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Feuerwalze in Frankreich und Spanien – Waldbrände außer Kontrolle

06. August 2025

Waldbrand Tarifa
In Tarifa kämpfen seit dem 5. August Helfer unermüdlich gegen das Feuer. Auslöser soll ein Wohnmobil gewesen sein. Foto: picture alliance / abaca | Europa Press/ABACA
Südfrankreich und Südspanien kämpfen gegen verheerende Waldbrände. Hitze, Wind und Trockenheit befeuern die Katastrophe.
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In mehreren Regionen Südeuropas kämpfen Einsatzkräfte gegen außer Kontrolle geratene Waldbrände. Besonders betroffen sind Andalusien im Süden Spaniens sowie das Département Aude im Süden Frankreichs. Dort wütet das schlimmste Feuer seit über 70 Jahren. Hunderte Feuerwehrleute versuchen, die Flammen einzudämmen. Doch der Wind macht ihre Arbeit schwer. Auch die Technik stößt an ihre Grenzen.

Inhaltsverzeichnis

Auslöser auf einem Campingplatz

Im andalusischen Tarifa begann das Feuer auf einem Campingplatz. Dort soll ein Wohnmobil in Brand geraten sein. Der genaue Auslöser ist noch unklar. Fest steht: Der sogenannte Levante, ein starker Ostwind, fachte das Feuer an. Binnen kürzester Zeit griffen die Flammen auf umliegende Wälder und Ferienunterkünfte über.

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„Eine große Anzahl an Menschen musste in Rekordzeit evakuiert werden“, sagte Antonio Sanz, Innenminister der andalusischen Regionalregierung. Laut Behörden wurden sieben Hotels, zwei Campingplätze und mehrere Strandbars geräumt. Über 5000 Fahrzeuge verließen das Gebiet. Rund 100 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.

Andalusien in der Hitzefalle

Die südliche Region Spaniens erlebt derzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad. Der Zivilschutz warnt vor extremer Brandgefahr. Auch kleinere Brände können sich bei diesen Bedingungen schnell ausbreiten.

Die Feuerwehr bekämpft die Flammen mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und Bodentrupps. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Das Zentrum von Tarifa ist bislang nicht betroffen – doch die Gefahr ist nicht gebannt.

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Frankreich meldet größten Brand seit 1949

Noch verheerender ist die Situation im Département Aude in Südfrankreich. Dort haben die Flammen laut Behörden bereits mehr als 16.000 Hektar Wald und Vegetation zerstört. Damit handelt es sich um das größte Feuer seit dem Jahr 1949.

„Seit 1949 ist dies zweifellos das Feuer, das die meisten Hektar Land zerstört hat“, erklärte Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau. Bereits innerhalb weniger Stunden sei mehr Fläche betroffen gewesen als in den gesamten Jahren 2019, 2020 und 2021 zusammen.

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Todesopfer und Verletzte

In Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse starb eine Frau, die ihr Haus trotz Evakuierungsaufforderung nicht verlassen wollte. Bürgermeister Xavier de Volontat bestätigte den tragischen Vorfall. Weitere Menschen wurden verletzt, darunter Feuerwehrleute. Bei einem Einsatz kippte ein Löschfahrzeug um, mehrere Personen erlitten Rauchvergiftungen oder Verbrennungen.

„Das ist ein ganzer Teil meines Lebens, der in Rauch aufgeht“, sagte ein Bewohner dem Sender BFMTV. Die emotionale Belastung ist hoch – auch für die Einsatzkräfte.

Infrastruktur gestört, Orte unbewohnbar

Das Feuer betrifft 15 Gemeinden in der Region Corbières. Besonders schwer hat es die Gemeinde Jonquières getroffen. Laut Bürgermeister Jacques Piraud seien 70 bis 80 % des Orts niedergebrannt: „Es ist irreal, schwarz, die Bäume sind komplett verkohlt.“

Mehrere Straßen, darunter auch die Autobahn A9 zwischen Frankreich und Spanien, wurden gesperrt. Rund 2500 Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom. Zwei Campingplätze mussten geräumt werden. Die Polizei forderte Bewohner*innen auf, ihre Häuser nur im Notfall zu verlassen.

Technische Mittel im Dauereinsatz

Frankreich setzt 2150 Feuerwehrkräfte, rund 600 Fahrzeuge sowie zahlreiche Löschflugzeuge und Helikopter ein. Auch die Armee hilft bei der Brandbekämpfung. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, „alle Mittel der Nation“ bereitzustellen.

Trotzdem sind die Möglichkeiten begrenzt. In steilen Gebieten können Fahrzeuge nur schwer vordringen. Dichte Rauchschwaden erschweren den Einsatz aus der Luft. Auch Nachtsichtsysteme und Thermalkameras helfen nur begrenzt, wenn Windrichtung und Temperaturen ständig wechseln.

Warum sich das Feuer so schnell ausbreitet

Mehrere Faktoren begünstigen die Brandausbreitung: hohe Temperaturen, starke Winde, geringe Luftfeuchtigkeit und ausgetrocknete Böden. „Das Feuer breitet sich in einem Gebiet aus, in dem alle Bedingungen für seine Ausbreitung gegeben sind“, sagte Lucie Roesch von der Präfektur Aude.

Besonders Nadelbäume sind gefährdet. Ihre ätherischen Öle wirken wie Brandbeschleuniger. „Die Trockenheit in der Gegend ist so hoch, dass die Nadelbäume wie Fackeln aufgehen“, erklärte ein Bürgermeister.

Südeuropa unter Druck

Neben Frankreich und Spanien kämpfen auch Portugal und Italien mit Bränden. Auf der Insel Ischia wurde ein Hotel vorsorglich evakuiert. Auch auf Sardinien, Sizilien und Teilen des Festlands brannten Wälder.

Portugal meldete allein in diesem Jahr bereits über 25.000 Hektar verbrannte Fläche. Nach der schweren Brandsaison 2017 mit über hundert Todesopfern hat das Land seine Investitionen in Prävention und Löschtechnik erhöht – doch auch das schützt nicht vor der Eskalation bei Extremwetter.

Brände als Folge des Klimawandels?

Forschende sehen einen klaren Zusammenhang zwischen der Zunahme von Waldbränden und dem Klimawandel. Steigende Temperaturen und häufiger auftretende Dürreperioden machen die Vegetation anfälliger für Brände. Ein kleiner Funke reicht dann aus – ob durch Technik, Fahrlässigkeit oder natürliche Ursachen.

Frankreichs Premier François Bayrou forderte angesichts der aktuellen Brände ein Umdenken: „Der Klimawandel zwingt die Region, sich grundlegende Gedanken über die Zukunft zu machen.“ Dazu gehörten auch Fragen wie: Welche Bäume sollten gepflanzt werden? Wie lassen sich Dörfer sicherer gestalten? Und wie wird die Landnutzung künftig organisiert? (mit dpa)



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