03.04.2014, 12:01 Uhr | 0 |

Fortschritte in Display-Technik Ein Roboter, der wie meine Freundin aussieht

Die Zukunft wird immer mehr den Robotern gehören – nicht  nur in den Fabriken. Und überall dort, wo die Maschinen in direkten Kontakt mit Menschen kommen, da können sie echte menschliche Züge zeigen. Das Gesicht des Hausroboters kann dabei dem der eigenen Freundin zum Verwechseln gleichen.

Socibot
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Auf Knopfdruck gut drauf: Hausroboter der Zukunft können aussehen wie die eigene Freundin und beherrschen dabei die Mimik der Menschen. 

Foto: Engineered Arts Limited

Möglich geworden sind menschliche Gesichtszüge bei Robotern durch ganz erhebliche Fortschritte in der Display-Technik. Nur ein völlig flexibles Display ermöglicht die Nachbildung des menschlichen Gesichts wie auch Mundbewegungen beim Sprechen. Entweder gestaltet ein Designer das Robotergesicht. Oder es wird kurzerhand ein Foto auf das Gesicht übertragen. Dabei kann es sich um jeden beliebigen Menschen handeln. Der Roboter kann also ohne weiteres die Gesichtszüge des eigenen Freundes, der eigenen Freundin, oder jene von Goethe oder Lenin haben.

Gesichtsroboter schaut aktiv in seine Umwelt

Künftige Roboter werden mit einer Tiefenkamera ausgerüstet sein, die es der Maschine zugleich ermöglicht, Gesten des Gegenübers zu erkennen und direkt darauf zu reagieren. Die einschlägige Software des Roboters geht soweit, dass nicht nur das Alter und die Gesichtszüge des menschlichen Gesprächspartners erfasst und ausgewertet werden. Sogar die Stimmung des Gegenübers wird vom Roboter erfasst.

Durchgängig freundliche Roboter am Informationsschalter

Wer heute zum Beispiel am Flughafen oder Bahnhof an einen Informationsschalter geht, kann Glück aber durchaus auch Pech haben. Glück ist,  wenn der jeweilige Gesprächspartner gut aufgelegt ist und über viel Wissen verfügt, das die Beantwortung aller Fragen leicht macht. Pech ist, wenn die angesprochene Person müde, abgearbeitet und verdrossen ist. Nichts klappt dann.

Wieviel besser wird es sich ausnehmen, wenn am Schalter eine fröhlich lächelnder Roboter steht, der den Kunden oder die Kundin sofort freundlich begrüßt und nach dem Anliegen fragt. Und dabei dank entsprechender Software 20 Sprachen spricht. Dieser Unterschied zwischen menschlichem und robotischen Personal kann gravierende Folgen haben – beispielsweise wenn der Roboter in einem Einkaufszentrum Auskünfte gibt. Aber auch eine massive Zeitersparnis ist möglich, wenn beispielsweise der Roboter in einer großen Bibliothek die Auskunft suchenden Besucher berät.

Längerfristig ist noch sehr viel mehr „drin“

Auf lange Sicht wird es wohl sogar möglich sein, bei einer Konferenz an der man plötzlich nicht teilnehmen kann, einen Roboter ganz schnell mit dem eigenen Gesicht auszustatten. Soweit der Roboter Zugang zu den eigenen Akten hat, kann er dann am Konferenztisch auch die eigene Position des Ferngebliebenen vertreten.

Neue Roboter-Gesichtstechnik hat ihren Preis

Das Paket, das aus dem flexiblen Display und der umfangreichen Software besteht ist keineswegs billig. So kostet der Socibot des britischen Unternehmens Engineerd Arts knapp 12.000 Euro.

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Von Peter Odrich
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