Nach gescheiterter Fusion 13.12.2022, 09:49 Uhr

Schweizer Konzern übernimmt Birco

Knapp ein Jahr nach einem gescheiterten Übernahme-Versuch hat der Spezialist für Entwässerungsbauwerke aus Baden-Baden einen neuen Käufer gefunden.

Der Standort Herrenpfädel der Birco GmbH in Baden-Baden. Foto: Birco

Der Standort Herrenpfädel der Birco GmbH in Baden-Baden.

Foto: Birco

Die im Schweizer Rickenbach im Kanton Luzern ansässige Müller-Steinag-Gruppe übernimmt den Entwässerungsspezialisten Birco GmbH aus Baden-Baden vollständig inklusive Tochtergesellschaften und aller Standorte.

Übernahme soll rasch umgesetzt werden

Die Transaktion soll laut Birco noch in diesem Jahr vollzogen werden und bedarf nach Angaben der beteiligten Unternehmen keiner weiteren behördlichen Genehmigungen. Im Januar 2022 hatte das Bundeskartellamt der Aco Gruppe die Genehmigung verweigert, Birco zu übernehmen.

Birco soll auch künftig autark agieren und weiterhin als Marke bestehen bleiben. Beide Familienunternehmen wollen nach eigenen Angaben die gewohnten Ansprechpartner beibehalten und langfristige Kundenbindungen ausbauen.

Kontinuität betont

Frank Wagner, Geschäftsführender Gesellschafter von Birco, verwies darauf, dass es um das unternehmerische Lebenswerk aus nunmehr drei Generationen gehe und er mit Müller-Steinag einen Partner gefunden habe, dessen „DNA sehr ähnlich“ sei. Beide Birco-Standorte in Baden-Baden und in Sinzheim mit ihren 160 Mitarbeitern bleiben erhalten. „Mein langjähriger Kollege Christian Merkel wird auch weiterhin Birco als Vorsitzender der Geschäftsführung in Baden-Baden leiten“, sagte Wagner. „Ich selbst werde für eine gewisse Zeit für Birco noch beratend tätig sein.“

Die Müller-Steinag-Gruppe beschäftigt derzeit rund 1150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegründet wurde das inhabergeführte, unabhängige und eigenständige Schweizer Familienunternehmen wie Birco im Jahr 1927. Der mittlerweile diversifizierte Konzern ist in den Bereichen Betonwaren, Naturbaustoffe, Recycling, Entsorgung und Wasserbautechnik sowie einer Reihe weiterer Geschäftsfelder aktiv. Zur Gruppe gehört unter anderem auch Creabeton, der langjährige exklusive Vertriebspartner von Birco in der Schweiz.

Potenzial für weitere Entwicklungen

Urban Müller-Tschanz, Mitinhaber und Präsident des Müller-Steinag-Verwaltungsrats sieht viele Möglichkeiten für gemeinsame Entwicklungen, zum Beispiel beim Werkstoff Beton, aber auch bei den Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Eine Entwässerungsrinne im unweit des Birco-Stammsitzes verlaufenden Flüsschen Murg. Dort kann sie während des Foto-Shootings auf ästhetische Art und Weise zeigen, was sie an anderen Stellen leisten kann.

Foto: Birco

Derzeit realisiert Birco nach eigenen Angaben mit über 6 Mio EUR die größte Investition der Unternehmensgeschichte. Mit dem Bau einer modernen Mischanlage sowie zusätzlicher Infrastrukturmaßnahmen wird im Zuge der strategischen Unternehmensentwicklung der Produktionsstandort in Baden-Baden weiter ausgebaut. Die Logistik wird auch in Zukunft über das Logistikzentrum in Sinzheim abgewickelt. Auch die Vertriebsgesellschaft in Frankreich wird unverändert fortgeführt. Darüber hinaus seien bereits zahlreiche gemeinsame Zukunftsprojekte in der Planung.

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Von Birco / Karlhorst Klotz