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Impulse für die Energiebranche

02. Februar 2026

Mit der E-world beginnt traditionell das Messejahr der europäischen Energiewirtschaft. Was macht die Ausgabe in diesem Jahr besonders? Franziska Nebel: Die diesjährige E-world ist für uns in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes, denn wir feiern unser 25-jähriges Jubiläum und gleichzeitig die größte E-world, die es bisher gab. Wir sind 2001 mit…
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Mit der E-world beginnt traditionell das Messejahr der europäischen Energiewirtschaft. Was macht die Ausgabe in diesem Jahr besonders?

Franziska Nebel: Die diesjährige E-world ist für uns in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes, denn wir feiern unser 25-jähriges Jubiläum und gleichzeitig die größte E-world, die es bisher gab. Wir sind 2001 mit 230 Ausstellern in einer einzigen Messehalle gestartet und freuen uns jetzt auf sechs Messehallen und über 1 000 Aussteller. Besonders hervorzuheben ist, dass wir dabei auch eine steigende Beteiligung und Wahrnehmung aus dem Ausland verzeichnen können. Auf diese Entwicklung sind wir stolz.

Welche inhaltlichen Trends prägen die kommende E-world?

Nebel: Wir sehen schon lange eine starke Präsenz von IT-, Software- und Plattformlösungen auf der E-world. Künstliche Intelligenz ist dabei ein großes Thema. In den letzten Jahren kommen auch immer mehr Speicherlösungen hinzu. Gleichzeitig sind auch klassische Marktteilnehmer weiterhin stark vertreten. Gerade dieser Mix macht die E-world aus: Er verdeutlich, wie sich die Branche in den vergangenen 25 Jahren weiterentwickelt hat.

Der Blick nach vorn zeigt jedoch auch große Herausforderungen. Wo sehen Sie aktuell die kritischen Punkte?

Nebel: Besonders herausfordernd sind sicherlich der Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur, sowohl auf der Übertragungs- als auch auf Verteilnetzebene. Da passiert an ganz vielen Stellen schon sehr viel. Aber die Aufgaben sind und bleiben riesig. Mit den vielen Anschlussbegehren für Speicher und Rechenzentren müssen wir nicht nur mehr dezentrale Einspeisung und Elektrifizierung abfedern, sondern auch intelligent dezentral ausspeisen. Wir werden sicherlich nicht alle aktuell gemeldeten Projekte realisiert sehen, aber selbst einen Bruchteil davon ins Netz zu integrieren, wird nicht einfach. Gleichzeitig sind diese Großspeicherprojekte wichtig und vielversprechend. Darüber hinaus ist es eine Binse, dass wir tragfähige Finanzierungs- und Investitionsmodelle brauchen. Weil es aber keine einfache Antwort auf die Finanzierungsfragen gibt, verliert die Thematik nie an Aktualität. Das Thema Bezahlbarkeit bringt mich auch zu meinem dritten Punkt: Die kommunale Ebene. Wir denken zwar einerseits immer internationaler und global vernetzter, dennoch dürfen wir bei der Energiewende unsere Kommunen nicht vergessen. Sie müssen vor Ort die Umsetzung planen, koordinieren und finanzieren.

Franziska Nebel ist Projektleiterin Marketing bei der conenergy agentur.

Welche Rolle spielen Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende und warum rücken sie auf der E-world stärker in den Fokus?

Nebel: Kommunen sind das Rückgrat der Energiewende. Sie sind verantwortlich für die kommunale Wärmeplanung, für Verteilnetze, sowie Flächennutzungs- und Genehmigungsfragen. Gleichzeitig müssen sie Bürgerinnen und Bürger einbinden, Akzeptanz schaffen und Projekte praktisch umsetzen. Das alles geschieht oft unter hohem Zeitdruck und mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen.

Um bei all diesen Aufgaben zu unterstützen, führen wir erstmals den „Tag der Kommunen“ am dritten Messetag ein. Ziel ist es, kommunale Akteure gezielt zu vernetzen und ihnen praxisnahe Lösungen an die Hand zu geben. Im Mittelpunkt stehen Vorträge und Best-Practice-Beispiele zur kommunalen Wärmeplanung, zu Finanzierungsoptionen und zur Digitalisierung. Ergänzt wird das Programm durch Thementische und interaktive Formate, die den direkten Austausch mit Ausstellern ermöglichen.

Inwieweit können Digitalisierung und KI dazu beitragen, die Herausforderungen der Energiebranche zu meistern? Wo sehen Sie die Haupteinsatzfelder, den Nutzen und mögliche Risiken?

Nebel: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind zentrale Hebel, um die stark wachsende Komplexität moderner Energiesysteme beherrschbar zu machen. KI wird bereits heute in zahlreichen Bereichen erfolgreich eingesetzt, etwa im Netzmanagement, bei Last- und Erzeugungsprognosen, im Energiehandel, im Asset-Management oder in kundenorientierten Prozessen. Der Nutzen ist erheblich: Digitale und KI-gestützte Lösungen steigern Effizienz und Transparenz, verbessern die Planbarkeit und erhöhen die Versorgungssicherheit, insbesondere bei der Integration erneuerbarer Energien. Gleichzeitig dürfen mögliche Risiken nicht ausgeblendet werden. Akzeptanz ist ein entscheidender Faktor, sowohl im Unternehmen als auch beim Kunden. Dafür braucht es transparente Prozesse, nachvollziehbare Entscheidungslogiken und einen verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten. Deshalb besetzen wir das Thema intensiv auf der E-world 2026. Sowohl im Forenprogramm als auch in der E-world Community setzen wir gezielt Impulse. Ein besonderes Highlight ist das New Energy Systems Forum am zweiten Messetag, das unter dem Leitmotiv „New Energy Grids“ steht. Neben dem Ausbau und der Modernisierung der Netzinfrastruktur geht es dort konkret um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Energieversorgung. Auch das große Interesse an unserer Webinarreihe „AI x Energy: From Potential to Practice“ im November hat gezeigt, wie relevant dieses Thema aktuell für die Branche ist. Diese Diskussionen führen wir auf der Messe konsequent weiter.

Welche Bedeutung haben junge Unternehmen für die europäische Energiewirtschaft und wie tragen sie dazu bei, Innovationen voranzutreiben und die Branche zukunftsfähig aufzustellen?

Nebel: Start-ups sind ein zentraler Innovationstreiber für die europäische Energiewirtschaft. Sie entwickeln neue Technologien, digitale Lösungen und Geschäftsmodelle und bringen damit Geschwindigkeit und frische Perspektiven in den Markt. Gerade in Phasen tiefgreifender Transformation sind diese Impulse entscheidend, um bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und neue Lösungswege zu eröffnen.

Auf der E-world bieten wir jungen Unternehmen eine wertvolle Plattform. In unserem Ausstellungsbereich Innovation präsentieren Start-ups, junge innovative Unternehmen sowie Aussteller aus Wissenschaft und Forschung ihre neuesten Entwicklungen. Dort wird sichtbar, wie die Energiewelt von morgen aussehen kann: von intelligenten Steuerungssystemen über neue Speicherlösungen bis hin zu datengetriebenen Geschäftsmodellen. Diese Ideen prägen langfristig die Weiterentwicklung der Branche.

Ein besonderer Programmpunkt ist zudem das Change Forum am Messdienstag unter dem Titel „EnergyTech for Future: How Startup Innovation Transforms the Industry“. Dort stellen Start-ups ihre Lösungen und Visionen vor und treten in den direkten Austausch, wodurch neue Impulse und Kooperationen entstehen.

Frau Nebel, vielen Dank für das Gespräch.



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