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Was verdient ein Bauingenieur? Gehalt nach Erfahrung und Region

10. September 2026

Bauhelm und Pläne im Vordergrund, Mann verschwommen im Hintergrund
Bauingenieurinnen und Bauingenieure verdienen je nach Berufserfahrung, Verantwortung und Arbeitsort sehr unterschiedlich. Der Median liegt laut Bundesagentur für Arbeit bei gut 6.000 € brutto im Monat. Foto: Smarterpix / diego_cervo
Bauingenieur-Gehalt im Überblick: So viel verdienen Einsteiger und erfahrene Fachkräfte – und so groß sind die regionalen Unterschiede.
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6038 € brutto im Monat: So hoch ist das Medianentgelt in der Berufsgattung, der Bauingenieurinnen und Bauingenieure im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zugeordnet sind. Doch hinter diesem Wert steckt eine große Spannweite.

Beim Berufseinstieg nennen aktuelle Quellen etwa 46.000 bis 51.000 € im Jahr. Nach mehr als zehn Jahren Berufserfahrung sind laut Kununu durchschnittlich 77.500 € möglich. Auch der Arbeitsort macht einen deutlichen Unterschied: Zwischen Baden-Württemberg und Thüringen liegen beim Median mehr als 1000 € pro Monat.

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Inhaltsverzeichnis

Wie viel verdient ein Bauingenieur?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für „Ingenieur/in – Bau“ aktuell ein Medianentgelt von 6038 € brutto im Monat aus. Datenstand ist 2025.

Der Median teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Gruppen: Die eine Hälfte verdient weniger, die andere mehr. Anders als ein Durchschnitt reagiert der Median weniger empfindlich auf einzelne besonders hohe oder niedrige Einkommen.

Die Spannweite innerhalb der Berufsgattung ist erheblich. Das untere Quartil liegt bei 4932 €, das obere bei 7324 € brutto im Monat. Ein Viertel verdient demnach weniger als 4932 €, ein weiteres Viertel mehr als 7324 €.

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Gehaltsniveau Brutto pro Monat Rechnerisch pro Jahr
Unteres Quartil 4932 € 59.184 €
Median 6038 € 72.456 €
Oberes Quartil 7324 € 87.888 €

Bei den Jahreswerten ist allerdings Vorsicht angebracht. Die Entgeltstatistik der Bundesagentur berücksichtigt auch Sonderzahlungen, darunter Weihnachts- und Urlaubsgeld, Tantiemen, Gratifikationen und Provisionen. Die rechnerischen 72.456 € entsprechen daher nicht zwingend zwölf vertraglichen Monatsgrundgehältern.

Auch die Berufsabgrenzung ist wichtig. In der verwendeten Berufsgattung „Bauplanung und -überwachung – hoch komplexe Tätigkeiten“ stecken neben Bauingenieurinnen und Bauingenieuren beispielsweise Statiker, BIM-Manager sowie Ingenieure im konstruktiven Ingenieurbau.

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Wer sich nicht nur für das Gehalt interessiert, sondern für Aufgaben, Studium und Spezialisierungen, findet diese ausführlich im Berufsprofil Bauingenieur auf ingenieur.de.

Warum nennen Gehaltsportale deutlich niedrigere Werte?

6038 € im Monat entsprechen rechnerisch mehr als 72.000 € im Jahr. Wer bei Stepstone oder Kununu nach Bauingenieur-Gehältern sucht, findet dagegen deutlich niedrigere Werte.

Kununu nennt auf Basis von mehr als 6.200 Gehaltsangaben ein Durchschnittsgehalt von 60.500 € brutto im Jahr. Stepstone weist für „Ingenieur/in Bauingenieurwesen“ ein Mediangehalt von 53.300 € aus.

Quelle Gehaltswert Kennzahl
Bundesagentur für Arbeit 6038 €/Monat Median
Kununu 60.500 €/Jahr Durchschnitt
Stepstone 53.300 €/Jahr Median

Die Differenz von fast 20.000 € zwischen Stepstone und dem hochgerechneten BA-Wert wirkt zunächst erstaunlich. Die Werte lassen sich aber nicht eins zu eins vergleichen.

Die Bundesagentur verwendet Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung und ordnet Bauingenieure einer breiteren Berufsgattung zu. Kununu wertet freiwillig gemeldete Gehälter seiner Nutzerinnen und Nutzer aus. Stepstone nutzt Vergütungsdaten aus seinem Gehaltsplaner. Hinzu kommt: Kununu nennt einen Durchschnitt, Bundesagentur und Stepstone einen Median.

Es gibt deshalb nicht die eine Gehaltszahl, die den gesamten Beruf exakt beschreibt. Für die eigene Einordnung ist entscheidend, welche Tätigkeit, Erfahrung und Region tatsächlich vergleichbar sind.

Was verdienen Bauingenieure beim Berufseinstieg?

Nach dem Studium liegen die Gehälter erwartungsgemäß unter dem Wert für alle Erfahrungsstufen.

Stepstone weist für „Junior Bauingenieur/in“ derzeit ein Mediangehalt von 46.000 € brutto im Jahr aus. Die angegebene Spanne reicht von 40.400 bis 53.700 €.

Kununu kommt für Bauingenieurinnen und Bauingenieure mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung auf durchschnittlich 50.600 € jährlich.

Ein ähnlicher Wert ergibt sich aus der laufenden Unternehmensbefragung von Berufsstart. Im September 2026 liegen dort Angaben von 73 Unternehmen vor. Der ermittelte Durchschnitt beträgt 50.788 € im Jahr.

Als Orientierung lässt sich damit festhalten:

Aktuelle Quellen verorten das Einstiegsgehalt von Bauingenieurinnen und Bauingenieuren grob zwischen 46.000 und 51.000 € brutto im Jahr.

Die Werte bilden allerdings nicht exakt dieselbe Gruppe ab: Stepstone betrachtet eine Jobbezeichnung, Kununu Beschäftigte mit bis zu drei Jahren Erfahrung und Berufsstart Hochschulabsolventen. Sie sollten deshalb nicht als harte Unter- und Obergrenze verstanden werden.

Welche Faktoren beim ersten Gehalt zusätzlich eine Rolle spielen, haben wir im Beitrag „Einstiegsgehalt für Ingenieure: Diese 6 Faktoren machen den Unterschied“ ausführlicher betrachtet.

Nach zehn Jahren steigt das Gehalt deutlich

Wie stark Berufserfahrung ins Gewicht fällt, zeigen die Daten von Kununu besonders deutlich. Bauingenieurinnen und Bauingenieure mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung verdienen dort durchschnittlich 50.600 € brutto im Jahr.

Nach mehr als zehn Jahren sind es 77.500 €.

Berufserfahrung Durchschnittliches Jahresgehalt
weniger als 3 Jahre 50.600 €
mehr als 10 Jahre 77.500 €

Die Differenz beträgt knapp 27.000 € im Jahr.

Diesen Anstieg allein als automatischen Erfahrungsbonus zu verstehen, wäre allerdings falsch. Mit wachsender Berufserfahrung verändern sich häufig auch Aufgaben und Verantwortung.

Das lässt sich innerhalb derselben Kununu-Auswertung erkennen. Bauingenieure mit mehr als zehn Jahren Erfahrung kommen ohne Personalverantwortung auf durchschnittlich 72.100 €, mit Personalverantwortung auf 85.500 €.

Damit liegen zwischen erfahrenen Beschäftigten mit und ohne Führungsverantwortung mehr als 13.000 € im Jahr.

Auch der gesondert erfasste Beruf „Projektleiter/in Bauingenieurwesen“ liegt bei Kununu mit durchschnittlich 70.100 € über dem allgemeinen Bauingenieur-Durchschnitt von 60.500 €. Die Zahlen zeigen vor allem eines: Für das Gehalt zählt nicht nur, wie lange jemand im Beruf ist, sondern auch, welche Verantwortung mit der Stelle verbunden ist.

Einen breiteren Blick auf Gehälter verschiedener Tätigkeiten in der Baubranche gibt der Beitrag „Gehalt im Bau 2026: So steigern Fachkräfte ihr Einkommen auf bis zu 85.000 Euro“.

Große Unternehmen zahlen beim Einstieg mehr

Auch die Unternehmensgröße zeigt sich in den verfügbaren Daten. Berufsstart schlüsselt die Einstiegsgehälter von Bachelorabsolventinnen und -absolventen im Bauingenieurwesen nach Arbeitgebergröße auf.

Unternehmensgröße Durchschnittliches Einstiegsgehalt
bis 100 Beschäftigte 48.333 €
100 bis 1000 Beschäftigte 49.853 €
ab 1000 Beschäftigte 54.231 €

Zwischen kleinen Unternehmen und Arbeitgebern mit mindestens 1000 Beschäftigten liegen damit im Durchschnitt knapp 5900 € brutto im Jahr.

Die Zahlen sollte man nicht überinterpretieren. Hinter der Auswertung stehen aktuell nur 73 Unternehmen, verteilt auf drei Größenklassen. Sie liefert damit eine Orientierung, aber keine allgemeingültige Gehaltstabelle für die gesamte Branche.

Wo verdienen Bauingenieure in Deutschland am meisten?

Beim Arbeitsort zeigt sich ein deutliches regionales Gefälle. Die Bundesagentur ordnet ihre Regionaldaten nach dem Arbeitsort der Beschäftigten, nicht nach deren Wohnort.

Das höchste Medianentgelt unter den Bundesländern mit veröffentlichtem Wert erreicht Baden-Württemberg mit 6297 € brutto im Monat. Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegen mit jeweils gut 6200 € nur knapp dahinter.

Deutlich niedriger fallen die Werte in den ostdeutschen Flächenländern aus.

Bundesland Median brutto/Monat
Baden-Württemberg 6297 €
Hessen 6219 €
Niedersachsen 6217 €
Nordrhein-Westfalen 6216 €
Rheinland-Pfalz 6158 €
Hamburg 6096 €
Bayern 6056 €
Schleswig-Holstein 6037 €
Berlin 5786 €
Sachsen-Anhalt 5381 €
Sachsen 5373 €
Brandenburg 5316 €
Mecklenburg-Vorpommern 5271 €
Thüringen 5264 €

Für Bremen und das Saarland steht für diese Berufsgattung kein entsprechender veröffentlichter Regionalwert zur Verfügung. Die Bundesagentur veröffentlicht regionale Entgeltwerte nicht, wenn die Fallzahlen für eine belastbare Auswertung zu gering sind.

In Sachsen und Thüringen liegt der Median deutlich niedriger

Die vollständige Tabelle verändert den Blick auf die regionalen Gehaltsunterschiede. Zwischen Baden-Württemberg und Thüringen liegen 1033 € brutto im Monat. Baden-Württemberg liegt damit knapp 20 % über Thüringen.

Auch Sachsen und Sachsen-Anhalt erreichen mit 5373 beziehungsweise 5381 € deutlich weniger als der bundesweite Median von 6038 €.

Berlin hebt sich mit 5786 € von den übrigen ostdeutschen Ländern ab, bleibt aber ebenfalls unter dem bundesweiten Wert.

Das Ost-West-Gefälle ist damit bei den Bauingenieur-Gehältern weiterhin sichtbar. Allerdings wäre es zu einfach, die Unterschiede allein mit der geografischen Lage zu erklären. Die Gehaltsstruktur hängt auch davon ab, welche Arbeitgeber, Unternehmensgrößen und Tätigkeiten in einer Region vertreten sind.

Ein höherer regionaler Median bedeutet außerdem nicht automatisch eine entsprechend höhere Kaufkraft. Miet- und Lebenshaltungskosten berücksichtigt der Entgeltatlas nicht.

Düsseldorf vor Stuttgart und München

Noch größer können die Unterschiede auf Stadtebene ausfallen. Unter den im Entgeltatlas ausgewiesenen Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern liegt Düsseldorf mit 6809 € brutto im Monat vorn. Stuttgart folgt mit 6543 €.

Stadt Median brutto/Monat
Düsseldorf 6809 €
Stuttgart 6543 €
Essen 6233 €
Frankfurt am Main 5972 €
München 5970 €
Köln 5848 €
Hannover 5817 €
Nürnberg 5792 €

Bemerkenswert ist vor allem der Vergleich zwischen Düsseldorf und München. Obwohl München zu den wirtschaftsstärksten und teuersten Städten Deutschlands gehört, liegt das Medianentgelt der betrachteten Berufsgattung dort rund 840 € unter dem Düsseldorfer Wert.

Das zeigt, warum pauschale Regeln wie „im Süden verdient man am besten“ nur begrenzt weiterhelfen. Schon zwischen einzelnen Städten können die Verhältnisse deutlich anders aussehen als im Bundesländervergleich.

Fachkräftemangel bedeutet nicht automatisch höhere Gehälter

Bauingenieurinnen und Bauingenieure werden weiterhin gebraucht. Gerade die geplanten Investitionen in Brücken, Straßen und Schienen treffen auf einen angespannten Fachkräftemarkt.

VDI nachrichten beschreibt für den Infrastruktur- und Baubereich insbesondere Bedarf an Fachleuten mit digitalen, interdisziplinären und geotechnischen Kompetenzen. Mehr dazu im Beitrag „Investitionsoffensive trifft auf Fachkräftemangel“.

Aus Fachkräftemangel folgt jedoch nicht automatisch ein bestimmter Gehaltsaufschlag. Das zeigt schon der regionale Vergleich: Auch in Regionen mit Personalengpässen können die Gehälter deutlich unter denen wirtschaftsstärkerer Standorte liegen.

Für Gehaltsverhandlungen ist Arbeitsmarktknappheit deshalb nur ein Faktor unter mehreren.

Was ist ein realistisches Gehalt für Bauingenieure?

Eine einzige Zahl wird dem Beruf nicht gerecht. Als grobe Orientierung lassen sich aus den aktuellen Daten jedoch einige Größenordnungen ableiten:

  • Berufseinstieg: etwa 46.000 bis 51.000 € brutto im Jahr
  • Kununu-Durchschnitt über alle Erfahrungsstufen: 60.500 €
  • mehr als zehn Jahre Berufserfahrung: durchschnittlich 77.500 € bei Kununu
  • mehr als zehn Jahre plus Personalverantwortung: durchschnittlich 85.500 € bei Kununu
  • Median der BA-Berufsgattung: 6038 € brutto im Monat
  • regionaler BA-Median: von 5264 € in Thüringen bis 6297 € in Baden-Württemberg

Damit lässt sich das eigene Gehalt wesentlich besser einordnen als mit einem bundesweiten Durchschnitt allein. Relevant sind vor allem Berufserfahrung, konkrete Tätigkeit und Verantwortung, Unternehmensgröße sowie Arbeitsort.

Wer 50.000 € beim Einstieg verdient, liegt damit derzeit in einer plausiblen Größenordnung. Wer nach zehn oder mehr Jahren weiterhin auf diesem Niveau liegt, sollte dagegen genauer prüfen, ob Tätigkeit, Verantwortung und Arbeitgeber noch marktgerecht vergütet werden.

Quellen



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