Frauenförderung

Telekom will nicht mehr auf der Leitung stehen und setzt auf die Frauenquote  

Die Deutsche Telekom will bis zum Jahr 2015 rund 30 % der Stellen der mittleren und oberen Führungsebene mit Frauen besetzen. Die Bundesregierung lobt den Einsatz des Konzerns. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern soll es in Deutschland aber keine gesetzlichen Quotenvorgaben für eine gezielte Frauenförderung geben. VDI nachrichten, Berlin, 19. 3. 10, cha

Eine gezielte Frauenförderung funktioniere nur im Zusammenspiel mit Firmenkodizes, gesetzlichen Vorgaben und einer breiten Medienöffentlichkeit. Dies glaubt zumindest die Direktorin der finnischen Handelskammer Leena Linnainmaa.

Im Frauenförder-Vorzeigeland wird aktuell gemeldet, dass in 69 % der Unternehmen mindestens eine Frau im höchsten Leitungsgremium vertreten ist. Für Linnainmaa zeigt das Ergebnis klar, dass es mit freiwilliger Selbstverpflichtung der Unternehmen alleine nicht funktioniert. In Norwegen wurde 2008 eine gesetzlich festgelegte Aufsichtsratsquote für Frauen von 40 % eingeführt

Frankreich hat sich den Norden zum Vorbild genommen und am 20. Januar 2010 ein Gesetz eingebracht: Innerhalb der nächsten sechs Jahre soll der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen auf 40 % steigen.

Mit Frankreich, so hofft die Präsidentin der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) Monika Schulz-Strelow, gehe ein Land voran, dass Deutschland als Vorbild dienen könne. Die skandinavischen Vorreiterländer wie Finnland und Norwegen seien vielleicht ein „wenig zu klein“ gewesen. Doch die Hoffnung scheint sich nicht zu erfüllen. Auf der Berliner Fidar-Tagung in dieser Woche stellte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) klar, dass eine gesetzliche Vorgabe für sie der letzte aller möglichen Schritte wäre.

Die Fidar-Chefin vermutete bereits vor dem klaren „nein“, der Ministerin, dass die 33-jährige Ressortchefin „zu jung für dieses Problem“ sein könnte. Schröder ist zwar nicht generell gegen Quoten, aber nicht in der freien Wirtschaft und freut sich deshalb über die Deutsche Telekom, die mit „gutem, freiwilligen Beispiel vorangeht“.

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) lobt den Konzern. Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ erklärte Hans Heinrich Driftmann: „Fakt ist, dass es noch zu wenige Frauen in Führungspositionen gibt“, und ergänzte, er fände es gut, wenn sich Unternehmensleitungen „freiwillig dafür einsetzen, dies zu ändern“. Die Telekom selbst, die Anfang dieser Woche mit ihrer selbstverordneten Frauenquote die Schlagzeilen beherrschte, könnte sich wiederum durchaus in diesem Punkt ein Mehr an Regulierung vorstellen.

Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger appellierte sogar an die Bundesregierung ihre „Scheu vor Direktiven an die Unternehmen“ abzulegen. Sattelberger, durchaus bekannt für klare Worte und neue Ideen, sparte nicht an Selbstkritik: Es sei „beschämend“ wie wenig bisher erreicht worden sei. Und dies, obwohl „wir alle seit Dekaden Lippenbekenntnisse abgeben“. Aber die „moralischen Bekundungen“ hätten nicht allzu viel gebracht. Frauenförderung sei für ihn „schlicht und einfach eine Frage des guten Rufes“. Nun sollen bis zum Jahr 2015 30 % der Stellen der mittleren und oberen Führungsebene mit Frauen besetzt sein. Diesen Beschluss hätte der Vorstand nicht nur „einstimmig, sondern einmütig“ mitgetragen.

Zu schaffen ist dies allerdings nur, wenn der aktuelle Frauenanteil mindestens verdoppelt wird. Sattelberger ist optimistisch, dass die Deutsche Telekom das schaffen wird. Die Kinder- und Ferienbetreuung wird ausgebaut, die Arbeitszeitgestaltung flexibler. Im Programm heißen die Vorgaben: „Lebensphasenbezogene Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben“, „Steigerung der internen und externen Arbeitgeberattraktivität“ und „Schaffung einer wettbewerbsfähigen Belegschaft“.

Eine Vorgabe, von der Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow hofft, dass weitere Firmen nachziehen. Auch bei der Telekom herrscht Optimismus nicht nur im Hinblick auf das eigene Ziel. Sattelberger glaubt an eine „Signalwirkung“ für andere Unternehmen.

Dabei stellt der Bonner Konzern heraus, dass nicht Uneigennützigkeit die Botschaft ist. Demografischer Wandel und der absehbare Mangel an Spitzenkräften ist einer der Treiber für die Frauenfreundlichkeit.

Nicht zuletzt bei den umworbenen Hochschulabsolventen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) würde der Personalverantwortliche gerne die ohnehin nicht sehr große Zahl der Frauen ins Unternehmen holen.

Schließlich würden nach OECD-Berechnungen bereits in zehn Jahren auf zehn Ingenieure im Vorruhestandsalter nur noch sieben Nachwuchsingenieure kommen. Deshalb heißt die Devise: „Wir müssen die MINT-Begeisterung bei jungen Mädchen wecken und zusätzlich massiv Karrierechancen für junge Frauen aufzeigen.“

Zudem ist es mittlerweile unstrittig, dass gemischte Führungsteams erfolgreicher arbeiten. Nach einer McKinsey-Analyse sind Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil an der Spitze leistungsfähiger. BIRGIT BÖHRET

Von Birgit Böhret

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