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NFT: JPEG-Datei ist 69 Millionen Dollar wert – Was Sie über NFT wissen müssen

25. März 2021

NFT: JPEG-Datei ist 69 Millionen Dollar wert – Was Sie über NFT wissen müssen
Blockchain, Kryptowährung, NFT: Der Rekord-Verkauf eines Digitalkunstwerks beim Auktionshaus Christie’s könnte eine neue Ära einleiten. Foto: Panthermedia.net/kentoh
NFT-Handel erlebt gerade einen unglaublichen Hype: Ein Bild des Künstlers Beeple hat für eine Rekordsumme den Besitzer gewechselt. Das kommt einer Revolution gleich. Was Sie jetzt über NFTs und Blockchains wissen müssen.
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Das dürfte die teuerste JPEG-Datei sein, die es je gegeben hat: Eine Collage aus 5.000 kleinen Bildern hat jetzt einen Rekord für digitale Kunst erzielt. Für mehr als 69 Millionen Dollar wurde das Werk des Künstlers Beeple über das Auktionshaus Christie`s versteigert. Die Auktion läutet eine neue Ära ein und dürfte ein Beschleuniger für den gesamten Kryptomarkt sein. Denn mit der Collage wurde erstmals ein NFT, also ein Non-Fungible Token, in einem renommierten Auktionshaus versteigert.

Mehr als 69 Millionen Dollar zahlte ein Käufer für dieses digitale Bild: Es war die erste NFT-Auktion bei Christie`s.

Und erstmals war es möglich, bei Christie´s mit der Kryptowährung Ether zu bezahlen. Das Thema NFT ist neben Tiktok und Clubhouse womöglich der neue Hype 2021, über den jetzt alle reden. Was ist NFT genau? Was war das Besondere an der Auktion? Wie werden sich NFT und Kryptowährung entwickeln?

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Alle wichtigen Fragen und Antworten zum Trendthema NFT:

Was ist NFT?

NFT steht für den Begriff “Non-Fungible Tokens”. Übersetzt meint das: nicht ersetzbare (oder austauschbare) Token. Die Non-fungible Tokens sind gewissermaßen digitale Echtheitszertifikate. Sie sorgen dafür, dass unter einer Vielzahl identischer Kopien nur eine Datei (signiertes) Original gilt.

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Bei den meisten aktuellen NFT wird die Echtheit mithilfe der Blockchain-Datenkette der Krypto-Währung Ethereum abgesichert.

Was ist eine Blockchain?

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  • Die Blockchain wiederum ist eine Datenbank, die alle Transaktionen mit einem digitalen Artikel speichert und auf viele Rechner im Netz verteilt ist. So soll sie fälschungssicher sein.
  • Eine Blockchain setzt sich also aus Blöcken zusammen, die aneinandergehängt sind. Jeder Block enthält einerseits die eigentlichen Daten, die gespeichert werden sollen.
  • Zum anderen ist ein eindeutiger und fälschungsicherer Hash-Wert hinterlegt, der sicherstellen soll, dass der Dateninhalt unverändert bleibt.
  • Jedes Kettenglied, also jeder Block, kennt den Hash-Wert des direkt vor ihm liegenden Blocks. Wie in einer Kettenreaktion authentifiziert sich die Blockchain so selbst. Wird an irgendeiner Stelle in der Kette ein Hashwert verändert, funktioniert die Kette nicht mehr – sie wird gewissermaßen gesprengt.

Der Begriff Token kann im Zusammenhang mit einer Blockchain zum Beispiel für einen Vermögenswert oder für die digitale Entsprechung eines realen Guts stehen. Bei einer Währung, wie etwa dem Bitcoin, sind diese Token austauschbar: Denn jeder Token steht für denselben Vermögenswert. Bei NFT ist das nicht der Fall, sie sind “non-fungible”, also nicht austauschbar. Dadurch wird die Sache, die der NFT repräsentiert, nachvollziehbar einzigartig.

Diese Innovationen werden die Zukunft prägen

Zwei Ethereum-Token-Standards für NFT sollte man kennen: Am weitesten verbreitet ist der sogenannte ERC-721-Standard. Zum anderen gibt es den ERC-1155-Standard. Mit ihm sind gebündelte Transaktionen von NFTs machbar. Theoretisch sind damit unendlich vielen Token mit einem einzigen Smart-Contract denkbar. Deshalb wird der ERC-1155-Standard auch Multi-Token-Standard genannt.

Wo kann man NFT kaufen?

Dass ein Auktionshaus wie Christie’s NFTs anbietet, ist noch sehr neut. Inzwischen haben sich aber verschiedene Marktplätze für NFTs etabliert. Ein paar Beispiele:

  • Die Plattform Opensea ist gewissermaßen ein Klassiker, gemessen in Kryptowährungszeiträumen: Es gibt sie seit 2018.
  • Über den Enjin-Marketplace können Nutzer mit NFTs handeln, die auf der Online-Gaming-Plattform Enjin beruhen. Der Marktplatz richtet sich vor allem an die Gamer-Szene.
  • Rarible: Auch hier können NFT erzeugt und gehandelt werden. Vornehmlich geht es bei diesem Marktplatz um digitale Kunst.
  • Auch auf SuperRare wird meist mit Kunst gehandelt.
  • Das Berliner Startup Fanzone Media entwickelt eine Handelsplattform speziell für NFT-Sammelkarten. Im April soll das Portal starten.

Influencer und berühmte CEOs befeuern NFT-Hype

Um Krypto-Währung, vor allem um den Bitcoin, hatte es zuletzt einen extremen Hype gegeben, nicht zuletzt durch die Investitionen von Tesla-Chef Elon Musk. Das dürfte auch den jüngsten Ansturm auf NFTs befeuert haben.

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In den letzten Monaten konnten NFT-Dateien bei Verkäufen immer wieder enorme Preise erzielen:

  • So verkaufte die Popmusikerin Grimes – Partnerin von Elon Musk – eine Reihe kurzer Videoschnipsel für insgesamt knapp sechs Millionen Dollar.
  • Und ein Clip, der Basketball-Star LeBron James zeigt, wie er einen Ball in den Korb hämmert, wechselte für mehr als 200.000 Dollar den Besitzer.
  • Und Twitter-Chef Jack Dorsey versteigert eine digitale Kopie des allerersten Tweets aus dem Jahr 2006 – den jeder nach wie vor kostenlos im Netz sehen kann. Das höchste Gebot liegt derzeit bei 2,5 Millionen Dollar. Käufer spekulieren darauf, dass Dateien mit NFT-Zertifikat an Wert gewinnen werden.

Transaktionen mit Kryptowährungen starteten zunächst besonders in der Gaming-Szene durch. Spieler erwerben per NFT neue digitale Charaktere, Ressourcen oder Gegenstände, die sie ein Level weiterbringen oder je nach Spiel das digitale Alter ego individueller machen. Der Rekord liegt bei 1,5 Millionen Dollar für ein virtuelles Stück Land im Blockchain-basierten Spiel “Axie”.

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In der Musikbranche sehen Bands und Influencer ebenfalls eine Chance, Umsätze über den Krypto-Markt zu erzielen. Die bekannte US-Band “Kings of Leon” kündigte zum Beispiel an, ihr neues Album als limitierte NFT-Edition zu veröffentlichen. Anstatt neue Songs klassisch in Streamingdienste oder gar auf CD anzubieten, ermöglicht das Anbieten über NFT ein Spiel der Verknappung und Exklusivität.

Was steckt hinter dem NFT-Werk von Beeple?

Das digitale Bild des US-Künstlers Beeple, das jetzt für 69.346.250 Dollar (rund 57,8 Millionen Euro) versteigert worden ist, besteht aus winzigen Abbildungen digitaler Bilder, die bei der Online-Plattform Tumblr angesehen werden können. Beeple, mit bürgerlichem Namen Mike Winkelmann, lädt seit geraumer Zeit jeden Tag ein neues Bild hoch. Insgesamt 13 Jahre hat er an dem Werk gearbeitet.

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Jetzt hat Winkelmann alle Bilder zu einer JPEG-Datei mit 21.069 mal 21.069 Pixeln zusammengefügt. Die Collage trägt den Titel “Everydays: The First 5000 Days”. Wie sehr ihn wohl selbst der unglaubliche Verkaufswert überrascht hat, macht ein Video deutlich, dass der Künstler nach der zweiwöchigen Versteigerung bei Youtube veröffentlichte. Es zeigt die erschüttert-ungläubige Reaktion seiner Familie. Beeple selbst, alias Mike Winkemann, ruft: “Ich fahre nach Disneyworld!”

Auktionshäuser wie Christie’s versuchen, neue Distributionswege zu finden und jüngere Käufer zu gewinnen. Eine NFT-Auktion kann offenbar ein solcher Weg sein: Mehr als die Hälfte der 33 Bieter auf das Werk wurden zwischen 1981 und 1996 geboren, teilte Christie’s nach der Auktion am Donnerstag mit. Die JPEG-Datei ist satte 319 Megabyte groß: Der Käufer kann so weit in das Bild hineinzoomen, dass er sich jedes einzelne Bild des Mosaiks einzeln ansehen kann, wenn er möchte.

Wer hat auf das Kunstwerk geboten?

Christie’s hat detailliert aufgeschlüsselt, wer sich an der Auktion beteiligt hat. Die Auflistung zeigt, dass das Auktionshaus seine Zielgruppe durch die Aktion deutlich erweitern konnte:

  • 33 Bieter insgesamt
  • 91 % boten zum ersten Mal bei Christie’s
  • 55 % der Bieter sind Amerikaner, 27 % Europäer, 18 % Asiaten
  • 6 % gehören der sehr jungen sogenannten Generation Z an (Jg. 1997-2012). Die größte Bietergruppe sind die Millenials (Jg. 1981-1996) mit 58 %.  33 % gehören zur Generation X (Jg. 1965-1980) und nur 3 % stammen aus der Baby-Boomer-Generation (Jg. 1946-1964).

Kritik an NFT

NFTs sind durchaus nicht unumstritten. So merken Kritiker an, dass Copyright-Verletzungen begünstigt werden könnten. Gerade bei digitalen Produkten kann unter Umständen nicht immer nachgeprüft werden, ob der Verkäufer wirklich alle Rechte innehat.

Ein weiteres Problem: Dem Käufer gehört das erworbene Krypto-Objekts zunächst nur auf der jeweiligen Blockchain. Das heißt: Das Objekt könnte auch auf anderen NFT-Blockchains erneut angeboten werden – das war es dann mit der Einzigartigkeit. Das wiederum dürfte auch die Preise schnell kaputtmachen und den NFT-Handel ad absurdum führen. Geklärt ist dieser Punkt bislang nicht.

Ein Kritikpunkt ganz anderer Art: NFT beziehungsweise der Handel damit – ebenso wie der Bitcoin-Handel – gewaltige Energiefresser. Einzelne Transaktionen benötigen über die Blockchain eine hohe Rechenleistung. Das kostet viel Strom. Abhängig von der Zahl der Gebote und Auktionen erhöht sich die Zahl der Transaktionen – was wiederum den Energieverbrauch weiter steigen lässt. Ein Verkauf verbraucht im Durchschnitt 340 Kilowattstunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Digitalkünstlers Memo Akten. Zum Vergleich: Ein Haushaltsgroßgerät frisst so viel Strom in einem ganzen Jahr.



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