Wenn das gelingt, ist das ein riesiger Schritt für die Entwicklung humanoider Roboter. HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering (HD KSOE), Tochter der Hyundai Heavy Industries, will künftig humanoide Roboter im Schiffbau einsetzen. Anders als deren Kollegen in der Automobilindustrie, die bisher vor allem für einfache Handhabungs- und Montagetätigkeiten eingesetzt werden, sollen diese künftig Schweißer ersetzen. Die Arbeitsbedingungen sind also deutlich rauer.
Südkoreas führender Schiffbauer gehört zu den drei weltweit größten Unternehmen der Branche und betreibt in Ulsan die größte Werft der Welt. Ein Unternehmensvideo gibt Einblicke in die Werft und das Portfolio des Schiffbauers. „Der Einsatz von Schweißrobotern wird nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Belastung der Arbeiter erheblich reduzieren und die Sicherheit deutlich verbessern“, zeigte sich Dong-ju Lee, Senior Vice President von HD KSOE, überzeugt.
Humanoide Roboter für die Werft: Prototyp soll 2027 getestet werden
Zusammen mit den Partnern Persona AI und Vazil sowie HD Hyundai Robotics will das Schiffbauunternehmen Roboter für Werftaufgaben optimieren und damit die Automatisierung im Schiffbau auf eine neue Ebene bringen. „Unser Ziel ist eine intelligente Werft, in der Menschen und intelligente Roboter nahtlos zusammenarbeiten“, erklärte Dong-ju Lee in einem schriftlichen Pressestatement. Die Unternehmen haben dazu Anfang Mai 2025 eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Fertigstellung des Prototyps ist für Ende 2026 geplant. Erste Feldtests sowie die Vermarktung sind für 2027 vorgesehen.
Das erklärte Ziel ist es „Humanoide und Robotersysteme zu entwickeln“, die hochpräzise Schweißarbeiten ausführen können. Die Unternehmen werden sich demnach nicht nur auf humanoide Roboterformen konzentrieren. Klarer Fokus ist es, mit den Maschinen die Produktivität zu erhöhen und die Sicherheit am Arbeitsplatz in Werften zu verbessern.
KI-Spezialist und Roboter-Integrator unterstützen Hyundai bei der Roboterentwicklung
Zur Arbeitsteilung heißt es: Persona AI wird die Entwicklung der humanoiden Hardware und der KI-basierten Steuerungs- und Lernalgorithmen leiten. Vazil Company soll die benötigten Schweißwerkzeuge entwickeln und die industrielle Testumgebung aufbauen. Bei der HD KSOE soll der Einsatz in der realen Werftumgebung erfolgen. Dazu liefert der Schiffbauer technische Daten aus der Praxis. Dazu soll HD Hyundai Robotics KI-Trainingsdaten für die Schweißbahn und die Leistungsvalidierung beisteuern.

Zur Motivation seines Unternehmens erklärt Nicolaus Radford, CEO von Persona AI: „Da die Schwerindustrie mit einem zunehmenden Arbeitskräftemangel konfrontiert ist – vor allem in risikoreichen Berufen wie dem Schweißen – ist der Bedarf an robusten, autonomen, humanoiden Robotern dringender denn je. Diese Partnerschaft mit HD Hyundai und Vazil ist mehr als nur symbolisch.“ Den Einsatz in der Werft bewertet er als „eines der größten realen Testfelder für die robusten, humanoiden Roboter von Persona“.


























