Podcast 08.07.2021, 09:13 Uhr

Mobbing am Arbeitsplatz: Experte fordert Gesetz

Mobbing am Arbeitsplatz macht den Job für Betroffene zur Hölle – und kann drastische Folgen haben. Psychologe Martin Figgen erklärt, wie Opfer sich wehren können.

Mobbin am Arbeitsplatz: Frauen sind eher betroffen als Männer. Foto: Panthermedia.net/Wavebreakmedia

Mobbin am Arbeitsplatz: Frauen sind eher betroffen als Männer.

Foto: Panthermedia.net/Wavebreakmedia

Mobbing im Job kann das Leben zur Hölle machen. Mindestens jeder Zehnte hat im Laufe seines Berufslebens einmal unter Mobbing gelitten – und die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher. Für die Opfer kann das drastische Konsequenzen haben, weiß Diplom-Psychologe Martin Figgen. Er arbeitet beim NRW-Landesinstitut für Arbeitsgestaltung (LIA.nrw). „Betroffene gehen nicht mehr gern zur Arbeit. Das steigert sich zu psychosomatischen Beschwerden, wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen bis hin zu ernsten Depressionen und handfesten körperlichen Erkrankungen“, sagt er in der aktuellen Ausgabe unseres Karriere-Podcasts „Prototyp“.

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„Mobbing im Job verläuft in mehreren Phasen. In der ersten Phase gibt es einen ungelösten Konflikt, dann beginnt der Psychoterror, der mit dem eigentlich Konflikt nichts mehr zu tun hat. In der dritten Phase eskaliert es dann und es gibt Abmahnungen. Allerdings werden nicht die Täter abgemahnt, sondern die Mobbing-Opfer, weil deren Leistung häufig immer mehr abnimmt.“

Mobbing am Arbeitsplatz: Was können Betroffene tun?

Treffen könne es jeden, wenngleich Frauen deutlich häufiger Mobbing-Opfer sind als Männer – aber auch häufiger selbst mobben. „In der Regel suchen sich die Mobbenden vermeintlich Schwächere aus. Auszubildende sind häufig unter den Opfern, aber auch ältere Menschen.“ Was es oft besonders schwer für Betroffene macht: Rund die Hälfte der Mobber sind Vorgesetzte. „Die haben oft das klare Ziel, ihr Opfer systematisch aus dem Unternehmen zu drängen“, so Figgen.

Wichtig sei immer, sich frühzeitig zur Wehr zu setzen und offen anzusprechen, wenn man sich ungerecht behandelt oder gar schikaniert fühlt. „Was wir allen raten: Es ist wichtig, die Vorkommnisse von Anfang an zu dokumentieren.“ Doch die Prognose für die Opfer sei leider schlecht: „Jeder fünfte Betroffene kündigt, 15 Prozent werden vom Arbeitgeber gekündigt.“

Experte fordert Gesetz gegen Mobbing im Job

Wie lässt sich das durchbrechen? Martin Figgen hat eine klare Forderung an die Politik: „Es wäre gut, wenn wir eine gesetzliche Handhabe gegen Mobbing hätten. In skandinavischen Ländern zum Beispiel ist man da schon weiter, hierzulande hinken wir hinterher. Leider gibt es in Deutschland noch nicht so etwas wie einen Anti-Mobbing-Paragraphen. So lange es den nicht gibt, kann man nur informieren und sensibilisieren.“

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Auf welche Warnzeichen man im Büroalltag achten sollte und an wen Mobbing-Opfer sich wenden können, das erzählt Martin Figgen im Gespräch mit Claudia Burger und Peter Sieben in der aktuellen Folge von „Prototyp“, dem ingenieur.de-Karrierepodcast in Kooperation mit VDI nachrichten.

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Weiterführende Themen:

Wann Chefs in Konflikte eingreifen sollten – Pflichten und Vorgehen

Narzissmus am Arbeitsplatz: Wie Sie mit Egomanen klarkommen

Ein Beitrag von:

  • Claudia Burger

    Claudia Burger

    Claudia Burger ist Redakteurin bei VDI nachrichten. Ihre
    Fachthemen sind Karriere, Management, Arbeitsmarkt, Bildung, Gesellschaft und Arbeitsrecht. 

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

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