Berufsprofile

Forschung und Entwicklung

Einführung

Forschung und Entwicklung: Allgemeines

Der Bereich Forschung und Entwicklung treibt den technologischen Fortschritt in den Unternehmen voran. Hand in Hand mit der Konstruktion realisiert der Ingenieur neue Lösungen. Das Innovationsmanagement bezieht sich nicht nur auf neue Konzeptionen. Gleichfalls spielt die Optimierung und Pflege bestehender Lösungen eine wichtige Rolle. Die Größe der Spielwiese für Forscher und Entwickler scheint unbegrenzt: Produkte, Komponenten, Anlagen, Geräte, Verpackungen, Werkstoffe, Fertigungsprozesse, Technologien, Systeme, Modelle, Software und die Qualität sind Gegenstände der Neu- und Weiterentwicklung.Die Ingenieure der Forschung und Entwicklung beeinflussen wesentlich alle Phasen des Entwicklungsprozesses von der Ideenfindung über die Konzeption bis zur Einführung. Sie werden dabei von Konstrukteuren begleitet oder nehmen in geringem Umfang selbst konstruktive Aufgaben wahr. Konstruktions- und Entwicklungsaufgaben sind eng verzahnt und werden daher auch in den Stellenanzeigen nicht immer voneinander getrennt. Wichtige Spezialaufgaben im Rahmen der Entwicklung sind z.B. Versuch, Auslegung und Berechnung. Der Kreativität werden allerdings durch eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien usw. Grenzen aufgezeigt. Auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine große Rolle. Das wirkt sich zum Beispiel auf die Auswahl der Werkstoffe, Komponenten, Prozesse aus.

Forschung und Entwicklung betrifft nicht nur Ingenieure in Unternehmen

Hinsichtlich der Führungsaufgaben liefert der Leitende Ingenieur Forschung und Entwicklung gemeinsam mit dem Leiter Marketing/Vertrieb entscheidende Impulse für die zukünftige Produktpolitik. Unterstützt wird er dabei aus technischer Sicht vom Leiter der Konstruktion. (RAUS: F+E) Verantwortliche für den Bereich Forschung und Entwicklung leiten die strategischen Projekte in allen Produktbereichen und sind mitverantwortlich für die Sicherung einer erfolgreichen Akquisition und Entwicklung von zukunftsträchtigen Projekten sowie den Ausbau der Marktposition des Unternehmens. Dafür benötigen sie allerdings aktuellstes Wissen über Technologien, Wettbewerbssituation, Patente usw.Forschung und Entwicklung betrifft allerdings nicht nur Unternehmen. Industrienahe Forschungsinstitute leisten hier gleichfalls einen erheblichen Beitrag. Das hier erstellte Profil bezieht sich auf die industrielle bzw. industrienahe Forschung und Entwicklung. Die Ausführungen zur Hochschulforschung finden sich im gesonderten Berufsfeld Forschung und Lehre.

Forschung und Entwicklung: Branchen

Branchen, in denen für den Funktionsbereich „Forschung und Entwicklung“ (Ingenieure, Techniker) neue Arbeitskräfte gesucht werden, geordnet nach Anzeigenaufkommen in ingenieurkarriere.de:

  • Fahrzeugbau
  • Automobilindustrie / -zulieferer
  • Maschinenbau
  • Elektronik / Mess- und Regeltechnik / Halbleiter
  • Elektrotechnik / Automatisierungstechnik
  • Forschung und Entwicklung im Anlagenbau
  • IT / EDV / Telekommunikation
  • Hochschulen / Forschungsinstitute
  • Energieerzeugung / -versorgung / -handel
  • Technische Dienstleistungen
  • Ingenieurbüros
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Medizintechnik / Gesundheit / Sozialwesen
  • Software-Entwicklung
  • Chemische-/pharmazeutische Industrie / Raffinerien
  • Getriebe- und Antriebstechnik / Lager
  • Forschung und Entwicklung in der Kunststoffindustrie
  • Feinmechanik und Optik
  • Metallverarbeitung
  • Konsum- und Gebrauchsgüter

Forschung und Entwicklung: Kombination

Positionsbezeichnungen für den Bereich Forschung und Entwicklung geben oftmals typische Aufgaben aus dem Berufsfeld der Ingenieure wieder, z.B. Entwicklung, Prüfung, Berechnung, Versuch. Häufig werden in Bezeichnungen auch die jeweiligen ingenieurtechnischen Fachrichtungen genannt z.B. Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Kunststofftechnik. Sie werden ergänzt durch konkrete Gegenstände der Forschung und Entwicklung wie spezielle Produkte, Anlagen, Werkstoffe, Prozesse, Systeme, Methoden, Modelle, Software usw. In den Positionsausschreibungen selten anzutreffen sind Kombinationen, in denen Konstruktion und Entwicklung gleichzeitig genannt werden. Im Tätigkeitsbereich der industrienahen Forschungsinstitute sind die meisten Stellen mit „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“ tituliert.

Forschung und Entwicklung: Basisdaten

Die Datenbasis für die nachstehenden Ausführungen zum Bereich Forschung und Entwicklung lieferten Auswertungen zum Online-Stellenmarkt und zur Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de.

  • Aufgaben, Anforderungen, Positionsbezeichnungen, Branchenschwerpunkte stammen aus einer Auswertung von Stellenanzeigen zum jeweiligen Berufsfeld des Online-Stellenmarktes von ingenierkarriere.de. Es wurden sehr umfangreich Stellenanzeigen zu dem Funktionsbereich ausgewertet.
  • Aussagen über Bewerberpräferenzen zum Bereich Forschung und Entwicklung ergeben sich aus der Auswertung der Zielvorstellungen von über 20.000 Ingenieuren aus der Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de zum 01.01.2013. Um Aussagen zum Stellenmarkt treffen zu können, wurden Stellenangebote, die vom 30.06.2009 bis 01.01.2013 auf ingenieurkarriere.de geschaltet wurden, herangezogen.

Die eingetragenen Ingenieure setzen sich dabei aus Professionals, Young Professionals und Hochschulabsolventen aus allen ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen, Branchen, Funktionsbereichen und Hierarchieebenen zusammen.

Fach- und Führungsaufgaben

Forschung und Entwicklung: Aufgabenschwerpunkt 1

Forschung- und Entwicklungsaufgaben

  • Eigenverantwortliche Bearbeitung von Projekten/Teilprojekten mit Kundenbetreuung
  • Abwicklung von Projekten einschließlich Inbetriebnahme und Schulungsunterstützung beim Kunden
  • Begleitung des Entwicklungsprozesses von der Idee bis zur Einführung (Markt, Kunde, Serie)
  • Mitwirkung im Produktentstehungsprozess (SE-Team)
  • Berücksichtigung von Umweltthematik, Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien, Kundenspezifikationen, Werkstoffen, Wirtschaftlichkeit
  • Anwendung von entwicklungsspezifischen Qualitätsmethoden (z. B. FMEA)
  • Beachtung einschlägiger Methoden, Arbeitsschritte und Prämissen
  • Vor-, Neu-, Weiterentwicklung und Pflege von Produkten, Komponenten, Baugruppen, Anlagen, Geräten, Verpackungen, Werkstoffen, Prozessen, Technologien, Systemen, Software/Hardware, Modellen, Qualität, Experimentiereinrichtungen, Prüfständen, Anwendungen, Designs
  • Mitarbeit an Vorentwicklungs-/Vorausentwicklungsprojekten, Basic Research- Projekten
  • Durchführen von Konstruktionsarbeiten bei Forschung und Entwicklung
  • Analyse und Bewertung des Ist-Zustandes
  • Ableiten neuer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
  • Ausarbeitung von Lösungskonzepten
  • Nachweis technischer Realisierbarkeit mit Prototypen und modernsten Entwicklungswerkzeugen
  • Betreuung und Weiterentwicklung der technischen Einrichtungen mit dem Ziel der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit
  • Erarbeiten der Systemanforderungen, Entwicklung des Softwarekonzepts
  • Entwicklung, Implementierung, Test, Going-Live von (hardwarenaher) Software
  • Entwicklung von analogen und digitalen Schaltungen
  • Anfertigen von Schaltplänen und Layouts zu Forschung und Entwicklung
  • Erstellung/Programmierung von Software und Prozessvisualisierungen
  • Planung, Durchführung und Dokumentation von Softwaretests (Modultest, Integrationstest, Systemtest)

Forschung und Entwicklung: Aufgabenschwerpunkt 2

Forschung und Entwicklung im Bereich Auslegung, Berechnung, Versuch/Test

  • (Wissenschaftliche) Auslegung und Berechnung von Lösungskonzepten
  • Durchführung von statischen und dynamischen Berechnungen mittels analytischer und numerischer Methoden
  • Virtuelle Bewertung von Konzepten, Entwürfen, Konstruktionen
  • Rechnerische Optimierung, Analyse und Bewertung der Betriebsfestigkeit und -sicherheit
  • Anwendung und Weiterentwicklung von Auslegungsverfahren und -methoden
  • Unterstützung bei der Fehlersuche und Problemerhebung im Bereich Forschung und Entwicklung
  • Lebenslaufdaueranforderungen/Leistungsfähigkeit spezifizieren und Prognosen erstellen
  • Analysen, Modellierungen und Simulationen durchführen und mit Versuchsergebnissen überprüfen
  • Versuchsplanung, Durchführung von Versuchen bzw. Tests
  • Aufbau und Test elektronischer Baugruppen im E-Labor
  • Betreuung von Versuchen an Prüfständen bzw. an den konkreten Produkten
  • Entwickeln von Programmen, Plänen für Versuch/Test/Validierung
  • Qualifizierung neuer Bauteile
  • Erstellen der entsprechenden Versuchs- bzw. Testaufträge/-pläne
  • Analyse, Interpretation, Dokumentation, Präsentation, Diskussion der Untersuchungsergebnisse
  • Ausbau der Test-, Versuchs- und Kalibriereinrichtungen
  • Wartung, Kalibrierung und Reparatur von Messmitteln
  • Entwicklung und Erprobung neuer Testverfahren zu Forschung und Entwicklung
  • Prüfung von Programmen zur Berechnung und deren Auswahl, Programmpflege
  • Aufbau eines Datenmanagements und Anbindung vorhandener Datenbanken
  • Evaluieren von neuen Konzepten und abgleichen mit den Kundenanforderungen
  • Durchführen von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und erstellen von Machbarkeitsanalysen zur Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung: Aufgabenschwerpunkt 3

Zusammenarbeit und Abstimmung in der Forschung und Entwicklung

  • Enge Zusammenarbeit mit Konstruktion, Produktion, Arbeitsvorbereitung, Materialwirtschaft, Produktmanagement, Kundendienst, Einkauf und ggf. ausländischen Werken, Vertrieb, Qualitätsmanagement
  • Ggf. ständige Abstimmung mit dem Kunden oder den Key-Accounts zu Forschung und Entwicklung
  • Erarbeiten der neuen Lösungen im Team mit Konstrukteuren und Designern
  • Zusammenarbeit mit Externen wie Lieferanten, Forschungsinstituten, Dienstleistern
  • Analysieren von Kunden und Marktanforderungen, technische Klärung mit Kunden und Zulieferern
  • Verbindliche Erstellung der kundenspezifischen Wünsche
  • Technische Beratung von Kunden und Vertrieb zu Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung: Aufgabenschwerpunkt 4

Analyse, Planung, Umsetzung, Kontrolle bei Forschung und Entwicklung

  • Planung der Projektstruktur und -organisation mit internen und externen Entwicklungspartnern
  • Anfertigen von Funktions-, Ressourcen-, Kosten- und Terminplänen
  • Überwachen und steuern der Arbeitsumfänge, -inhalte, -qualitäten und Ressourcen
  • Kontrollieren der erbrachten Ergebnisse im Bereich Forschung und Entwicklung
  • Erstellen der Projektdokumentation, ggf. von Konstruktionsunterlagen
  • Mitwirkung bei der anlaufenden Produktion
  • Erstellen von Operationsplänen und Fertigungsanweisungen
  • Sicherstellung der Inbetriebnahme, Kalibrierung
  • Umsetzen der Entwicklungsergebnisse in Verfahrensabläufe ggf. vor Ort, weltweit Inbetriebnahme der neuen Lösung im Hause bzw. beim Kunden
  • Betreuung sowie Einweisung und Schulung der Mitarbeiter des Kunden
  • Erarbeitung von Prozess- und Konstruktionsrandbedingungen
  • Werkstoffauswahl, -prüfung und -freigabe
  • Mitwirken bei Schadensanalysen, erstellen von Risikoanalysen zu Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung: Aufgabenschwerpunkt 5

Managementaufgaben bei Forschung und Entwicklung

  • Leitung der Entwicklungsteams und Ansprechpartner für Kunden
  • Fachliche und disziplinarische Leitung der Abteilung mit Budgetverantwortung
  • Führen, motivieren und entwickeln der Mitarbeiter im unterstellten Bereich
  • Leitung von Neu- und Änderungsprojekten, Vorentwicklungsprojekten
  • Leitung der strategischen Entwicklungsprojekte in den Produktbereichen Forschung und Entwicklung
  • Initiierung und Koordination der Produktentwicklungsstrategien
  • Effiziente Planung, Koordination und Steuerung komplexer Entwicklungsprojekte
  • Erarbeiten der Zielerreichungskontrollen von Projekten
  • Vertretung in externen Gremien und Kooperation mit Hochschulen und Instituten
  • Kontaktpflege mit Verbänden, Universitäten, Normenausschüssen und Fachgremien
  • Unterstützung der Projektmanager im Bereich Forschung und Entwicklung
  • Auswahl und Steuerung der Dienstleister
  • Wettbewerbs- und Patentbeobachtung, Verfolgung technologischer Trends
  • Erkennen, entwickeln und bewerten neuer Technologien, Konzepte und Funktionsprinzipien für innovative Produkte
  • Formulierung von auftrags- und marktbezogenen Entwicklungsvorhaben mit Fertigung und Produktion
  • Technische Bewertung von Vertragsinhalten
  • Sicherung einer erfolgreichen Akquisition und Entwicklung von Projekten
  • Kalkulation über Herstell- und Entwicklungskosten und Durchführung von Kostenanalysen
  • Sorge für die Prozesssicherheit in der Produktion
  • Sicherstellung von Target Costing und Time to Market
  • Akquisition von Fördergeldern zu Forschung und Entwicklung

Voraussetzungen

Forschung und Entwicklung: Abschlüsse

Chancen im Bereich Forschung und Entwicklung haben in erster Linie Ingenieure mit einem Diplomabschluss der Fachhochschule, Universität oder technischen Hochschule. Es werden im Text der Stellenanzeigen so gut wie nie ausschließlich Fachhochschüler erwähnt, eher selten erscheinen jedoch auch ausschließlich Universitätsabsolventen im Anzeigentext. Selten bis gar nicht werden Absolventen der Berufsakademien oder Techniker in Stellenanzeigen angesprochen. Promovierte Ingenieure werden in den Stellenanzeigen für diesen Funktionsbereich im industriellen Sektor hin und wieder ausdrücklich nachgefragt. Bereits relativ häufig werden zu diesem Berufsfeld auch die Abschlüsse Bachelor, Master und PhD in den Anzeigen angeführt.

Forschung und Entwicklung: Studienfächer

Geforderte Studienfächer bzw. Studienrichtungen für Forschung und Entwicklung sind abhängig von den zu entwickelnden Gegenständen. Generell kann festgestellt werden, dass Ingenieuren mit den Studienschwerpunkten Maschinenbau, Mechatronik, Feinwerktechnik, Werkstoffwissenschaften, Elektrotechnik/Elektronik, Nachrichtentechnik am meisten gefragt sind. Je nach Branche sind Absolventen mit spezielleren Studienschwerpunkten gesucht wie: Fahrzeugtechnik, Chemieingenieurwesen, Mess- und Regeltechnik, Anlagentechnik, Verfahrenstechnik, Kunststofftechnik u.ä. In keiner analysierten Stellenanzeige zu diesem Berufsfeld tauchte bislang die Forderung bzw. der Wunsch nach einem MBA-Studium auf.

Forschung und Entwicklung: Berufspraxis

Neben dem Hochschulstudium werden in den Stellenanzeigen zu Forschung und Entwicklung von Ingenieuren in vielen Fällen, aber keinesfalls immer, vorausgehende Berufserfahrungen ausdrücklich gefordert. Gute Nachwuchsentwickler scheinen selten, weshalb man die Anforderungen, zumindest was die Berufserfahrung angeht, oft sehr moderat formuliert. Dies ist immerhin in rund 50 % der Anzeigen der Fall. Offensichtlich möchte man nicht durch zu drastische diesbezügliche Forderungen gute Nachwuchsleute verlieren. Bei der anderen Hälfte der ausgeschriebenen Fachpositionen werden erste oder mehrjährige Berufserfahrungen verlangt. Generelle Berufserfahrungen reichen dabei allerdings nicht aus.Es wird in den meisten Anzeigen ausdrücklich betont, dass Berufserfahrungen in der gleichen Branche und/oder im gleichen Funktionsbereich und/oder auf der gleichen Hierarchieebene für Jobs im Bereich Forschung und Entwicklung von Ingenieuren erwartet werden. Hochschulabsolventen bzw. Kandidaten mit geringer Berufserfahrung werden relativ häufig gesucht. In reinen Forschungsinstituten werden den Mitarbeitern häufig zeitlich befristete Arbeitsverträge angeboten. Bei hierarchisch höher aufgehängten Positionen werden allerdings langjährige und einschlägige Berufserfahrungen in Industrie oder Forschungsinstituten als zwingend notwendig erachtet.

Forschung und Entwicklung: Zusatzwissen

Bei den Zusatzqualifikationen zu Forschung und Entwicklung werden häufig von Ingenieuren Erfahrungen oder Kenntnisse im Projektmanagement bzw. der Projektarbeit als wünschenswert in den Stellenanzeigen gefordert. Andere gefragte Zusatzqualifikationen hängen stark von den ausgeschriebenen Stellen und den inserierenden Branchen ab. Häufiger genannt werden Kenntnisse in FEM (Finite Elemente Methode), Simulation, FMEA (Failure Mode and Effects Analysis), Werkstoffgrundlagen, statistische Verfahren der Versuchsplanung, Schaltungstechnik, Sensorik, Optik sowie in Messtechnik (Messdatenerfassungssysteme). Auch vorherige technische Berufsausbildungen werden des Öfteren begrüßt. Grundsätzlich kann es nicht verkehrt sein, wenn sich die gesuchten Kandidaten mit den benachbarten großen Ingenieurdisziplinen im direkten Arbeitsumfeld auskennen.

Forschung und Entwicklung: EDV

Im Gegensatz zu den Konstrukteuren spielen spezielle EDV-Kenntnisse der Ingenieure bei der Forschung und Entwicklung eine eher untergeordnete Rolle. Selbstverständlich müssen Forscher und Entwickler mit dem PC umgehen können. Hier ist insbesondere der Umgang mit den MS-Office-Produkten wichtig. Je nach Verzahnung mit der Konstruktion und deren Aufgaben werden CAD-Kenntnisse nachgefragt.Selten werden in den Anzeigen zu Forschung und Entwicklung jedoch spezielle CAD-Programme genannt. Selbstverständlich hängen die Anforderungen an die EDV-Kenntnisse auch von der Branche ab. Wo es um Elektrotechnik/Elektronik geht, werden je nach Tätigkeit umfangreiche Hardware- und Softwarekenntnisse von den Ingenieuren verlangt, z. B. in speicherprogrammierbaren Steuerungen, Mikroprozessorprogrammierung, C, C++, Embedded Systems etc. Schaden kann es zudem nicht, wenn sich Forscher und Entwickler mit gängiger Präsentationssoftware auskennen.

Forschung und Entwicklung: Sprachen

Englischkenntnisse gehören aufgrund der internationalen Projekte fast zum täglichen Brot in der Forschung und Entwicklung. In rund 80 % der Anzeigen werden Englischkenntnisse in den Stellenanzeigen von den Ingenieuren gefordert. Im Normalfall werden gute oder eher hinreichende Kenntnisse aufgeführt. Andere Fremdsprachen spielen bei den ausgeschriebenen Stellen keine Rolle.

Forschung und Entwicklung: Softskills

Unternehmen fordern in den Stellenanzeigen zum Berufsfeld Forschung und Entwicklung folgende Persönlichkeitsmerkmale von Ingenieuren (alphabetisch geordnet):

  • Analytisches Denken, analytische Fähigkeiten
  • Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung
  • Engagement, Leistungsbereitschaft
  • Innovationskraft, Innovationsgeist
  • Interdisziplinäres Denken, interdisziplinäres Handeln
  • Kommunikationsstärke, Kommunikationsfähigkeit
  • Kreativität, Phantasie, Erfindungsgabe
  • Mobilität und (weltweite) Reisebereitschaft
  • Selbständigkeit, Eigenständigkeit
  • Teamgeist, Teamorientierung, Teamplayer
  • Zielgerichtetes Vorgehen, zielorientiertes Handeln für die Forschung und Entwicklung

Softskills für Führungspositionen bei Forschung und Entwicklung

Geht es um Führungspositionen in der Forschung und Entwicklung werden folgende Persönlichkeitsmerkmale in den Anzeigen zu diesem Berufsfeld verstärkt betont (alphabetisch geordnet):

  • Durchsetzungsstärke, Durchsetzungsvermögen
  • Fähigkeit, komplexe Projekte in der Forschung und Entwicklung zu managen
  • Motivationsfähigkeit, Mitarbeiter motivieren können
  • Überzeugungsfähigkeit, Überzeugungskraft

Bei Führungskräften sollte insbesondere eine große Erfahrung im Management komplexer Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung vorliegen. Besonders wichtig ist die Fähigkeit, Mitarbeiter und Teams zu motivieren, ständig zu neuen Ufern aufzubrechen. Die besten Ideen und Lösungen nützen aber wenig, wenn sie nicht mit entsprechendem Durchsetzung- und Überzeugungsvermögen realisiert werden.

Positionsbezeichnungen

Forschung und Entwicklung: Fachliche Laufbahn

Auf der Ebene Ingenieur/Sachbearbeiter werden häufiger Positionen in der Forschung und Entwicklung mit den folgenden Bezeichnungen besetzt (alphabetisch geordnet):Berechnungsingenieur, Development Engineer, Embedded-Softwareentwickler, Entwickler, Entwicklungsingenieur, Entwicklungsingenieur Junior/Senior, Entwicklungslaborant, Experte Entwicklung, FEM-Berechnungsingenieur, Forschungsingenieur, Hardware-Entwickler, Ingenieur Vorausentwicklung, Ingenieur Vorentwicklung, Innovationsingenieur, Kalibrationsingenieur, Laboringenieur, Labormitarbeiter, Projektingenieur Entwicklung, Patentingenieur, Produktsoftware-Entwickler, Prüfingenieur, Prüfstandsingenieur, R&D-Ingenieur, Scientist, Junior/Senior Scientist, Softwareentwickler, Spezialist Entwicklung, Testingenieur, Versuchsingenieur, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung: Managementlaufbahn

Auf den Ebenen Projektmanager, Team-, Abteilungs-, Bereichsmanager werden in der Forschung und Entwicklung häufiger Positionen mit den Bezeichnungen besetzt (alphabetisch geordnet):Entwicklungskoordinator, Entwicklungsleiter, Fachbereichsleiter Entwicklung, Head of Development, Laboratory Head, Leiter Anwendungsentwicklung, Leiter Approbation und Normung, Leiter Berechnung, Leiter Entwicklung, Leiter Forschung und Entwicklung, Leiter Prüflabor, Leiter Vorausentwicklung, Leiter Vorentwicklung, Leiter Technik und Entwicklung, Leiter Technologiemanagement, Manager Technologie, Projektleiter Entwicklung, Projektmanager Entwicklung, R&D Manager, Senior Development Engineer, Senior Entwickler, Testmanager

Forschung und Entwicklung: Anmerkung

Die zunehmende Globalisierung schlägt sich auch in den Positionsbezeichnungen für die Forschung und Entwicklung nieder, die teilweise angelsächsisch gewählt werden. Das Wort „Manager“ wird in diesem Sprachraum durchaus auch für Sachbearbeiterposition verwendet, klingt aber gewaltiger. Zum Teil suhen aber auch ausländische Unternehmen in Deutschland nach Ingenieuren und verwenden dann internationale Stellenbezeichnungen. Häufig findet auch eine Vermischung aus deutschen und englischen Begriffen in den Bezeichnungen statt.

Bewerberkonkurrenz

Forschung und Entwicklung: Bewerberpräferenzen

Rund 13 % aller Berufswünsche der Ingenieure aus der Bewerberdatenbank von ingenieurkarriere.de gingen zum 01.01.2013 in Richtung Forschung und Entwicklung. Tendenz gegenüber Auswertungen früherer Jahre: Gleichbleibend. Dieses Berufsfeld ist von den Ingenieuren mit Abstand am stärksten gefragt. Auf den nächsten Plätzen folgen mit über 10 % aller Berufswünsche Projektmanagement, Planung/Beratung/Dienstleistung. Danach schneiden Produktmanagement und Produktion (jeweils 7 %) noch am besten ab.

Forschung und Entwicklung: Erfolgsaussichten

Der hohen Nachfrage bei den Ingenieuren für Forschung und Entwicklung steht eine hohe Zahl von Stellenanzeigen gegenüber. Ingenieure dürften sich daher bei der Stellensuche relativ leicht tun. Wer sich hier um einen Job bewirbt, hat also gute Erfolgsaussichten. Gerade Ingenieure mit mehreren Jahren einschlägigen Berufserfahrungen stehen auf der Wunschliste der Unternehmen ganz oben. Diese Ingenieurgruppe ist am Markt heiß begehrt und in der Regel wenig wechselwillig. Dennoch sollten einige grundsätzliche Regeln für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche berücksichtigt werden. Sicherlich spielen Branchensituation, Unternehmensgröße, Unternehmensimage und die Region gleichfalls eine wichtige Rolle, um hier eine endgültige Aussage treffen zu können.

Von Bernd Andersch

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