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Engineering-Award 2026: Diese Ingenieurin bringt Menschen zurück zum Mond

23. April 2026

Annemarie Lohse | Airbus Defence and Space
Annemarie Lohse von Airbus Defence and Space wurde mit dem Engineering-Award 2026 ausgezeichnet – geehrt für ihre Rolle in der Raumfahrt, ihre Arbeit am NASA-Orion-Programm und ihren Beitrag zu künftigen bemannten Mondmissionen. Foto: Alexandra Ilina
Sie arbeitet an der Rückkehr zum Mond – und bringt bei Airbus eine neue Führungskultur mit. Warum Annemarie Lohse den Engineer Woman Award 2026 gewonnen hat.
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Mit einem eindrucksvollen Plädoyer für Mut, Innovation und neue Führungskultur ist Annemarie Lohse als Gewinnerin des Engineer Woman Award 2026 ausgezeichnet worden. Die Ingenieurin, die an internationalen Raumfahrtmissionen – so wie Artemis 2 – beteiligt war, steht exemplarisch für eine Generation, die Technik, Teamarbeit und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.

Annemarie Lohse arbeitet bei Airbus Defence and Space als Major Spacecraft Delivery Lead und trägt die Verantwortung für zentrale Subsysteme des European Service Module (ESM) im NASA-Raumschiff Orion. In dieser Rolle ist sie an sicherheitskritischen Technologien beteiligt, die eine Grundlage für zukünftige bemannte Missionen zum Mond bilden.

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Inhaltsverzeichnis

Anerkennung für Frauen in der Technik

Der Engineer Woman Award 2026, verliehen im Rahmen des Career Congress for Women in Industry Femworx auf der Hannover Messe, zeichnet herausragende Ingenieurinnen aus, die technologische Innovation, Führungsstärke und gesellschaftliche Relevanz miteinander verbinden.

Der Preis rückt Frauen in technischen Schlüsselpositionen in den Fokus und macht ihre Beiträge zu Zukunftsthemen wie Raumfahrt, Digitalisierung und nachhaltiger Industrieentwicklung sichtbar.

Hier hatten wir die Nominierten vorgestellt.

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Innovation jenseits der Komfortzone

Annemarie Lohse steht nach Ansicht der Jury beispielhaft für eine moderne Ingenieurkultur, in der Innovation nicht als rein technischer Prozess verstanden wird, sondern als Ergebnis offener Zusammenarbeit und kritischen Denkens. In ihrem beruflichen Umfeld setzt sie gezielt auf eine sogenannte „Speak-up-Kultur“, in der Mitarbeitende ermutigt werden, Ideen einzubringen, bestehende Abläufe zu hinterfragen und auch unbequeme Fragen zu stellen. Dieses Klima der Offenheit gilt als zentraler Faktor dafür, dass komplexe technische Projekte weiterentwickelt und neue Lösungswege überhaupt erst möglich werden.

Als Führungskraft nimmt Lohse dabei eine zentrale Rolle ein. Denn: Es geht nicht darum, immer die besten Antworten zu haben, sondern darum, Räume zu schaffen, in denen Teams ihre Kreativität entfalten können. Lohse verbindet dabei unterschiedliche Ebenen: Sie gilt als Brückenbauerin zwischen operativen Teams, die Innovationen konkret umsetzen, und dem Management, das die strategischen Rahmenbedingungen setzt.

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Technik, die Leben sichert

Ihre besondere Stärke liegt zudem darin, komplexe technische Inhalte verständlich und emotional greifbar zu machen – sei es durch Erzählweise oder kreative Vermittlungsformen. Diese Fähigkeit spiegelt sich auch in ihrer Arbeit in der Raumfahrt wider. Über viele Jahre hinweg war sie gemeinsam mit ihrem Team verantwortlich für zentrale, lebenswichtige Systeme wie Wasser, Sauerstoff und Temperatursteuerung bei bemannten Missionen.

In ihrer Dankesrede zeigte sich Lohse sichtlich bewegt und überrascht über die Auszeichnung. Angesichts der vielen beeindruckenden Frauen im Publikum habe sie nicht mit dem Gewinn gerechnet. Umso größer sei ihre Freude, nun selbst Teil dieser Reihe zu sein.

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Emotionen aus dem Kontrollzentrum

Einen besonders prägenden Moment ihrer Karriere schilderte sie eindrücklich: Während einer Schalte mit dem Kontrollzentrum in Houston wurde ein Krater auf dem Mond benannt – ein Moment, der weltweit Teams innehalten ließ. „Alle waren still, alle hörten auf den Voice-Comm“, sagte Lohse. „Und es flossen Tränen in sämtlichen Meetingräumen […] weil das unglaublich bewegend war.“

Für sie zeige sich gerade in solchen Augenblicken, dass Raumfahrt weit mehr ist als Technik. Sie verbinde wissenschaftliche Präzision mit zutiefst menschlichen Erfahrungen. Dass im Rahmen der Mission auch die erste Frau den Mond umrundet hat, erfülle sie mit besonderem Stolz.

Zur Einordnung: Artemis 2 war die erste bemannte Mondmission der NASA seit über 50 Jahren und markierte markierte die erste bemannte Mondumrundung seit Apollo 17 im Dezember 1972. Millionen Menschen verfolgten live, wie die Orion-Kapsel und das ESM im Rahmen der Mission erfolgreich getestet wurden, bevor weitere Schritte zur Mondlandung vorbereitet wurden.

Im Rahmen der Artemis-2-Mission im April 2026 hat die Crew während ihrer Mondumrundung einen Krater auf der Mondoberfläche nach Carroll Taylor Wiseman benannt, der verstorbenen Ehefrau des Missionskommandanten Reid Wiseman. Carroll Wiseman war im Alter von 46 Jahren an Krebs gestorben – die Benennung wurde damit zu einer persönlichen und zugleich symbolischen Geste, die zeigt, wie eng selbst hochtechnische Raumfahrtmissionen mit menschlichen Geschichten und Emotionen verbunden sind.

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Diversität als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit

Ein weiteres zentrales Thema ihrer Rede war Diversität in technischen Berufen. Lohse verwies auf ihre Erfahrungen in den USA, wo ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis in Ingenieurteams bereits Realität sei. Diese Vielfalt sei entscheidend, um als Gesellschaft widerstandsfähiger zu werden und globale Herausforderungen wie Klimawandel oder geopolitische Krisen bewältigen zu können.

Zum Abschluss richtete sie sich direkt an den Nachwuchs im Publikum – insbesondere an die anwesenden Schülerinnen. Mit klaren Worten ermutigte sie dazu, eigene Wege zu gehen und sich nicht von Zweifeln oder Widerständen entmutigen zu lassen: „Traut euch, euren Weg zu gehen, verfolgt eure Träume […] ihr könnt das, wenn ihr dran glaubt.“

Engineer Woman Award 2026: Auszeichnung für Ingenieurinnen weltweit

Der Engineer Woman Award 2026 zeichnet Ingenieurinnen aus, die technologische Exzellenz mit gesellschaftlicher Wirkung verbinden. Neben Annemarie Lohse von Airbus Defence and Space waren auch Mira Jago (Cuckoo Coding), Jessica Brieger (AMG Critical Materials) sowie Luciane Piovezan Fornari (PlanET Biogás Brasil) nominiert. Sie stehen für die Vielfalt moderner Ingenieurberufe – von Raumfahrt über Digitalisierung bis hin zu nachhaltiger Energie – und unterstreichen die wachsende Bedeutung von Frauen in technischen Schlüsselrollen weltweit.

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