Automatisierungsingenieur: Aufgaben, Studium, Gehalt und Karriere
Was macht man als Automatisierungsingenieur? Alle Informationen zu Aufgaben, Studium, Gehalt, Karrierewegen, Arbeitgebern und Berufsaussichten kompakt erklärt.
Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure entwickeln Steuerungssysteme, programmieren Maschinen und nehmen automatisierte Produktionsanlagen in Betrieb.
Foto: Smarterpix/AndreyPopov
Ob die automatische Abfüllanlage in einer Brauerei, der Schweißroboter in der Automobilproduktion oder das Paket, das in einem Logistikzentrum selbstständig sortiert wird – viele industrielle Prozesse laufen heute weitgehend automatisiert ab. Damit Maschinen zuverlässig zusammenarbeiten und Produktionsanlagen effizient sind, braucht es Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure. Sie entwickeln die Systeme, die solche Prozesse steuern.
Beschäftigung finden Automatisierungsingenieure unter anderem im Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie, der Lebensmittelproduktion oder der Energiewirtschaft.
Das Wichtigste in Kürze
- Wichtigste Aufgabe: Automatisierungsingenieurinnen und -ingenieure entwickeln und optimieren automatisierte Maschinen, Produktionsanlagen und Prozesse.
- Typische Arbeitgeber: Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie, Chemie- und Pharmaunternehmen, Lebensmittelindustrie, Energieversorger sowie Ingenieur- und Automatisierungsdienstleister.
- Üblicher Studienabschluss: Bachelor oder Master in Automatisierungstechnik, Elektrotechnik, Mechatronik oder einem vergleichbaren Ingenieurstudiengang.
- Zentrale Fachkenntnisse: SPS-Programmierung, Steuerungs- und Regelungstechnik, Sensorik, industrielle Kommunikation und Prozessautomatisierung.
- Bruttomonatsgehalt (Median): 6570 Euro über alle Altersgruppen hinweg bei einer Vollzeitbeschäftigung in Deutschland. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenjahr 2025.
- Mögliche Spezialisierungen: Robotik, Prozessautomatisierung, Gebäudeautomation, Leittechnik oder Industrie 4.0.
- Karriereperspektiven: Projektleitung, Spezialisierung auf Robotik oder Leittechnik, Engineering-Management oder technische Leitung.
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Inhaltsverzeichnis
- Welche Aufgaben hat ein Automatisierungsingenieur?
- Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
- Mit welchen Werkzeugen und Methoden arbeitet ein Automatisierungsingenieur?
- Welche Voraussetzungen sind notwendig?
- Wie wird man Automatisierungsingenieur?
- In welchen Branchen und Unternehmen arbeiten Automatisierungsingenieur?
- Was verdient ein Automatisierungsingenieur?
- Welche Karrierewege gibt es?
- Jobs für Automatisierungsingenieur
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Häufige Fragen zum Berufsprofil Automatisierungsingenieur
- Quellen
Welche Aufgaben hat ein Automatisierungsingenieur?
Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure sorgen dafür, dass Maschinen und Anlagen möglichst selbstständig arbeiten. Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Maschinen zu automatisieren, sondern komplette Produktionsprozesse effizienter, sicherer und wirtschaftlicher zu gestalten.
Zu den typischen Aufgaben gehören unter anderem:
- Automatisierungskonzepte entwickeln
- SPS- und Steuerungssoftware programmieren
- Sensoren, Aktoren und Antriebstechnik integrieren
- Maschinen und Anlagen in Betrieb nehmen
- Prozessdaten analysieren und Störungen beheben
- Produktionsabläufe optimieren
- technische Dokumentationen erstellen
Wie die Arbeit im Detail aussieht, hängt von der Branche und der jeweiligen Anlage ab. Ein typisches Automatisierungsprojekt könnte jedoch wie folgt aussehen:
Anforderungen analysieren und Prozesse verstehen
Am Anfang eines Projekts steht die Analyse des bestehenden Prozesses. Gemeinsam mit Produktion, Projektleitung oder Kundschaft wird geprüft, welche Arbeitsschritte automatisiert werden sollen und welche Anforderungen die Anlage erfüllen muss. Dabei spielen beispielsweise Taktzeiten, Produktqualität, Sicherheitsvorgaben oder der Energieverbrauch eine wichtige Rolle.
Automatisierungskonzept entwickeln
Auf Grundlage dieser Anforderungen entsteht das technische Konzept. Es wird festgelegt, welche Sensoren, Aktoren und Antriebe benötigt werden und wie die einzelnen Komponenten einer Anlage, die automatisiert soll, miteinander kommunizieren. Gleichzeitig planen Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure die Steuerungsarchitektur und wählen geeignete Automatisierungssysteme aus.
Steuerungen programmieren und testen
Im nächsten Schritt wird die Software entwickelt. Dazu programmieren sie beispielsweise SPS-Steuerungen, konfigurieren Leitsysteme oder erstellen Bedienoberflächen für Maschinen und Anlagen. Bevor die Programme auf die Anlage übertragen werden, müssen viele Funktionen zunächst simuliert und auf Fehler überprüft werden.
Anlagen in Betrieb nehmen
Sobald die Anlage aufgebaut ist, beginnt die Inbetriebnahme. Jetzt werden Steuerung, Sensorik und Antriebstechnik im Vollbetrieb getestet und aufeinander abgestimmt. Häufig müssen Programme angepasst oder Prozessabläufe optimiert werden, bis die Anlage zuverlässig arbeitet und alle Anforderungen erfüllt.
Bestehende Anlagen weiterentwickeln
Auch nach der Inbetriebnahme bleibt die Arbeit nicht stehen. Produktionsanlagen werden regelmäßig modernisiert oder an neue Produkte angepasst. Dazu analysieren die Ingenieurinnen und Ingenieure Betriebsdaten, verbessern Programme und integrieren neue Komponenten. Ziel ist es, Ausfallzeiten zu reduzieren, die Produktqualität zu steigern und den Energie- oder Materialverbrauch zu senken.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und wechselt häufig zwischen Büro, Produktionshalle und dem Einsatz direkt an der Anlage. Während neue Steuerungsprogramme meist am Computer entstehen, werden sie später an der Maschine getestet und optimiert. Besonders während der Inbetriebnahme verbringen viele Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure einen großen Teil ihrer Arbeitszeit in der Produktion.
Je nach Aufgabenbereich arbeiten sie unter anderem:
- im Büro, um Steuerungskonzepte zu entwickeln oder Software zu programmieren
- in der Produktionshalle, um Maschinen und Anlagen in Betrieb zu nehmen
- beim Kunden und auf Dienstreise, wenn neue Anlagen installiert oder bestehende Systeme modernisiert werden
- im Homeoffice, sofern Planung, Programmierung oder Dokumentation dies zulassen
Gerade bei neuen Anlagen gehören Dienstreisen häufig dazu. Während der Inbetriebnahme arbeiten Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure oft mehrere Tage oder Wochen direkt beim Kunden, bis die Anlage zuverlässig läuft. Anschließend übernehmen sie häufig die technische Betreuung oder begleiten spätere Erweiterungen und Modernisierungen.
Mit welchen Werkzeugen und Methoden arbeitet ein Automatisierungsingenieur?
Damit Maschinen und Anlagen selbstständig arbeiten können, kommen verschiedene Hard- und Softwarelösungen zum Einsatz. Welche Werkzeuge genutzt werden, hängt davon ab, ob eine Fertigungsstraße programmiert, eine Chemieanlage automatisiert oder ein Roboter in Betrieb genommen wird. Einige Technologien gehören jedoch in fast allen Bereichen der Automatisierungstechnik zum Arbeitsalltag.
Typische Werkzeuge und Methoden sind:
SPS-Programmierung: Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) bilden das Herzstück vieler Industrieanlagen. Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure entwickeln und testen Programme, die Maschinen steuern und Prozessabläufe automatisieren.
Leit- und Visualisierungssysteme (SCADA/HMI): Über Bedienoberflächen lassen sich Anlagen überwachen, steuern und Störungen schnell erkennen. Gleichzeitig können wichtige Prozessdaten dokumentiert und ausgewertet werden.
Sensor- und Messtechnik: Sensoren erfassen beispielsweise Temperatur, Druck, Position oder Füllstände und liefern die Daten, die eine Anlage für ihren automatisierten Betrieb benötigt.
Industrielle Kommunikation: Maschinen, Roboter und Steuerungen müssen zuverlässig miteinander kommunizieren. Dafür kommen Feldbus- und Industrial-Ethernet-Systeme wie PROFINET oder EtherCAT zum Einsatz.
Robotik und Antriebstechnik: In vielen Unternehmen gehören Industrieroboter, Servoantriebe oder automatisierte Handhabungssysteme zur Produktion. Sie müssen programmiert, parametriert und in bestehende Anlagen integriert werden.
Normen und Sicherheitskonzepte: Bei der Planung automatisierter Anlagen müssen Maschinenrichtlinien, Sicherheitsnormen und funktionale Sicherheitskonzepte berücksichtigt werden, damit Menschen und Maschinen sicher zusammenarbeiten.
Neben spezieller Engineering-Software arbeiten Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure regelmäßig mit Schaltplänen, Stromlaufplänen, Funktionsbeschreibungen und technischen Dokumentationen. Sie bilden die Grundlage für Programmierung, Inbetriebnahme und spätere Wartungsarbeiten.
Welche Voraussetzungen sind notwendig?
Wer Automatisierungsingenieurin oder Automatisierungsingenieur werden möchte, sollte sich sowohl für Technik als auch für digitale Systeme begeistern. Im Berufsalltag geht es darum Produktionsprozesse zu analysieren, automatisieren und technische Probleme systematisch zu lösen.
Fachliche Kenntnisse
| Fachliche Kenntnisse | Warum sie im Beruf wichtig sind |
| Mathematik, Physik und Elektrotechnik | Sie bilden die Grundlage für Steuerungs- und Regelungstechnik sowie für das Verständnis elektrischer und mechatronischer Systeme. |
| Steuerungs- und Automatisierungstechnik | Maschinen und Anlagen müssen geplant, programmiert und in Betrieb genommen werden. Dafür sind Kenntnisse in SPS-Technik, Regelungstechnik und industrieller Kommunikation erforderlich. |
| Programmierung und Engineering-Software | Zum Berufsalltag gehören SPS-Programmierung, Visualisierungssysteme sowie Software zur Konfiguration, Simulation und Diagnose von Anlagen. |
| Maschinensicherheit und Normen | Automatisierte Anlagen müssen zuverlässig und sicher arbeiten. Kenntnisse über Maschinenrichtlinien, funktionale Sicherheit und relevante Normen sind deshalb unverzichtbar. |
Persönliche Fähigkeiten
| Persönliche Fähigkeiten | Warum sie im Beruf wichtig sind |
| Analytisches Denken | Treten Störungen auf, müssen Fehler systematisch eingegrenzt und die Ursache schnell gefunden werden. |
| Technisches Verständnis | Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure müssen das Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik, Sensorik und Software verstehen. |
| Kommunikationsfähigkeit | Bei Projekten arbeiten sie eng mit Konstruktion, Elektrotechnik, Produktion, Instandhaltung und Kundschaft zusammen. |
| Strukturierte Arbeitsweise | Bereits kleine Programmierfehler können dazu führen, dass eine Anlage stillsteht. Deshalb müssen Änderungen sorgfältig geplant, getestet und dokumentiert werden. |
| Reisebereitschaft und Flexibilität | Besonders während der Inbetriebnahme neuer Anlagen gehören Einsätze beim Kunden oder an anderen Standorten häufig zum Berufsalltag. |
Wie wird man Automatisierungsingenieur?
Automatisierungsingenieur ist keine eigene Studienrichtung, sondern eine Tätigkeit innerhalb der Ingenieurwissenschaften. Wer Maschinen, Anlagen oder industrielle Prozesse automatisieren möchte, absolviert in der Regel ein Studium mit Schwerpunkt Automatisierungs-, Elektro- oder Informationstechnik. Welcher Studiengang geeignet ist, hängt vor allem davon ab, in welcher Branche später gearbeitet werden soll.
Geeignete Studiengänge
Je nach Hochschule und späterem Einsatzgebiet kommen unter anderem folgende Studiengänge infrage:
- Automatisierungstechnik
- Elektrotechnik
- Mechatronik
- Informationstechnik
- Robotik
- Maschinenbau (mit Schwerpunkt Automatisierung)
- Technische Informatik
- Wirtschaftsingenieurwesen (mit Schwerpunkt Automatisierung oder Produktion)
In den meisten Studiengängen stehen zunächst mathematische, naturwissenschaftliche und elektrotechnische Grundlagen auf dem Lehrplan. Später folgen Fächer wie Steuerungs- und Regelungstechnik, Mess- und Sensortechnik, Robotik oder industrielle Kommunikation. Praktika, Laborübungen und Projektarbeiten vermitteln den Umgang mit Steuerungen und Automatisierungssystemen bereits während des Studiums.
Bachelor oder Master?
Für viele Einstiegspositionen genügt ein Bachelorabschluss. Ein Master kann sich lohnen, wenn später komplexe Automatisierungsprojekte geleitet, spezialisierte Entwicklungsaufgaben übernommen oder Führungspositionen angestrebt werden.
Ein Master empfiehlt sich insbesondere für:
- Forschung und Entwicklung
- Robotik und intelligente Automatisierung
- industrielle Digitalisierung und Industrie 4.0
- Projekt- oder Teamleitung
- eine Promotion
Mögliche Vertiefungen im Studium
Bereits während des Studiums können Studierende fachliche Schwerpunkte setzen. Typische Vertiefungen sind:
- SPS- und Steuerungstechnik
- Robotik
- Prozessautomatisierung
- Mess- und Sensortechnik
- Regelungstechnik
- industrielle Kommunikation
- industrielle Bildverarbeitung
- Gebäudeautomation
- Antriebstechnik
- funktionale Sicherheit
Viele Hochschulen bieten außerdem Praxissemester oder Projektarbeiten in Kooperation mit Industrieunternehmen an. Dadurch lernen Studierende früh den Umgang mit realen Produktionsanlagen und Automatisierungssystemen kennen.
Duales Studium
Ein duales Studium verbindet das Studium mit regelmäßigen Praxiseinsätzen im Unternehmen. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilindustrie sammeln Studierende dadurch bereits früh Erfahrungen mit SPS-Steuerungen, Robotern oder automatisierten Fertigungsanlagen.
Ist ein Quereinstieg möglich?
Ein Quereinstieg ohne ingenieurwissenschaftliches Studium ist eher unüblich. Wer jedoch Elektrotechnik, Mechatronik, Technische Informatik oder Maschinenbau studiert und sich auf Automatisierung spezialisiert hat, erfüllt häufig ebenfalls die Voraussetzungen für den Beruf.
Weiterbildungen nach dem Studium
Automatisierungstechnik entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neue Steuerungssysteme, Robotik oder KI-gestützte Produktionsprozesse verändern den Berufsalltag regelmäßig. Viele Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure bilden sich deshalb gezielt weiter.
Typische Weiterbildungen sind:
- SPS-Programmierung (z. B. Siemens TIA Portal oder Beckhoff TwinCAT)
- Robotik und Cobots
- funktionale Sicherheit
- industrielle Kommunikation
- SCADA- und Leittechnik
- Projektmanagement
- Cybersecurity für industrielle Anlagen
- berufsbegleitender Master oder Promotion
In welchen Branchen und Unternehmen arbeiten Automatisierungsingenieur?
Mit der zunehmenden Digitalisierung der Industrie wächst der Bedarf an Fachkräften, die Produktionsanlagen vernetzen, Roboter integrieren oder bestehende Prozesse modernisieren. Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure werden dabei überall dort gebraucht, wo Maschinen, Anlagen oder technische Prozesse automatisch gesteuert werden.
| Kategorie | Typische Einsatzfelder |
| Maschinen- und Anlagenbau | Entwicklung und Inbetriebnahme automatisierter Maschinen und Fertigungsanlagen sowie Programmierung von Steuerungssystemen. |
| Automobilindustrie | Automatisierung von Fertigungslinien, Robotersystemen und Montageanlagen sowie Optimierung bestehender Produktionsprozesse. |
| Chemie- und Pharmaindustrie | Planung und Betreuung automatisierter Prozessanlagen, Leittechnik und Prozesssteuerung. |
| Lebensmittel- und Verpackungsindustrie | Automatisierung von Abfüll-, Verpackungs- und Förderanlagen sowie Sicherstellung gleichbleibender Produktqualität. |
| Energieunternehmen | Steuerung und Überwachung von Kraftwerken, Umspannwerken oder Anlagen der erneuerbaren Energien. |
| Ingenieur- und Automatisierungsdienstleister | Planung, Programmierung und Inbetriebnahme von Anlagen im Auftrag verschiedener Industrieunternehmen. |
| Forschungseinrichtungen und Hochschulen | Entwicklung neuer Automatisierungstechnologien, Robotiksysteme oder intelligenter Produktionsverfahren. |
Was verdient ein Automatisierungsingenieur?
Die folgenden Angaben beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf Bruttomonatsgehälter in Vollzeit:
| Altersgruppe | Typisches Gehalt |
| Berufseinstieg, < 25 Jahre | Keine genauen Daten enthalten. Das untere Quartil liegt bei 5298 Euro |
| Mit Berufserfahrung, 25-54 | 6318 Euro (Median) |
| Erfahrungsreiche, 55+ | 7658 Euro (Median) |
Das Medianeinkommen über alle Altersgruppen und Geschlechter hinweg liegt für Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure bei 6570 Euro.
Region: In Nordrhein-Westfalen wird Automatisierungsingenieure im Durchschnitt das höchste Gehalt bezahlt. Knapp dahinter liegen Baden-Württemberg und Hessen.
Branche: Überdurchschnittliche Gehälter werden häufig im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie sowie bei Herstellern von Automatisierungs- und Robotiksystemen gezahlt.
Unternehmensgröße: Große Industrieunternehmen zahlen meist höhere Gehälter als kleine und mittelständische Betriebe. Hinzu kommen häufig tarifliche Zusatzleistungen oder Erfolgsbeteiligungen.
Verantwortung: Wer größere Automatisierungsprojekte leitet oder Personalverantwortung übernimmt, verdient in der Regel mehr.
Datenstand: Die genannten Werte stammen aus dem Entgeltatlas 2025 der Bundesagentur für Arbeit.
Welche Karrierewege gibt es?
Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure können sich sowohl fachlich als auch in Richtung Projekt- oder Personalverantwortung weiterentwickeln. Viele spezialisieren sich auf bestimmte Technologien wie Robotik oder Prozessleittechnik.
| Karriereweg | Typische Aufgaben |
| Senior Automatisierungsingenieur/in | Verantwortung für komplexe Automatisierungsprojekte, technische Entscheidungen und Betreuung jüngerer Kolleginnen und Kollegen. |
| Spezialist/in für SPS oder bspw. Robotik | Entwicklung und Optimierung komplexer Steuerungssysteme, Roboterzellen oder automatisierter Produktionslinien. |
| Projektleitung | Planung und Steuerung von Automatisierungsprojekten sowie Koordination von Kunden, Lieferanten und Projektteams. |
| Team- oder Gruppenleitung | Fachliche und personelle Führung eines Engineering-Teams sowie Weiterentwicklung von Automatisierungsstandards. |
| Technische Beratung | Beratung von Unternehmen bei der Planung, Modernisierung oder Digitalisierung automatisierter Produktionsanlagen. |
| Forschung und Promotion | Entwicklung neuer Automatisierungstechnologien, Robotiksysteme oder KI-gestützter Produktionsverfahren an Hochschulen oder Forschungsinstituten. |
| Selbstständigkeit | Planung, Programmierung und Inbetriebnahme von Automatisierungslösungen als Ingenieurbüro oder freiberuflicher Berater. |
Jobs für Automatisierungsingenieur
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Interessiert an weiteren Berufsprofilen? Hier geht es zum Mechatronikingenieur oder zum Entwicklungsingenieur.
Wie sind die Berufsaussichten?
Die Berufsaussichten für Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure sind insgesamt gut. Nach den Zukunftsprojektionen des QuBe-Projekts (Qualifikation und Beruf in der Zukunft der Bundesagentur für Arbeit) wird die Zahl der Erwerbstätigen in der Berufsgruppe Automatisierungstechnik bis 2040 voraussichtlich zurückgehen. Gleichzeitig wird das Angebot an Fachkräften den altersbedingten Ersatzbedarf nicht vollständig decken. Dadurch bleiben qualifizierte Automatisierungsingenieure auch künftig auf dem Arbeitsmarkt gefragt.
Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure werden insbesondere in folgenden Bereichen gesucht:
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Chemie- und Pharmaindustrie
- Lebensmittel- und Verpackungsindustrie
- Energieversorgung
- Robotik und industrielle Automatisierung
- Logistik- und Fördertechnik
Künstliche Intelligenz ergänzt zunehmend klassische Automatisierungssysteme. Sie hilft beispielsweise dabei, Wartungsbedarfe vorherzusagen, Produktionsdaten auszuwerten oder Prozesse automatisch zu optimieren. Die Planung von Automatisierungslösungen, die Auswahl geeigneter Technologien und die Inbetriebnahme komplexer Anlagen bleiben jedoch Aufgaben von Ingenieurinnen und Ingenieuren.
Immer gefragter werden Kenntnisse in:
- Industrie 4.0
- Industrial Internet of Things (IIoT)
- Robotik und kollaborative Robotersysteme
- digitale Zwillinge
- industrielle Cybersecurity
- KI-gestützte Prozessoptimierung
- Datenanalyse und Condition Monitoring
Abgrenzung zu ähnlichen Berufen
Automatisierungsingenieur ist keine eigenständige Fachrichtung, sondern eine Tätigkeit an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau. Je nach Unternehmen überschneiden sich die Aufgaben mit anderen Ingenieurberufen.
| Beruf | Gemeinsamkeiten | Unterschiede |
| Elektroingenieur/in | Arbeitet mit elektrischen und elektronischen Systemen. | Schwerpunkt auf elektrischen Systemen und Komponenten. |
| Mechatronikingenieur/in | Verbindet Mechanik, Elektronik und Software. | Fokus auf der Entwicklung mechatronischer Systeme und Produkte. |
| Robotikingenieur/in | Arbeitet mit Robotern und Automatisierungstechnik. | Spezialisiert auf Robotersysteme und deren Integration. |
| SPS-Programmierer/in | Programmiert Steuerungen für Maschinen und Anlagen. | Schwerpunkt auf der Softwareentwicklung und Inbetriebnahme von SPS-Steuerungen. |
| Projektingenieur/in | Betreut technische Projekte und arbeitet mit verschiedenen Fachbereichen zusammen. | Fokus auf Projektkoordination sowie Termin-, Kosten- und Ressourcenplanung. |
Häufige Fragen zum Berufsprofil Automatisierungsingenieur
Was macht ein Automatisierungsingenieur?
Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure entwickeln und optimieren Steuerungssysteme für Maschinen und Anlagen. Sie programmieren Automatisierungslösungen, nehmen Produktionsanlagen in Betrieb und sorgen dafür, dass industrielle Prozesse zuverlässig, sicher und effizient ablaufen.
Welches Studium braucht man als Automatisierungsingenieur?
Für den Beruf eignet sich in der Regel ein Studium der Automatisierungstechnik, Elektrotechnik, Mechatronik oder eines vergleichbaren ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs. Welcher Studiengang am besten passt, hängt vom späteren Einsatzgebiet ab.
Wie viel verdient ein Automatisierungsingenieur?
Das Medianentgelt beträgt 5970 Euro brutto pro Monat (Vollzeit, Deutschland; Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenjahr 2024). Das tatsächliche Gehalt hängt unter anderem von Berufserfahrung, Branche, Region und Unternehmensgröße ab.
Wo arbeiten Automatisierungsingenieure?
Typische Arbeitgeber sind Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie, der Lebensmittelproduktion sowie Energieversorger und Ingenieurdienstleister. Auch Hersteller von Robotik- und Automatisierungssystemen beschäftigen Automatisierungsingenieurinnen und Automatisierungsingenieure.
Quellen
Ingenieur/in – Automatisierungstechnik | Entgeltatlas | Bundesagentur für Arbeit
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