Biomasse gefragt wie nie 09.02.2022, 12:21 Uhr

Heizungsindustrie steigert Absatz um zehn Prozent

Investitionen in die eigenen vier Wände liegen im Trend. Davon profitierte 2021 auch die Heizungsindustrie. Vor allem die Nachfrage nach Biomasse-Heizsystemen stieg sprunghaft an.

Biomasse-Anlagen waren 2021 gefragter denn je. Foto: panthermedia.net/puhimec

Biomasse-Anlagen waren 2021 gefragter denn je.

Foto: panthermedia.net/puhimec

Wenn der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) im ersten Quartal die Bilanz für das Vorjahr präsentiert, freuen sich die Verbandsvertreter mittlerweile schon traditionell über weitere Wachstumsquoten. Seit 2016 ist die Gesamtzahl der abgesetzten Wärmeerzeuger von Jahr zu Jahr gestiegen. Und so verzeichneten die Industrievertreter auch für 2021 wiederum einen neuen Höchstwert: 929.000 Geräte wurden im vergangenen Jahr in den Markt gebracht – ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2020.

Biomasse legt über 40 % zu

Die positive Marktentwicklung führt der BDH insbesondere auf die erfolgreiche Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zurück. Das Programm werde gut angenommen. „Die Förderung ist ein Erfolg. Nach Jahrzehnten des Modernisierungsstaus, sehen wir jetzt, dass die Menschen bereit sind, in Klimaschutz zu investieren“, berichtet BDH-Präsident Uwe Glock. Den größten Zuwachs gegenüber 2020 gibt es im Bereich der holzbasierten Heizsysteme: Insbesondere stieg die Nachfrage nach Pelletheizungen (plus 51 % – 53.000 Einheiten) doch auch Kombi-Kessel (plus 37 % – 6.500 Einheiten) und Hackschnitzel-Feuerungen (21 % – 7.500 Einheiten) wurden häufiger als in der Vergangenheit verbaut. Zusammen wächst der Biomasse-Bereich somit um 41 % im Vergleich zu 2020 (76.500 Einheiten).

Auch das Segment Wärmepumpen legte nach einem starken Absatzplus in 2020 erneut mit gut 28 % und 154.000 in Verkehr gebrachten Geräten zu (Luft-Wasser-Wärmepumpen: plus 33 % – 127.000 Geräte, Sole-Wasser-Wärmepumpen: plus 12 % – 23.000 Geräte). Die HLH berichtete hierzu bereits.

Marktentwicklung nach Wärmeerzeugern in Deutschland (2012 bis 2021). Grafik: BDH

Die hinsichtlich der Stückzahlen absatzstärkste Technik ist wie in den Jahren zuvor die Gas-Brennwerttechnik. Ihr Anteil am Gesamtmarkt liegt bei 70 %. 2021 wurden 653.000 Geräte in den Markt gebracht, ein Plus von fünf Prozent. Damit bleibt die Gas-Brennwerttechnik in deutschen Gebäuden mit großem Abstand die Modernisierungstechnik Nummer eins.

Heizungsindustrie investiert Rekordsumme in Forschung und Entwicklung

Die positive deutsche Marktentwicklung spiegelt sich auch in der internationalen Multimomentaufnahme des Verbandes wider. Weltweit erwirtschafteten die im BDH organisierten Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 19,1 Milliarden Euro. Das sind rund drei Milliarden mehr als 2020. Ausschlaggebend für diesen Zuwachs sei vor allem die positive Marktentwicklung in Italien, Frankreich und UK, hier legten die Märkte zwischen 30 und 50 % gegenüber 2020 zu.

Die Anzahl der Beschäftigten in der Heizungsindustrie lag im Jahr 2021 bei rund 81.000, rund die Hälfte der Menschen war im Ausland tätig. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung erreichte mit 802 Millionen ein neues Allzeithoch – ein deutlicher Beleg für die Innovationskraft der Heizungsindustrie, so der BDH: „Bereits heute bieten die deutschen Hersteller sämtliche Systeme zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele an, von der Wärmepumpe über hybride Systeme und wasserstofffähige Brennwerttechnik, bis hin zu Brennstoffzellenheizungen oder Holzzentralheizungen.“ Diesen breiten technologischen Lösungsraum gelte es für die Erreichung der Klimaziele im Wärme- und Gebäudesektor zu nutzen und durch den Ausbau und Einsatz von CO2-freien und erneuerbaren Energien zu unterstützen, so BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Der Stopp der KfW-Effizienzhausförderung zum 24. Januar 2022 könne in diesem Zusammenhang zu Verunsicherungen beim Verbraucher führen. Daher sei es wichtig, das Vertrauen der Menschen bezüglich einer Investition in die Modernisierung ihrer Heizungen zu stärken, betont Uwe Glock. „Dies gelingt nur durch eine verstetigte und unveränderte Förderung durch das BEG.“

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