05.11.2014, 12:07 Uhr | 0 |

Onlinekauf in Atlanta Vending Machine spuckt auf Knopfdruck Autos aus

Diese Weltneuheit steht in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia: die Vending Machine, die auf Knopfdruck einen Gebrauchtwagen ausgibt. Der Käufer braucht nur einen Nummerncode, den er beim Onlinekauf erhält. Er spart dabei laut Erfindern rund 1500 US-Dollar. 

Das Tor der Vending Machine öffnet sich per Zahlencode
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Das Tor der Vending Machine öffnet sich per Zahlencode. Schlüssel und Vertrag muss man noch beim Händler abholen. Das wollen die Erfinder jetzt aber ändern. 

Foto: Carvana

Carvana heißt das Start-up, welches das Geschäft mit der Freihaus-Lieferung von Gebrauchtwagen ins Internet gebracht hat. „Bücher, Schuhe, sogar Lebensmittel kann man heute online bestellen, warum sollte das nicht auch mit Gebrauchtwagen gehen“, fragte sich Gründer Benjamin Huston. Das Ursprungskonzept von Carvana sah vor, die online gekauften Gebrauchtwagen dem Kunden einfach in die Einfahrt zu stellen. 

Ob einen Fiat 500 für 9100 Euro oder einen Tesla S für 72.000 Euro, jeder Kunde soll seinen potentiellen Traumwagen ausgiebig testen dürfen. Rund 650 Kilometer darf er mit dem Wagen durch die Gegend brettern, um sich ein Bild davon zu machen. Jede weitere Testmeile kostet einen Dollar. „Nach sechs Tagen rufen wir an, ob sie zufrieden sind, und am siebten Tag machen wir den Deal entweder perfekt oder holen den Wagen wieder ab“, beschreibt Huston die Geschäftsidee.

Die Idee funktioniert: 97 Prozent der Kunden behalten den Wagen. Der Anklang an diese Idee war so groß, dass die Schöpfer von Carvana große Lieferprobleme bekamen. Deshalb steht seit einem Jahr der Gebrauchtwagen-Automat namens Vending Machine in einem Gewerbegebiet von Atlanta.

Ziel: Auto kaufen wie eine Dose Coca-Cola

An der Vending Machine kann der Käufer seinen Gebrauchten nun wochentags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr abholen. Er braucht dafür nur einen Zahlencode. Es ist aber empfehlenswert, einen Übergabetermin für den Wagen zu vereinbaren. Denn Carvana verkauft an diesem Automaten alle 90 Minuten ein Auto, hat aber nur drei Wagenschächte. Da klemmt es schnell. 

Einziger Wermutstropfen: Schlüsselübergabe und Vertragsunterschrift funktionieren noch nicht ohne persönlichen Kontakt zum Verkäufer. Derzeit installieren die Macher von Carvana in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina aber einen zweiten Automaten. „Dann kauft man seinen Gebrauchten tatsächlich so einfach wie eine Dose Cola aus dem Automaten“, sagt Huston.

Kunden sparen pro Auto rund 1500 US-Dollar

Zu den beliebtesten Autos bei Carvana gehört der Ford F150 Pick-up Truck. Mit diesem lässt sich laut Carvana das meiste Geld sparen: Der Ford-Truck soll dort 6721 Dollar günstiger sein als bei der Konkurrenz. Denn praktisch die gesamte Verkaufsabwicklung, von der Besichtigung bis zum Kauf, geschieht im Internet. „Wir sparen pro Auto rund 1500 Dollar, die wir direkt an die Kunden weitergeben“, sagt Huston.

Die Macher von Carvana haben ein automatisiertes Fotostudio eingerichtet, das jedes angebotene gebrauchte Auto ins rechte Licht rückt. „Es gibt pro Auto 33 Fotos, die wir elektronisch so zusammenfügen, dass man den Wagen am Bildschirm aus jeder Perspektive betrachten, ihn drehen, Details heranzoomen oder sich virtuell hineinsetzen kann“, erläutert Huston.

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Von Detlef Stoller
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