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Wie Isar Aerospace das europäische SpaceX werden will

07. September 2020

Musterbild: Satellit vor Erde
Immer mehr Satelliten werden in den Orbit geschickt. Foto: panthermedia.net/rottenman
Wer ist schon SpaceX? In München entsteht ein neues europäisches Raumfahrtunternehmen. Wie Isar Aerospace die europäische Raumfahrt international wettbewerbsfähig machen will.
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Was Starlink schafft, kann Deutschland schon lange, oder? Die deutsche Wirtschaft will 2021 Raketen ins All bringen. Genauer gesagt, das Münchener Start-up „Isar Aerospace“. Unterstützt mit 100 Millionen Euro wollen die bayerischen Ingenieure eigene Trägerraketen entwickeln.

Starlink hat bereits mehrere Hundert Satelliten ins All befördert. Wir berichteten hier darüber.

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Das von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründete Satelliten-Internet-Starlink wird schon bald an den Start gehen. Das wirtschaftliche Potenzial ist auch der deutschen Industrie bekannt. Eine Ausgründung der TU München plant jetzt den Bau einer eigenen ersten Trägerrakete.

Europäisches SpaceX soll entstehen

Vorstandschef von Isar Aerospace, Daniel Metzler, gibt die Pläne bekannt und sagt, dass ein europäisches SpaceX aufgebaut werden soll. Konkret geht es um „ein privat finanziertes Unternehmen zum Bau von Weltraumraketen“. Dafür hat das Start-up 100 Millionen Euro eingesammelt. Unter den Investoren finden sich prominente Vertreter wie Airbus, der ehemalige SpaceX-Chefingenieur Bulent Altan und der Risikofonds Earlybird.

Spectrum: 27 Meter lange Trägerrakete ist noch im Bau

Die Trägerrakete soll auf den Namen „Spectrum“ getauft werden. Derzeit baut Isar Aerospace an der 27 Meter langen Rakete. Die Produktionshalle befindet sich im Süden Münchens. Dort sollen bis zu drei der Trägerraketen parallel fertig gestellt werden. Ende 2021 soll es dann so weit sein – die erste Spectrum steht für den Start bereit. Bis zu einer Tonne Nutzlast können die Rakete in den Orbit befördern, so Isar Aerospace. Spectrum wäre dann neben der größeren europäischen Ariane die erste deutsche Weltraumrakete, die Satelliten ins All bringen kann.

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Markus Söder weiht Produktionshalle ein

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Produktionshallen in Ottobrunn eingeweiht. Bayern hat also seinen Segen gegeben. Der 27 Meter lange Flugkörper soll 2021 erstmals den Erdorbit erreichen. Die Rakete sei dabei verhältnismäßig klein und könne unkompliziert per Lkw transportiert werden.

Eigener deutscher Weltraumstartplatz

Doch von wo kann die Spectrum starten? Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert bereits einen eigenen Weltraumstartplatz, zum Beispiel in der Nordsee. Neben Isar Aerospace befassen sich nämlich auch noch andere junge Unternehmen mit dem Bau von Weltraumraketen. „Hi-Impulse“ und „Rocket Factory Augsburg“ haben ebenfalls Pläne. In den letzten Jahren haben sich rund 80 neue deutsche Firmen im Bereich Raumfahrt angesiedelt.

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150 Mitarbeiter sollen europäisches SpaceX aufbauen

Team Isar Aerospace
Das ist das Team von Aerospace.

Start-ups sind eher für wenige Mitarbeiter und viele Überstunden bekannt. Wie will Isar Aerospace also den Aufbau eines europäischen SpaceX schaffen?

Insgesamt sollen 150 Mitarbeiter eingestellt werden. Zudem wird die Hardware zum großen Teil aus dem Großraum München stammen. Das spart Kosten in der Logistik. Laut Metzler liege das Kundeninteresse im dreistelligen Millionenbereich.

Wissen Sie eigentlich, warum noch keine deutsche Astronautin im All war? Wir haben bei Suzanna Randall nachgefragt, die 2021 als erste deutsche Astronautin zur ISS fliegen möchte. Hier in die Podcast-Folge reinhören.

Antrieb:

Der eigens entwickelte Aquila-Motor ermöglicht höchste Leistung bei gleichzeitiger Minimierung der Systemkomplexität und der Produktionskosten. Der Antrieb verwendet leichte Kohlenwasserstoffe und flüssigen Sauerstoff. So wird die Umweltbelastung reduziert.

Erste Stufe:

  • 9 Motoren
  • Schub 675 kN
  • 150 s Schub

Zwischen der ersten und zweiten Stufe befindet sich eine leichte Struktur, in der sich der Motor der zweiten Stufe während der frühen Aufstiegsphasen befindet. Die einstufige Trennung reduziert die damit verbundenen Missionsrisiken.

Zweite Stufe:

  • 1 Motor
  • Brenndauer 300 s
  • 94 kN

Markt für Satellitenstarts ist sehr begehrt

Laut Schätzungen von Morgan Stanley boomt der Markt für Satellitenstarts. Bis 2023 soll sich der Markt auf 6,9 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Der Satelliten-Breitband-Markt verspricht sogar einen Umsatz von 46 Milliarden Dollar 2030. Dass Isar Aerospace auch ein großes Risiko eingeht, zeigen SpaceX-Anwärter wie Oneweb, die Insolvenz anmelden mussten.

Isar Aerospace: Wie die Idee entstand?

2017 reiften erste Ideen für ein Start-up an der Technischen Universität München im Raketentechnik-Bereich. Eine Gruppe von Studierenden gründete daraufhin die Initiative WARR und entwickelte spezielle Raketentriebwerke. Die Raumfahrtindustrie zeigte schnell Interesse. Daraus entstand Isar Aerospace 2018. Das erklärte Ziel: die europäische Raumfahrt international wettbewerbsfähig zu machen und den Zugang zum Weltraum kostengünstiger zu gestalten.

GründerInnen: Josef Fleischmann, Markus Brandl, Daniel Metzler

Gründung: 2018

Kapital: 17 Millionen Euro

Mehr zu Isar Aerospace erfahren

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