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Photovoltaik legt kräftig zu, doch der Boom könnte schon 2027 enden

18. Juli 2026

Der Photovoltaik-Ausbau wächst 2026, doch Sondereffekte und geplante EEG-Reformen könnten den Boom ab 2027 bremsen und Investitionen dämpfen.
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In dem gestiegenen Photovoltaik (PV)-Ausbau sieht der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) jedoch noch keine nachhaltige Trendwende. Ein erheblicher Teil des Wachstums beruhe auf Sondereffekten und vorgezogenen Investitionen. Geplante Änderungen bei der Solarförderung könnten den Markt ab 2027 deutlich belasten.

Vor allem bei PV-Anlagen auf Wohngebäuden hat sich die Nachfrage nach einem schwachen Jahresauftakt zuletzt spürbar belebt. Der BSW-Solar führt das auf den Wunsch vieler Haushalte nach größerer Energieunabhängigkeit zurück. Die Energiekrisen im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg hätten das Interesse an einer eigenen Stromversorgung erneut verstärkt. Außerdem sorgt die Debatte über die künftige EEG-Förderung offenbar für Vorzieheffekte.

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Das Bundeswirtschaftsministerium plant laut dem vorliegenden Entwurf für das EEG 2027, die EEG-Förderung für neu installierte Anlagen mit weniger als 25 kW Leistung weitgehend abzuschaffen. Private und gewerbliche Investoren könnten Projekte deshalb früher realisieren, um noch von den bisherigen Rahmenbedingungen zu profitieren. Der aktuelle Zuwachs wäre damit nur teilweise Ausdruck eines dauerhaft stabilen Marktes. Nach Auslaufen der Förderung könnte die Nachfrage wieder zurückgehen.

Tempo bei Photovoltaik-Ausbau reicht langfristig nicht aus

Mit dem Zubau von 7,4 GW(peak) bleibt Deutschland nach Einschätzung des Verbandes derzeit zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Für die kommenden Jahre reicht das aktuelle Tempo nach Ansicht des Verbandes jedoch nicht aus. Um die Ausbauziele bis 2030 zu erreichen, müsse der jährliche Photovoltaik-Zubau in allen Marktsegmenten weiter steigen. Das betrifft Solaranlagen auf Wohn- und Gewerbegebäuden ebenso wie Fassaden und Freiflächen.

„Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Der Strombedarf werde durch den zunehmenden Einsatz von Elektroautos, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen weiter wachsen. Deshalb dürfe der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern, Fassaden und Freiflächen nicht gebremst werden.

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Der Handlungsdruck ist erheblich. In Deutschland sind inzwischen mehr als sechs Millionen PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 GW installiert. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie bereits etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Bis 2030 soll die installierte Solarstromleistung nach den gesetzlichen Ausbauzielen auf 215 GW steigen. Innerhalb von weniger als fünf Jahren müssten somit noch fast 90 GW hinzukommen.

EEG-Reform und Netzpaket verunsichern Investoren

Besonders kritisch bewertet der Solarverband die geplanten Änderungen im Zuge der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Vorgesehen sind unter anderem die Streichung der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Solaranlagen sowie der Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen. Nach Einschätzung von Wissenschaft und Branche könnten diese Maßnahmen den PV-Ausbau verlangsamen und die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte verschlechtern.

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Für Betreiber kleinerer Solaranlagen würde eine verpflichtende Direktvermarktung zusätzliche technische und administrative Anforderungen mit sich bringen. Gerade private Haushalte, kleinere Gewerbebetriebe und Vermieter könnten dadurch von Investitionen abgeschreckt werden. Auch der Wegfall von Entschädigungen bei Abregelungen birgt Risiken. Begrenzen Netzbetreiber die Einspeisung zeitweise, ohne entgangene Erlöse auszugleichen, steigen die Unsicherheiten bei der Finanzierung neuer Anlagen.

Die Folgen könnten weit über den Anlagenmarkt hinausreichen. Entlang der solaren Wertschöpfungskette sind zehntausende Arbeitsplätze von einer stabilen Nachfrage abhängig. Dazu zählen Projektierer, Installationsbetriebe, Handwerksunternehmen, Hersteller, Großhändler und Planungsbüros. Ein Rückgang des PV-Zubaus würde daher nicht nur die Energiewende bremsen, sondern auch Investitionen, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung gefährden.

Batteriespeicher senken Kosten und entlasten Stromnetze

Der BSW-Solar fordert deshalb verlässliche Rahmenbedingungen und eine stärkere Verzahnung des PV-Ausbaus mit dem Ausbau von Batteriespeichern. „An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei“, betont Körnig. Statt Investoren und Verbraucher mit unausgereiften Reformvorschlägen zu verunsichern, brauche Deutschland Planungssicherheit.

Batteriespeicher gewinnen nicht nur für den Eigenverbrauch von Solarstrom an Bedeutung. Sie können Erzeugungsspitzen aufnehmen, Strom zeitversetzt bereitstellen und damit die Stromnetze entlasten. Zugleich verringern sie den Bedarf an teuren Eingriffen in den Netzbetrieb und können Preisschwankungen am Strommarkt abfedern. Je mehr Solarstrom flexibel gespeichert und bedarfsgerecht genutzt wird, desto besser lässt sich ein wachsender Anteil erneuerbarer Energien in das Stromsystem integrieren.

Auch eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE verweist auf erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile eines beschleunigten Ausbaus von Photovoltaik und Batteriespeichern. Demnach könnten durch den verstärkten Einsatz von Speichern Milliardenkosten für Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Haushalte vermieden werden.



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