Luft- und Raumfahrtingenieur: Aufgaben, Studium, Gehalt und Karriere
Luft- und Raumfahrtingenieure entwickeln, berechnen und testen Flugzeuge, Satelliten und Raumfahrtsysteme. Das Berufsprofil zeigt Aufgaben, Studium, Gehalt, Arbeitgeber und Karrierewege.
Luft- und Raumfahrtingenieure entwickeln und testen Flugzeuge, Satelliten und komplexe technische Systeme.
Foto: Smarterpix/AndreyPopov
Luft- und Raumfahrtingenieure entwickeln und prüfen Flugzeuge, Satelliten, Raumfahrzeuge und einzelne Komponenten wie Tragflächen, Triebwerke, Steuerungssysteme oder Leichtbaustrukturen. Dabei berechnen sie Belastungen, simulieren Strömungen, testen Bauteile und begleiten die technische Umsetzung bis zur Einsatzreife.
Beschäftigung finden sie in der Industrie, bei Fluggesellschaften, in der Raumfahrttechnik, bei Behörden oder als Gutachter/in. Sie entwickeln und konstruieren Geräte und einzelne Bauteile, z.B. Triebwerke, Raketenantriebe oder Satelliten. Daneben planen und organisieren sie je nach Bereich den Flugbetrieb, die Fertigung in der Industrie oder übernehmen Aufgaben im Management oder der Qualitätssicherung.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Aufgaben hat ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
- Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
- Mit welchen Werkzeugen und Methoden arbeitet ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
- Welche Voraussetzungen sind notwendig?
- Wie wird man Luft- und Raumfahrtingenieur?
- In welchen Branchen und Unternehmen arbeiten Luft- und Raumfahrtingenieur?
- Was verdient ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
- Welche Karrierewege gibt es?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Abgrenzung zu ähnlichen Berufen
- Häufige Fragen zum Berufsprofil Luft- und Raumfahrtingenieur
- Quellen
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Welche Aufgaben hat ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
Ein Flugzeug besteht aus weit mehr als Tragflächen, Rumpf und Triebwerken. Tausende Bauteile und zahlreiche elektronische und mechanische Systeme müssen unter wechselnden Temperaturen, Druckverhältnissen und Belastungen zuverlässig funktionieren. In der Raumfahrt kommen weitere Anforderungen hinzu.
Entsprechen breit ist das Berufsbild. Unter anderem arbeitet dem Berufsbild Entwicklung, Konstruktion, Fertigung sowie Qualitäts- und Sicherheitskontrollen zu.
Wie die Arbeit konkret aussehen kann, lässt sich anhand eines typischen Entwicklungsprojekts erklären.
Anforderungen an das System festlegen
Am Anfang steht die Frage, was ein neues Fluggerät oder Bauteil leisten muss. Bei einem Flugzeug können Reichweite, Gewicht, Geschwindigkeit, Treibstoffverbrauch und Nutzlast wichtige Vorgaben sein. Bei einem Satelliten kommen beispielsweise Masse, Energieversorgung, Lebensdauer und die Bedingungen während des Raketenstarts hinzu.
Aus diesen Vorgaben entstehen technische Anforderungen für einzelne Komponenten und Systeme.
Bauteile und Systeme entwickeln
Anschließend beginnt die technische Entwicklung. Je nach Fachgebiet werden beispielsweise Tragflächen, Rumpfstrukturen, Triebwerkskomponenten oder Steuerungssysteme ausgelegt.
Dabei müssen Gewicht und Stabilität sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Jedes zusätzliche Kilogramm beeinflusst beispielsweise den Energiebedarf eines Flugzeugs oder die Masse, die bei einer Raumfahrtmission ins All transportiert werden muss.
Berechnen und simulieren
Viele Eigenschaften lassen sich untersuchen, bevor das erste Bauteil gefertigt wird. Ingenieure erstellen dafür digitale Modelle und führen Simulationen durch.
Sie untersuchen beispielsweise:
- welche Kräfte auf eine Tragfläche wirken
- wie Luft um einen Flugzeugrumpf strömt
- wie sich Bauteile unter Belastung verformen
- welche Temperaturen in einem Triebwerk entstehen
- wie sich ein Fluggerät während eines Manövers verhält
- welchen Belastungen ein Satellit beim Raketenstart ausgesetzt ist
Numerische Simulation, Strömungslehre, Statik und Flugmechanik gehören deshalb bereits zu den typischen Inhalten des Studiums.
Prototypen und Komponenten testen
Simulationen ersetzen reale Versuche nicht vollständig. Bauteile und Systeme müssen deshalb umfangreiche Tests durchlaufen.
Je nach Projekt finden Versuche auf Prüfständen, in Laboren oder in Windkanälen statt. Flugzeuge und ihre Systeme werden zusätzlich am Boden und später im Flug erprobt. Bei Raumfahrtkomponenten können beispielsweise Vibrationen oder extreme Temperaturen simuliert werden.
Die Ergebnisse zeigen, ob die Konstruktion die Anforderungen erfüllt oder verändert werden muss.
Fertigung und Integration begleiten
Nach der Entwicklung müssen die einzelnen Komponenten hergestellt und zu einem funktionierenden Gesamtsystem zusammengefügt werden. Ingenieure unterstützen dabei beispielsweise Produktion, Montage und Qualitätssicherung.
Treten bei der Fertigung technische Probleme auf, müssen Ursachen untersucht und Lösungen entwickelt werden. Änderungen werden dokumentiert und erneut geprüft.
Systeme weiterentwickeln
Auch zugelassene Flugzeuge und bestehende Raumfahrtsysteme werden weiterentwickelt. Gründe können neue technische Anforderungen, veränderte Komponenten oder Erkenntnisse aus dem Betrieb sein.
Damit endet die Arbeit nicht zwingend mit dem Abschluss eines Entwicklungsprojekts. Ein Teil der Ingenieure beschäftigt sich mit der technischen Betreuung und Verbesserung bereits eingesetzter Systeme.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Der Arbeitsalltag hängt stark von der Spezialisierung ab. Wer Aerodynamik berechnet, verbringt einen großen Teil des Tages am Computer. Versuchsingenieure sind dagegen regelmäßig auf Prüfständen oder in Testanlagen unterwegs. In der Produktion findet die Arbeit teilweise direkt an Flugzeugen oder Baugruppen statt.
Typische Arbeitsorte sind:
- Entwicklungs- und Konstruktionsbüros
- Versuchslabore und Prüfstände
- Produktions- und Montagehallen
- Windkanäle
- Flugplätze und Testgelände
- Kontroll- und Integrationsräume
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Ein typischer Arbeitstag kann beispielsweise folgende Aufgaben enthalten:
- Berechnungs- oder Simulationsergebnisse auswerten
- technische Modelle und Konstruktionen überprüfen
- Anforderungen mit anderen Fachbereichen abstimmen
- Versuche vorbereiten und Messdaten auswerten
- Fehler an Bauteilen oder Systemen untersuchen
- technische Änderungen dokumentieren
- Termine und Entwicklungsstände im Projekt abstimmen
Viele Projekte sind international organisiert. Komponenten eines Flugzeugs können an verschiedenen Standorten entwickelt und gefertigt werden. Englisch gehört deshalb in vielen Unternehmen zur täglichen Arbeit.
Dienstreisen hängen stark von der Position ab. Wer hauptsächlich Konstruktionen oder Simulationen erstellt, reist meist weniger. Bei Tests, Lieferantenbetreuung, Produktion oder internationaler Projektarbeit können regelmäßige Reisen dazugehören.
Mit welchen Werkzeugen und Methoden arbeitet ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
Die eingesetzten Werkzeuge richten sich nach dem Fachgebiet:
CAD-Systeme: Damit entstehen digitale Modelle von Bauteilen und Baugruppen. Sie bilden häufig die Grundlage für Konstruktion, Berechnung und spätere Fertigung.
FEM-Simulation: Mit der Finite-Elemente-Methode lässt sich untersuchen, wie sich Bauteile unter Kräften, Vibrationen oder thermischen Belastungen verhalten.
Strömungssimulation (CFD): Computational Fluid Dynamics wird eingesetzt, um Luft- oder Gasströmungen zu berechnen. Das ist beispielsweise für Tragflächen, Flugzeugrümpfe oder Triebwerke relevant.
Flug- und Systemsimulation: Digitale Modelle helfen dabei, Flugverhalten, Steuerung oder das Zusammenspiel mehrerer technischer Systeme zu untersuchen.
Prüf- und Messtechnik: Sensoren erfassen unter anderem Kräfte, Beschleunigungen, Temperaturen, Druck oder Schwingungen während Versuchen.
Systems Engineering: Bei komplexen Flug- und Raumfahrtsystemen werden Anforderungen strukturiert, Schnittstellen definiert und einzelne Teilsysteme zu einem Gesamtsystem zusammengeführt.
Programmier- und Auswertungswerkzeuge: Je nach Tätigkeit werden Programme und Skriptsprachen für Berechnungen, Simulationen, Datenanalyse oder Automatisierung genutzt.
Normen und Zulassungsvorgaben: Luftfahrtprodukte unterliegen umfangreichen Sicherheits- und Zulassungsanforderungen. Ingenieure müssen deshalb technische Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren und vorgeschriebene Nachweise erbringen.
Welche Voraussetzungen sind notwendig?
Luft- und Raumfahrttechnik verbindet klassische Ingenieurdisziplinen mit sehr hohen Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Welche Kenntnisse im Berufsalltag tatsächlich gebraucht werden, hängt von der Spezialisierung ab.
Fachkenntnisse
| Kenntnisse | Warum sie im Beruf wichtig sind |
| Mathematik und Physik | Grundlage für Berechnungen von Kräften, Bewegungen, Strömungen und thermischen Vorgängen. |
| Technische Mechanik | Wichtig für die Auslegung von Rumpf, Tragflächen, Fahrwerken und anderen belasteten Strukturen. |
| Aerodynamik und Strömungsmechanik | Erforderlich, um Strömungen an Fluggeräten oder innerhalb von Triebwerken zu verstehen und zu berechnen. |
| Thermodynamik | Besonders relevant für Triebwerke, Antriebssysteme und thermisch belastete Komponenten. |
| Werkstoff- und Leichtbaukenntnisse | Bauteile müssen möglichst leicht sein und gleichzeitig hohe Belastungen zuverlässig aushalten. |
| Simulation und numerische Berechnung | Viele Konstruktionen werden bereits vor dem Bau eines Prototyps digital geprüft. |
| Mess- und Regelungstechnik | Relevant für Versuche, Flugsteuerung und die Überwachung technischer Systeme. |
| Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen | Fehler können gravierende Folgen haben. Entwicklung und Fertigung müssen deshalb genau dokumentiert und überprüft werden. |
Aerodynamik, Flugmechanik, numerische Simulation, Statik, Thermodynamik sowie Mess- und Regelungstechnik gehören auch zu den typischen Studieninhalten der Luft- und Raumfahrttechnik.
Persönliche Fähigkeiten
| Fähigkeiten | Warum sie im Beruf wichtig sind |
| Analytisches Denken | Messdaten, Simulationen und technische Fehler müssen systematisch ausgewertet werden. |
| Sorgfalt | Bereits kleine Abweichungen können bei sicherheitskritischen Bauteilen relevant sein. |
| Kommunikation | Flug- und Raumfahrtsysteme entstehen in großen Teams mit zahlreichen technischen Fachrichtungen. |
| Projektorganisation | Entwicklungsprojekte laufen über lange Zeiträume und umfassen viele voneinander abhängige Arbeitsschritte. |
| Verantwortungsbewusstsein | Technische Entscheidungen können unmittelbar die Sicherheit und Zuverlässigkeit eines Systems beeinflussen. |
| Englischkenntnisse | Internationale Teams, technische Dokumentationen und Zulassungsunterlagen sind häufig englischsprachig. |
Die aufgeführten Voraussetzungen bilden nur eine Auswahl ab. Welche Kenntnisse und Fähigkeiten tatsächlich gefragt sind, hängt vom Einsatzgebiet, der Spezialisierung und der konkreten Position ab.
Wie wird man Luft- und Raumfahrtingenieur?
Der klassische Weg führt über ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik. Das Bachelorstudium vermittelt zunächst Grundlagen aus Mathematik, Physik und Maschinenbau. Darauf bauen fachspezifische Inhalte wie Aerodynamik, Flugmechanik, Triebwerkstechnik und Raumfahrtsysteme auf.
Geeignete Studiengänge
Je nach Hochschule und gewünschter Spezialisierung kommen beispielsweise infrage:
- Luft- und Raumfahrttechnik
- Aerospace Engineering
- Flugzeugbau
- Luftfahrtsystemtechnik
- Raumfahrttechnik
- Luft- und Raumfahrtinformatik
Auch ein Studium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Informatik kann den Einstieg ermöglichen. Entscheidend ist dann eine Spezialisierung, die zur jeweiligen Stelle passt.
Bachelor oder Master?
Mit einem Bachelorabschluss ist der Berufseinstieg grundsätzlich möglich. Beispielsweise kann man in die Konstruktion und Produktionsplanung nach dem Bachelor einsteigen.
Ein Master empfiehlt sich besonders für:
- Forschung und Entwicklung
- Aerodynamik und Strömungssimulation
- Raumfahrtsysteme
- komplexe Berechnungsaufgaben
- Systems Engineering
- wissenschaftliche Tätigkeiten
- spätere Führungspositionen
Für Führungspositionen wird nach dem Bachelor in der Regel ein Masterabschluss erwartet.
Mögliche Vertiefungen
Eine Spezialisierung erfolgt nicht nur über Wahlmodule. Praktika, studentische Projekte, Abschlussarbeiten und Tätigkeiten als Werkstudent können den späteren Schwerpunkt ebenfalls bestimmen.
Typische Vertiefungen sind:
- Aerodynamik
- Flugzeugbau
- Raumfahrttechnik
- Triebwerkstechnik
- Flugmechanik und Flugregelung
- Avionik
- Leichtbau und Strukturmechanik
- Simulation
- Produktionstechnik
- Raumfahrtantriebe
Duales Studium
Die Bundesagentur für Arbeit führt das duale Studium ausdrücklich als Studienmöglichkeit auf. Dabei wechseln Hochschulphasen mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen. Studierende sammeln dadurch bereits während des Bachelorstudiums Erfahrungen in Entwicklung, Produktion oder Versuch.
Ist ein Quereinstieg möglich?
Ein fachlicher Quereinstieg aus anderen Ingenieurdisziplinen ist realistisch. Maschinenbauingenieure können beispielsweise in Konstruktion, Strukturmechanik oder Produktion arbeiten. Elektroingenieure kommen für Avionik, Bordelektronik oder Antriebssysteme infrage. Informatiker arbeiten unter anderem an Flugsoftware, Simulation oder Datenverarbeitung.
Ohne ingenieurwissenschaftlichen oder vergleichbaren technischen Hochschulabschluss ist der Einstieg deutlich schwieriger.
Weiterbildungen im Beruf
Je nach Tätigkeit kommen Weiterbildungen beispielsweise in folgenden Bereichen infrage:
- Systems Engineering
- Projektmanagement
- FEM (Finite-Elemente-Methode) und CFD (Strömungssimulation)
- Qualitätsmanagement
- funktionale Sicherheit
- Luftfahrtzulassung
- Leichtbau und Verbundwerkstoffe
- Datenanalyse und Simulation
- berufsbegleitender Master
- Promotion
In welchen Branchen und Unternehmen arbeiten Luft- und Raumfahrtingenieur?
Der Name des Berufs legt die Branche nahe. Die erworbenen Kenntnisse lassen sich jedoch auch außerhalb klassischer Flugzeug- und Raumfahrtunternehmen einsetzen. Besonders Simulation, Leichtbau, Strömungsmechanik, Regelungstechnik und Systems Engineering werden auch in anderen Industrien benötigt.
| Arbeitgeber | Typische Einsatzfelder |
| Flugzeug- und Hubschrauberhersteller | Entwicklung, Konstruktion, Berechnung, Test und Produktion von Luftfahrzeugen. |
| Raumfahrtunternehmen | Satelliten, Raumfahrzeuge, Antriebssysteme und Missionshardware. |
| Zulieferindustrie | Entwicklung und Produktion von Strukturen, Kabinensystemen, Elektronik und weiteren Komponenten. |
| Ingenieur- und Entwicklungsdienstleister | Konstruktion, Berechnung, Test, Systems Engineering und Projektunterstützung für Industrieunternehmen. |
| Forschungseinrichtungen und Hochschulen | Forschung an Aerodynamik, Antrieben, Werkstoffen, Flugführung und Raumfahrtsystemen. |
| Triebwerkhersteller | Entwicklung, Berechnung, Test und Weiterentwicklung von Flugzeug- und Raumfahrtantrieben. |
| Öffentliche Arbeitgeber | Forschung, Zulassung, technische Bewertung oder Beschaffung von Luft- und Raumfahrtsystemen. |
| Weitere Industrieunternehmen | Einsatz von Kenntnissen aus Simulation, Leichtbau, Strömungsmechanik oder Regelungstechnik beispielsweise im Fahrzeug- und Maschinenbau. |
Was verdient ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
Die folgenden Angaben beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf Bruttomonatsgehälter in Vollzeit.
| Altersgruppe | Typisches Gehalt |
| Unterer Gehaltsbereich | Das untere Quartil liegt bei 6582 €. Dieser Wert ist kein ausgewiesenes Einstiegsgehalt, sondern zeigt die Grenze, unterhalb derer 25 % der erfassten Vollzeitbeschäftigten verdienen. |
| Median | 7819 € in Vollzeit, Deutschland. |
| Oberer Gehaltsbereich | Das obere Quartil liegt bei 8050 €. |
Das Median Gehalt über alle Geschlechter und Altersgruppen hinweg, liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur der Arbeit bei 7819 €.
Region: Zwischen den großen Luft- und Raumfahrtstandorten bestehen Unterschiede. Der Median liegt laut Entgeltatlas beispielsweise bei 7.960 Euro brutto pro Monat in Bayern, 7.847 Euro in Baden-Württemberg, 7.558 Euro in Niedersachsen und 7.091 Euro in Bremen. Für Hamburg weist die Statistik mehr als 8.050 Euro aus.
Branche: Flugzeugbau, Raumfahrt, Verteidigung, Forschung und Ingenieurdienstleistungen haben unterschiedliche Vergütungsstrukturen. Auch die jeweilige Tätigkeit spielt eine Rolle.
Unternehmensgröße: Große Hersteller und Konzerne verfügen häufig über tariflich oder betrieblich klar geregelte Fach- und Führungslaufbahnen. Kleinere Entwicklungsunternehmen und Start-ups können andere Vergütungsmodelle nutzen.
Tarifbindung: Bei tarifgebundenen Arbeitgebern richten sich Grundgehalt und weitere Leistungen nach dem jeweiligen Tarifvertrag und der Eingruppierung.
Verantwortung: Wer komplexe Systeme verantwortet, Projekte leitet oder Personal- und Budgetverantwortung übernimmt, kann ein höheres Gehaltsniveau erreichen. Datenstand: Die genannten Werte stammen aus dem Entgeltatlas 2025 der Bundesagentur für Arbeit und beziehen sich auf die Berufsgattung „Ingenieur/in – Luft- und Raumfahrttechnik“.
Die genannten Werte stammen aus dem Entgeltatlas 2025 der Bundesagentur für Arbeit und beziehen sich auf die Berufsgattung „Ingenieur/in – Luft- und Raumfahrttechnik“.
Welche Karrierewege gibt es?
Die Karriere muss nicht zwangsläufig in eine Führungsposition führen. Gerade in der Luft- und Raumfahrt gibt es ausgeprägte Fachkarrieren für Spezialisten.
| Karriereweg | Typische Aufgaben |
| Senior Engineer | Übernimmt besonders komplexe Entwicklungs- und Berechnungsaufgaben. |
| Fachspezialist/in | Spezialisiert sich beispielsweise auf Aerodynamik, Strukturmechanik, Antriebe oder Avionik. |
| Systems Engineer | Koordiniert Anforderungen und Schnittstellen komplexer Gesamtsysteme. |
| Projektleitung | Verantwortet technische Arbeitspakete, Termine, Kosten und Projektfortschritt. |
| Team- oder Gruppenleitung | Führt ein Engineering-Team fachlich und personell. |
| Technische Leitung | Verantwortet größere Entwicklungsbereiche oder technische Programme. |
| Qualitäts- oder Zulassungsmanagement | Begleitet Nachweise, Prüfprozesse und Zulassungsanforderungen. |
| Forschung und Promotion | Arbeitet wissenschaftlich an neuen Technologien, Verfahren oder Systemen. |
Jobs für Luft- und Raumfahrtingenieur
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Wie sind die Berufsaussichten?
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist vergleichsweise klein, technisch aber hoch spezialisiert. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) beschäftigte die Branche im Geschäftsjahr 2025 rund 130.000 Menschen. Das waren 8 % mehr als im Vorjahr. Der Branchenumsatz stieg um 19 % auf 62 Milliarden Euro.
Den größten Bereich bildet die zivile Luftfahrt mit rund 89000 Beschäftigten. In der militärischen Luftfahrt waren rund 30000 Menschen tätig, in der Raumfahrt etwa 11000. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Beschäftigung laut BDLI in allen drei Bereichen.
Auch die aktuelle Stellensuche zeigt Nachfrage. Mitte August 2026 listete die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit rund 950 Stellen für Ingenieurinnen und Ingenieure der Luft- und Raumfahrttechnik in Deutschland. Die Zahl ist eine Momentaufnahme und keine Arbeitsmarktstatistik.
Abgrenzung zu ähnlichen Berufen
Luft- und Raumfahrtingenieur beschreibt ein breites Berufsfeld. In großen Entwicklungsprojekten arbeiten Fachkräfte aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Mechatronik und weiteren Disziplinen zusammen. Die Grenzen zwischen den Tätigkeiten sind deshalb nicht immer eindeutig.
| Beruf | Gemeinsamkeiten | Unterschiede |
| Maschinenbauingenieur/in | Konstruktion, Berechnung, Werkstoffe und technische Mechanik. | Breiter auf Maschinen und technische Anlagen ausgerichtet. |
| Entwicklungsingenieur/in | Entwickelt und testet neue technische Produkte und Systeme. | Tätigkeitsbezeichnung ohne Beschränkung auf eine bestimmte Branche. |
| Berechnungsingenieur/in | Nutzt Simulationen und mathematische Modelle zur technischen Auslegung. | Konzentriert sich vor allem auf Berechnung und Simulation. |
| Elektroingenieur/in | Arbeitet an Steuerungen, Elektronik und technischen Systemen. | Schwerpunkt auf elektrischen und elektronischen Technologien. |
| Mechatronikingenieur/in | Verbindet Mechanik, Elektronik und Software. | Fokus auf mechatronische Systeme und deren Zusammenspiel. |
Häufige Fragen zum Berufsprofil Luft- und Raumfahrtingenieur
Was macht ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
Luft- und Raumfahrtingenieure entwickeln, konstruieren, berechnen und testen Flugzeuge, Satelliten, Raumfahrzeuge und deren Komponenten. Mögliche Einsatzfelder reichen von Aerodynamik und Triebwerken bis zu Flugsteuerung, Produktion und Qualitätssicherung.
Welches Studium braucht man als Luft- und Raumfahrtingenieur?
Der direkte Weg führt über ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik. Je nach Tätigkeit kommen auch Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Informatik infrage. Das grundständige Studium Luft- und Raumfahrttechnik in der Regel drei bis vier Jahre.
Wie viel verdient ein Luft- und Raumfahrtingenieur?
Der Median liegt bei 7819 € brutto pro Monat in Vollzeit. Das untere Quartil beträgt 6582 €, das obere Quartil liegt bei mehr als 8050 €.
Braucht man einen Master?
Nicht zwingend. Der Einstieg ist auch mit einem Bachelor möglich. Für spezialisierte Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie Führungspositionen kann ein Master jedoch sinnvoll oder erforderlich sein.
Wo arbeiten Luft- und Raumfahrtingenieure?
Typische Arbeitgeber sind Flugzeug- und Raumfahrthersteller, Triebwerkshersteller, Zulieferer, Ingenieurdienstleister, Forschungseinrichtungen und öffentliche Arbeitgeber. Kenntnisse aus Bereichen wie Leichtbau, Simulation oder Regelungstechnik ermöglichen außerdem Tätigkeiten außerhalb der klassischen Luft- und Raumfahrtindustrie.
Quellen
Jobs für Ingenieur/in Luft- und Raumfahrttechnik | Jobsuche der BA
Ingenieur/in – Luft- und Raumfahrttechnik – BERUFENET | Bundesagentur für Arbeit
VDI-Ingenieurmonitor – Der Arbeitsmarktreport des VDI | VDI e.V. | VDI
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