeit
  • Teamgeist, Teamorientierung, Teamplayer

Für Führungskräfte können keine von den generellen Persönlichkeitsmerkmalen abweichende Fähigkeiten in den Stellenanzeigen des Bereichs Forschung und Lehre ausgemacht werden.

Positionsbezeichnungen

Fachliche Laufbahn für die Forschung und Lehre

Im Hochschulbereich findet sich hier meist die Bezeichnung „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“. Auf der Ebene Ingenieur/Sachbearbeiter werden in den Forschungsinstitutionen außerhalb des Hochschulbereichs häufiger Positionen in der Forschung und Lehre mit den folgenden Bezeichnungen besetzt (alphabetisch geordnet):Forschungsingenieur, Innovationsmanager, Laboringenieur, Projektingenieur, Wissenschaftlicher Angestellter, Wissenschaftlicher Assistent, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Managementlaufbahn in der Forschung und Lehre

Im Hochschulbereich sind hier die Stellen des Universitätsprofessors und Fachhochschulprofessors anzusiedeln. Die eine oder andere Hochschule trägt der zunehmenden Internationalisierung des Forschungs- und Lehrbetriebes Rechnung und verwendet englische Ausdrücke, z. B. Professor of Applied Physics. Selten finden sich die Bezeichnungen Junior Professor oder Gastprofessor. Außerhalb des Hochschulbereichs werden auf den Ebenen Projektmanager, Team-, Abteilungs-, Bereichsmanager häufiger Positionen in der Forschung und Lehre mit den Bezeichnungen besetzt (alphabetisch geordnet):Abteilungsleiter, Akademischer Rat, Direktor, Fachgebietsleiter, FachbereichsleiterGeschäftsführer, Geschäftsstellenleiter, Institutsleiter, Projektleiter, Professor Besoldungsgruppe (W …), Studiengangleiter.

Anmerkung zur Forschung und Lehre

Die zunehmende Globalisierung schlägt sich auch in den Positionsbezeichnungen in der Forschung und Lehre für Ingenieure nieder, die teilweise angelsächsisch gewählt werden. Das Wort „Manager“ wird in diesem Sprachraum durchaus auch für Sachbearbeiterposition verwendet, klingt aber gewaltiger. Zum Teil suchen aber auch ausländische Unternehmen in Deutschland nach Kandidaten und verwenden dann internationale Stellenbezeichnungen. Häufig findet auch eine Vermischung aus deutschen und englischen Begriffen in den Bezeichnungen statt.

Bewerberkonkurrenz

Bewerberpräferenzen in der Forschung und Lehre

Rund 4 % aller Berufswünsche der Ingenieure aus der Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de gingen zum 01.01.2013 in Richtung Forschung und Lehre. Tendenz gegenüber Auswertungen früherer Jahre: Fallend. Es lässt sich damit feststellen, dass dieses spezielle Berufsfeld mittelmäßig von den Ingenieuren gefragt ist. Im Mittelfeld der Beliebtheitsskala liegen auch die Berufsfelder Vertrieb/Marketing, Ressortübergreifende Funktionen/Unternehmensleitung, Wartung/Instandhaltung/Inbetriebnahme, Qualitätsmanagement/-sicherung, Material-Güteprüfung, Konstruktion.

Erfolgsaussichten in der Forschung und Lehre

Der mittelmäßigen Nachfrage bei den Ingenieuren nach Jobs in der Forschung und Lehre steht eine relativ hohe Zahl an Stellenanzeigen gegenüber. Allerdings gibt es im Bereich der Lehre spezielle Voraussetzungen formeller und fachlicher Art, die nicht jeder Ingenieur erfüllt. Sicherlich müssen hier zukünftig Kompromisse gefunden werden, um die offenen Stellen tatsächlich auch besetzen zu können.

Von Bernd Andersch

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