Gesundheit

Globudent-Manager und Zahnärzte vor Gericht

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 3. 04 -Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat Anklage gegen drei frühere Manager der inzwischen aufgelösten Mülheimer Dentalfirma Globudent gestellt. Den Managern drohen bis zu zehn Jahre Haft. Unterdessen haben Beamte in einem neuen Fall von Zahnersatz-Betrug Räume in Berlin und NRW durchsucht.

Mitte November 2002 kochte der Skandal hoch. Der dringende Tatverdacht: Die Globudent/O-Dent-O-Dentalgesellschaft aus Mülheim ließ in Asien für durchschnittlich 150 € Zahnprothesen herstellen, verkaufte sie aber bundesweit an 478 Zahnärzte zu frisierten Höchstpreisen.
Die Mediziner leiteten die überzogenen Kosten an Patienten und Krankenkassen weiter – angeblich teilten sie sich mit Globudent-Angehörigen die zurückbehaltenen Gewinne. Behördensprecher Alfons Grevener erwähnte schon früh den Verdacht eines groß angelegten Betruges.
Jetzt ging beim Landgericht Duisburg die Anklage ein. Die drei Globudent-Hauptverantwortlichen sollen seit Mitte 1999 gemeinschaftlich und gewerblich betrogen haben. Grevener nannte das jetzt „einen besonders schweren Fall“, weil die drei Angeklagten „sich als Mitglieder einer Bande zur fortgesetzten Begehung von Betrugsstraftaten verbunden haben sollen“. Dabei beschränkt sich die mehr als 1000seitige Anklageschrift „aus Gründen der Verfahrensökonomie“ zunächst nur auf 68 Zahnärzte.
Denen wurden, allein nach dem bisherigen Ermittlungsstand, 2337 illegale Rückerstattungen zu insgesamt gut 3 Mio. € gewährt – in Einzelfällen waren das mehr als 220 000 €. Gegen rund 70 Zahnärzte und 20 Außendienstmitarbeiter von Globudent stehen die Ermittlungen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft noch aus. Die Verfahren gegen die restlichen 340 Dentisten werden momentan in der ganzen Bundesrepublik geführt.
Ohne ein eigens entwickeltes EDV-Verfahren wäre die Sonderkommission „EK-Dent“ bei der Polizei in Essen nicht so zügig vorangekommen. Nach Sichtung von Unterlagen in 53 Kartons mussten die Fahnder 60 000 Rechnungen durchforsten und konnten 100 000 überprüfte Zahlungsbelege zuordnen.
Ein Erfolg mehr war die Abschöpfung von Gewinnen: Die Behörden beschlagnahmten bei Globudent und Zahnärzten wertvolle Fahrzeuge, Grundstücke und ausländische Bankguthaben. Zusammen kam eine Summe von über 5 Mio. €.
Oberstaatsanwalt Alfons Grevener notiert verblüfft: „Ein Zugriff der beteiligten Kassen auf diese Vermögenswerte ist bisher nicht erfolgt“.
Der mitschwingende Vorwurf, die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) könnten kein Interesse an diesem Geld für die Solidargemeinschaft haben, bleibt freilich ohne schuldhaftes Echo: „Wir halten uns aus rechtlichen Gründen an die Zahnärzte“, sagt Rolf Hehemann vom Vorstand der KZV-Nordrhein, die Globudent sei „kein Ansprechpartner“. Teile von illegalem Zahnarztvermögen seien schon eingeholt worden, über Summen aber mag Hehemann nicht sprechen: „Das verzerrt sonst die Sicht“.
Ähnlich klingt es aus der KZV-Westfalen-Lippe: „Wir halten uns an unsere Vertragspartner, die Zahnärzte“, sagt Hauptgeschäftsführer Peter Schmidt. Die Maßnahmen könnten ja schließlich „bis zur Entziehung der Kassenzulassung“ gehen. Und von einer anderen Erkenntnis der Ermittler wollen weder Hehemann noch Schmidt etwas wissen: Mit der Nachfolgefirma von Globudent, der Mamisch Dentaltechnik-Handelsgesellschaft in Mülheim gebe es bereits neue Verträge von KZV-Mitgliedern. „Das ist uns nicht bekannt“, heißt es unisono.
Indessen haben Polizei und Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche in einem neuen Fall von Zahnersatz-Betrug in Berlin und Nordrhein-Westfalen Büros, Privaträume und Dentallabore untersucht. Nach Angaben von Krankenkassen sollen in diesen Fall rund 250 Zahnärzte verwickelt sein, die Gebisskeramik kam vor allem aus der Türkei. Wie im Fall Globudent waren es erneut die Betrugsermittler der AOK Niedersachsen, die den Anstoß für die Ermittlungen der Strafverfolger gaben. E. LILIENSIEK

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