Erste bemannte Mondmission seit 50 Jahren 02.04.2026, 06:28 Uhr

Artemis 2: So will die Nasa Menschen zurück zum Mond bringen

Artemis 2 bringt erstmals seit 50 Jahren wieder Menschen zum Mond. Alle Infos zu Crew, Mission, Technik und den Tests im Erd- und Mondorbit.

Artemis 2 ist gestartet

Start der Artemis-2-Mission. Erstmals seit vielen Jahrzehnten fliegen wieder Menschen Richtung Mond.

Foto: picture alliance / Sipa USA | Scott Schilke

Die Nasa wird unruhig. Der große Konkurrent China will bis 2030 Menschen auf die Mondoberfläche bringen. Die USA sollen – per Trump‘schem Dekret – früher dort landen, genauer: im Jahr 2028. Noch allerdings kriegt die Nasa ihre Technik nicht in den Griff. Der Nasa-Chef Jared Isaacman hat deshalb – einmal mehr – die gesamte Mondchoreografie der USA umgeschmissen. „Wir müssen uns schneller bewegen, Verzögerungen eliminieren und unsere Ziele erreichen“, sagte Isaacman.

Ursprünglich hätte die Landung mit der dritten Artemis-Mission im Jahr 2028 erfolgen sollen. Nun soll es zwar 2028 eine Landung geben, und vielleicht sogar noch eine zweite. Allerdings soll es im Jahr 2027 zusätzlich eine Zwischenmission geben, mit der die Nasa die kritischen Dockingmanöver von Mondlander und Kapsel unter Realbedingungen erproben kann, ohne ihre Crew zu gefährden. Das sind drastische Änderungen: Die Raketen, Kapseln und Antriebsmodule müssen nun früher fertig sein. Und die Zusatzmission im kommenden Jahr geht ins Geld: ­Allein die SLS-Rakete kostet annähernd 4 Mrd. $.

Das ist die Kulisse, vor der die Nasa mit Artemis-2 erstmals seit dem Ende des Apollo-Programms in den 1970er-Jahren wieder Menschen in die Nähe des Monds schickt. Mehrfach wurde der Start verschoben, zwischenzeitlich wurde die Rakete sogar wieder in den Hangar geschoben. Nun öffnet sich am 1. April das nächste Start­fenster zum Mond.

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Start geglückt

Erstmals seit 1972 sind wieder Menschen zum Mond aufgebrochen. In der Nacht zum Donnerstag hob die Mission „Artemis 2“ ab. Drei Männer und eine Frau starteten an Bord der „Orion“-Kapsel, getragen vom Raketensystem „Space Launch System“ (SLS). Der Start erfolgte um 00:35 Uhr MESZ (18:35 Uhr Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida.

Größere Störungen sind bislang nicht aufgetreten. Lediglich die Bordtoilette hat sich nach Angaben von Christina Koch automatisch abgeschaltet, nachdem eine Warnanzeige aktiviert wurde. Die Astronautin muss daher vorübergehend auf Auffangbeutel zurückgreifen. Die Nasa will aber auch dieses Problem lösen.

Wie sieht die Artemis-2-Mission aus?

Geplant ist eine Mondumrundung ohne Landung – und ohne dass die Kapsel in einen niedrigen Mondorbit einschwenkt. Die geringste Distanz zur Mondoberfläche soll zwischen 6000 km und 9000 km betragen, also ganz grob die Hälfte des Erddurchmessers. Dieser Vorbeiflug in großer Höhe ist eine Premiere. „Rein formal schwenken wir gar nicht in den Mondorbit ein. Weiter war nie ein Mensch von der Erde entfernt“, sagt Matthias Gronowski, der als Chefingenieur bei Airbus für das Servicemodul der Mondkapsel Orion verantwortlich ist. Dieses beinhaltet den Antrieb und wird in Bremen gebaut.

Die Bahn ist so gewählt, dass die Kapsel zurück zur Erde kommt, selbst wenn das Triebwerk kaum noch aktiv ist. Die Nasa spricht deshalb von einer „free return trajectory“ (dt. in etwa: automatische Rückkehr). Mit dieser Flugroute geht die Nasa auf Nummer sicher. Und sie spart Treibstoff, weil keine sprit­intensiven Einbrems- und Beschleunigungsmanöver am Mond anfallen.

Welche Tests will die Nasa durchführen?

Fast spannender als die Phase am Mond dürfte sein, was die Crew mit ihrer Kapsel im Erdorbit anstellt. Die Oberstufe der SLS-Rakete bringt Orion und das Antriebsmodul ESM (European Service Module) in einen hohen Erdorbit. Dort trennt sich die Oberstufe, ohne sich allerdings weit zu entfernen. Die Crew wendet Orion per Joystick. In den folgenden Tagen setzt die Crew immer wieder zu Docking-Manövern an. Der Pilot steuert Orion manuell auf die Oberstufe zu, orientiert sich dabei an optischen Markern an der Außenhaut der Oberstufe – analog zum Docking an der Internationalen Raumstation ISS. Die ­Artemis-2-Crew vereint geballte Pilotenkompetenz. Gefährlich nahe kommt die Crew der Oberstufe nicht mehr; ein echtes Docking ist auch gar nicht möglich: Es gibt bei Artemis-2 ­keine Docking-Mechanismen.

Mit diesen „Trockenübungen“ will die Nasa im Erdorbit simulieren, was sich bei späteren Missionen am Mond vollzieht: dass die Kapsel ein Rendezvous mit einem wartenden Vehikel durchführt. „Wir üben im Erdorbit, damit nicht der erste Versuch gleich am Mond stattfinden muss“, sagt Gronowski. Ein Airbus-Team aus dem ESM-Programm sitzt währenddessen in Houston an den Konsolen der Nasa.

Da Orion und ESM sich schon im Erdorbit von der Oberstufe trennen, muss das Servicemodul den Einschuss in die Mondtransferbahn (Translunar Injection Burn) selbst übernehmen – ein großer Unterschied zur vorausgegangenen Mission und zu den folgenden. Dies ist auch ein Grund dafür, für die Phase am Mond eine spritsparende Bahn auszuwählen.

Welche Unterschiede gibt es zur Artemis-1-Mission?

Bei Artemis-2 sind zum ersten Mal Menschen an Bord der Orion-Kapsel. Deshalb wird auch zum ersten Mal echtes Wasser und echter Sauerstoff benötigt. Auf der ersten Mission ist das Servicemodul mit Massedummies geflogen. „Zum ersten Mal ist unser Lebenserhaltungssystem vollständig mit an Bord. Wir liefern den Sauerstoff und Stickstoff für die Kabinenatmosphäre und zusätzlich das Wasser für die Crew“, sagt Gronowski.

Wer ist die Crew bei Artemis-2?

Vier Menschen fliegen zum Mond. Kommandant ist der Ingenieur und Kampfpilot Reid Wiseman. Er ist seit 2009 im US-Astronautencorps und verbrachte insgesamt 165 Tage auf der Internationalen Raumstation ISS. Sein persönlicher Rekord laut Nasa: Während einer Woche auf der ISS arbeitete er 82 Stunden lang an wissenschaftlichen Experimenten. Wiseman ist belastbar und er arbeitet präzise.

Die vierköpfige Crew der Mondmission Artemis-2 posiert vor der Orion-Kapsel.
Die Crew der Artemis-2-Mission (von li. nach re.): Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen. Foto: NASA/Frank Michaux

Victor Glover ist der Pilot der Crew. Er hält drei Masterabschlüsse, darunter zwei in Ingenieur-Studiengängen. Glover ist ausgebildeter Testpilot, hat 30 verschiedene Flugzeugtypen geflogen – u. a. im Irak – und über 3000 Flugstunden angesammelt. Glover war an Bord der ersten Crew-Dragon-Kapsel des Herstellers SpaceX und verbrachte ein halbes Jahr auf der ISS. Er ist der erste Schwarze, der für eine Mondmission ausgewählt wurde.

Christina Hammock Koch wird die erste Frau auf einer Mondmission. Als einziges Crew-Mitglied hat sie keine militärische Ausbildung. Hammock Koch ist Elektrotechnikerin, in ihrer Karriere hat sie viele Weltrauminstrumente entwickelt, u. a. für das Goddard Space Center und die Johns Hopkins University. Sie verbrachte ein Jahr auf der Amundsen-Scott-Station in der Antarktis und hat auch die meiste Weltraumerfahrung aller Crew-Mitglieder: Sie kommt auf 328 Tage im All und sechs Außenbordeinsätze auf der ISS.

Der einzige Nicht-Nasa-Astronaut ist der Physiker Jeremy Hansen, ein Kanadier. Er hat mehrfach in beengten Räumen gearbeitet, zum Beispiel war er beim ESA-Programm Caves sechs Tage lang unter der Erde und im Aquarius-Habitat sieben Tage lang am Meeresgrund. Hansen ist Capcom – Capsule Communicator. Er ist die Stimme zwischen Crew und Bodensegment.

Mit welcher Rakete fliegt die Nasa zum Mond?

Die Rakete SLS (Space Launch System) wurde für Mond- und Marsmissionen entwickelt. Federführend ist der Boeing-Konzern. Von 2011 bis 2024 hat die Nasa insgesamt annähernd 35 Mrd. $ in das Programm investiert. Wegen der enormen Kosten steht SLS in der Kritik. Zumindest bei den ersten Artemis-Flügen vertraut die Nasa aber keiner anderen Rakete.

SLS hat die Antriebe, um Probleme mit roher Gewalt zu lösen. Mit einem maximalen Schub von 39 MN kann die Rakete 27 t Nutzlast in eine translunare Bahn befördern. Die Haupt­stufe wird in der ersten Flugphase von zwei je 54 m hohen und 726 t schweren SRB-Antrieben (Solid Rocket Booster) unterstützt, die mit je 16 MN Schub als schubstärkste Feststofftriebwerke der Raumfahrtgeschichte gelten. Sämtliche Technik an Bord ist für die bemannte Raumfahrt qualifiziert.

Ein Beitrag von:

  • Iestyn Hartbrich

    Iestyn Hartbrich ist Ingenieur und Journalist mit den Schwerpunkten Werkstoffe, Stahlindustrie, Raumfahrt und Luftfahrt.

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