15.08.2017, 09:53 Uhr | 0 |

Wissen 8 Fakten über Drohnen

Drohnen dienen militärischen Zwecken, kommerziellen Interessen sowie dem privaten Vergnügen. Und die Einsatzgebiete werden fast täglich mehr. Lesen Sie hier die acht wichtigsten Fakten zu Drohnen.

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Drohnen erfüllen heute verschiedenste Zwecke.

Foto: Daniel Karmann/dpa

1. Was sind Drohnen?

Als „Drohne“ wird ein unbemanntes Flugobjekt bezeichnet, das computergesteuert agiert oder per Fernbedienung vom Boden aus gelenkt wird. Drohnen können aber auch auf dem und unter Wasser eingesetzt werden, wie die US Navy zeigt. Im internationalen Kontext wird die Drohne gerne als UAV abgekürzt, was für Unmanned Aerial Vehicle steht. In Abgrenzung zu Drohnen gibt es Modellflugzeuge, die ausschließlich dem privaten Vergnügen dienen.

2. Seit wann gibt es Drohnen?

Der erste militärische Einsatz einer Drohne wurde im Jahr 1931 dokumentiert. Damals setzte die britische Royal Air Force drei ferngesteuerte Flugobjekte ein und verwendete sie als Zieldrohnen für Übungsflüge ihrer Jagdpiloten.

3. Wie groß sind Drohnen?

Die Größe einer Drohne hängt von ihrem Verwendungszweck und ihrer Antriebsart ab. Die "Black Hornet Nano" etwa ist lediglich 60 Gramm schwer und 10 x 2,5 Zentimeter groß und gilt als kleinste Aufklärungsdrohne der Welt. Die Facebook-Drohne „Aquila“ dagegen, eine Solardrohne, die das Internet für alle bringen soll, kann annähernd die Spannweite einer Boeing 737 (rund 34 Meter) vorweisen.

Noch größer war die „Boeing Condor“, die sogar eine Spannweite von 60,96 Metern hat. Sie diente dem US-Militär von 1988 an als Aufklärungsdrohne und ist mittlerweile in ein Ausstellungsstück im Hiller Aviation Museum in Kalifornien.

4. Wer darf Drohnen steuern?

Bis April 2017 durfte jeder in Deutschland Drohnen steuern. Seit der Drohnen-Verordnung, die im April 2017 in Kraft trat, ist das anders. Sie legt klare Regeln fest, wer Drohnen wie und wo fliegen lassen darf. Damit soll die Sicherheit im Luftraum erhöht und den Schutz der Privatsphäre gewährleistet werden. 

Drohnen, die weniger als zwei Kilogramm wiegen, dürfen in Deutschland nach wie vor frei gesteuert werden. Sie brauchen dafür nur einen Aufkleber mit dem Namen und der Adresse des Besitzers. Die Drohne muss außerdem immer in Sicht bleiben und darf eine Maximalhöhe von 30 Metern nicht überschreiten.

Aus Eigeninteresse sollten Piloten vor dem Start klären, inwieweit die eigene Haftpflichtversicherung mögliche Schäden durch den Einsatz der Drohne deckt. "Auch für den privaten Gebrauch reicht die Privat-Haftpflichtversicherung des Drohnenpiloten meist nicht aus", erklärt Sebastian Schneider, Experte der Zurich Luftfahrtversicherung. Er empfiehlt, zusätzlich eine Halterhaftpflicht für Drohnen und  Multicopter abzuschließen. Die gibt es ab rund 70 Euro. "Eine eigenständige Multicopter Kaskoversicherung deckt zudem gewerbliche Nutzung ab. Der Versicherungsschutz gilt dann je nach Vertrag in Europa und in den Mittelmeeranrainerstaaten oder weltweit ohne USA und Kanada." 

Bei Drohnen über zwei Kilogramm müssen Piloten einen Drohnenführerschein haben.  Das kann eine gültige Pilotenlizenz sein oder eine Prüfungsbescheinigung von einer vom Luftfahrt-Bundesamt anerkennten Stelle. Um dort eine Prüfung abzulegen, gilt ein Mindestalter von 16 Jahren.

Bei Drohen oder Modellflugzeugen über fünf Kilogramm Eigengewicht, braucht es zusätzlich eine Genehmigung.

5. Braucht man eine Genehmigung zum Fliegen von Drohnen?

Drohnen bis zu einem Gewicht von 5 kg dürfen ohne Genehmigung (einer sog. Aufstiegserlaubnis) geflogen werden, wenn der Einsatz privat erfolgt.

Fluggeräte mit mehr als fünf Kilogramm benötigen dagegen immer eine Aufstiegserlaubnis. Sie wird von der Landesluftfahrtbehörde erteilt. In der Regel dürfen Drohnen damit bis zu 100 Meter hoch fliegen und müssen immer in Sichtweite sein. Es empfiehlt sich außerdem, beim örtlichen Bezirksamt nachzufragen, ob spezielle Vorgaben in diesem Gebiet zu beachten sind. 

6. Wo gelten Flugverbote für Drohnen?

Über Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, Kraftwerken, Krankenhäusern, Behörden, Industrie- und Militäranlagen sowie militärischen Objekten darf mit Drohnen nicht geflogen werden. Auch über sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften sowie Naturschutzgebieten gilt ein Flugverbot für Drohnen.

Unbemannte Flugobjekte, die mehr als 2,5 Kilogramm auf die Waage bringen, dürfen nicht über Wohngrundstücken geflogen werden. Dort sind auch Drohnen, die mit akustischen, optischen oder Funksignalen umgehen können, unerwünscht.

Einschränkungen gibt es zudem bezüglich der 16 internationalen deutschen Verkehrsflughäfen: Drohnen dürfen ihnen im Flug nicht näher als 1,5 Kilometer kommen. Auch hier gilt: Die Regelungen können örtlich strenger sein und/oder weitere Gebiete umfassen. Fragen Sie daher zur Sicherheit nach. 

7. Welche Anwendungsgebiete gibt es für Drohnen?

Der Nutzen von Drohnen ist immens und deckt die verschiedensten Bereiche ab. Einige haben wir hier aufgeführt.

Der älteste Grund für Drohneneinsätze waren Erkundungs- und Angriffsflüge, sie werden im Militär bis heute eingesetzt. Die gängigste zivile Nutzung ist wohl, Drohnen für Foto- oder Filmaufnahmen in die Luft zu senden. Das DLR etwa arbeitet an einer Drohne, die als Katastrophenhelfer Live-Landkarten an Helfer am Boden sendet. Unternehmen dagegen nutzen Drohnen für die Inspektion von Großanlagen.

Aber auch für Transportzwecke werden die Flieger genutzt, etwa, um Päckchen vom Lager besonders schnell zum Käufer zu befördern. Daran arbeiten unter anderem UPS sowie DPD und DHL. In Ruanda werden dagegen Drohnen eingesetzt, um Blutspenden in entlegene Bergdörfer zu transportieren. Und in Frankreich wird mittels Drohne Schädlingsbekämpfung betrieben: Von dem Flugkörper aus werden die Nester von asiatischen Hornissen mit Insektizid besprüht. Grund: Die übergroßen Eindringlinge ernähren sich hauptsächlich von europäischen Bienen.

8. Wie viele Drohnen fliegen über Deutschland?

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 450.000 Drohnen für die private und gewerbliche Nutzung. Allerdings sind nicht alle Drohnen anmeldepflichtig, weshalb die genaue Zahl schwer zu beziffern ist. 

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Von Nadine Kleber und Lisa Schneider
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