Unikat für Einfamilienhaus 05.08.2022, 07:35 Uhr

Europas erste 3D-Druck-Betonfassade

Eine Fassade aus 74 individuell gemusterten Betonpaneelen aus dem 3D-Drucker haben zwei Vorarlberger Unternehmen an einem Einfamilienhaus geschaffen.

74 individuell gemusterte Beton-Paneele umhüllen ein Einfamilienhaus in Götzis. Foto: CRE Panel

74 individuell gemusterte Beton-Paneele umhüllen ein Einfamilienhaus in Götzis.

Foto: CRE Panel

Die Vorarlberger Unternehmen Concrete 3D und CRE Panel haben ein Projekt umgesetzt, bei dem 74 individuell gemusterte Paneele, die mithilfe eines 3D-Druckverfahrens hergestellt wurden, die Betonfassade eines Einfamilienhauses in Götzis Vorarlberg (Österreich) umhüllen.

Das Potenzial des 3D-Drucks mit Beton

„Mit dem Projekt wollen wir für Architekten und Bauherren die Möglichkeiten von 3D-Druck mit Beton veranschaulichen“, sagt Markus Loacker, Geschäftsführer der beiden beteiligten Unternehmen. CRE Panel in Götzis ist spezialisiert auf Betonfertigteile mit Textilbewehrung, Concrete 3D in Nüziders auf 3D-Druck mit Beton, der die Freiformproduktion ohne Schalung ermöglicht.

So wurden in diesem Projekt 60 Zentimeter breite und zwei Zentimeter dicke Paneele gedruckt, die meisten davon sind über drei Meter lang. Die unsichtbar befestigte, wasserabweisende und hinterlüftete Fassade erstrahlt ganz in Weiß, trägt ein umlaufendes Muster aus Dreiecken und wechselt ihre optische Anmutung mit dem Lichteinfall der Sonne.

Die 3D-Druck-Betonfassade besteht aus 74 Elementen mit insgesamt rund 150 Quadratmeter Fläche. Pro Element betrug die Druckzeit nach Angaben des Herstellers etwa 25 Minuten. Die 3D-Druck-Düse, aus der der Beton austritt, legt dazu 18 Millimeter breite und mehrere Meter lange Schichten mit einer Schichtdicke von 4 Millimeter aufeinander, bis die gewünschte Bauteilbreite von hier 600 Millimeter erreicht ist. Wie das Unternehmen auf Nachfrage des Bauingenieur erklären ließ, werden die gedruckten Paneele schließlich auf ein Betonfertigteil-Paneel gleicher Größe geklebt, sodass die Fassadenelemente, die zur Hydrophobierung der Oberfläche noch einen Anstrich erhalten, eine Dicke von etwa 40 Millimeter aufweisen.

Spiel aus Licht und Schatten: Die Fassade des Einfamilienhauses wechselt ihre optische Anmutung mit dem Lichteinfall der Sonne.

Foto: CRE Panel

Druckverfahren und Unternehmen

Concrete 3D, dessen Gesellschafter sind zu gleichen Teilen der Fertigteilherstellers Jolo Betonfertigteile und das Bauunternehmen Tomaselli Gabriel Bau sind, produziert seit Anfang 2021 Bauteile mit einem 3D-Druckverfahren. Dabei wird eine Druckdüse am Ende eines 6-Achs-Industrieroboters mit 2,8 Meter Radius über eine Mörtelpumpe beschickt und zieht 15 bis 30 Millimeter dicke Betondruckbahnen.

Etwa 25 Minuten benötigte Concrete 3D, um ein Element der Betonfassade herzustellen. .

Foto: CRE Panel

Auf diese Weise lassen sich komplexe Geometrien in Serie produzieren – mit minimalem Materialeinsatz. „Eine innovative und kostengünstige Technologie, um für Bauherren individuelle Projekte zu gestalten“, freut sich Concrete-3D-Produktionsleiter Michael Gabriel. Derzeit beschäftigt das Unternehmen mit Firmensitz in Nüziders drei Mitarbeiter am Produktionsstandort in Götzis.

CRE Panel wurde 2016 gegründet und hat Erfahrung mit der Herstellung von Fassadenelementen aus Beton, in denen statt einer Stahlbewehrung eine hochfeste Textilbewehrung für Stabilität sorgt.

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Von CRE Panel / Karlhorst Klotz

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