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KI im Job: Viel Nutzung, wenig Ahnung, keine Regeln

08. April 2026

Ein Mann arbeitet mit KI
KI verändert Jobs – doch die Schulung der Mitarbeitenden hinkt hinterher. Foto: PantherMedia / Yuri Arcurs
Qualifizierung für KI bleibt oft auf der Strecke: Viele Unternehmen nutzen KI im Job, doch klare Regeln und systematische Weiterbildung fehlen.
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Inhaltsverzeichnis

Künstliche Intelligenz übernimmt – und Weiterbildung bleibt auf der Strecke

Künstliche Intelligenz (KI) etabliert sich zunehmend als fester Bestandteil des beruflichen Alltags. Aktuell nutzen fast die Hälfte der Erwerbstätigen (45  %) KI im Job. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands hervor, an der 1005 Personen ab 16 Jahren teilnahmen, darunter 587 Erwerbstätige.

Zukunftsaussichten: KI gewinnt an Bedeutung

Die Studie zeigt, dass 60  % der Beschäftigten davon ausgehen, dass KI in fünf Jahren eine große oder sehr große Rolle in ihrer Arbeit spielen wird. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 53  %, was einen Anstieg von 7 Prozentpunkten bedeutet.

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„Künstliche Intelligenz wird zum festen Bestandteil der Arbeitswelt“, erklärt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Der Wandel betrifft nicht nur einzelne Aufgaben, sondern ganze Arbeitsprozesse. Unternehmen müssen den Einsatz von KI aktiv steuern, klare Regeln schaffen und ihre Mitarbeitenden auf die neuen Anforderungen vorbereiten.“

Typische Einsatzbereiche von KI im Job

Laut Umfrage setzen fast vier von fünf Erwerbstätigen (78 %) KI ein, um Informationen zu recherchieren. Weitere häufige Anwendungen sind:

  • 46  % nutzen KI, um Texte zu erstellen oder zu verbessern
  • 41  % verwenden KI zur Entwicklung neuer Ideen
  • 19  % erstellen mit KI Bilder oder Videos

Seltener kommen komplexere Anwendungen zum Einsatz:

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  • 13  % nutzen KI für Berechnungen
  • 11  % setzen KI zur Erstellung von Code ein
  • 10  % analysieren Datensätze mithilfe von KI

Wachsende KI-Bedeutung sorgt für Unsicherheit im Arbeitsalltag

Die Umfrage zeigt, dass mit der zunehmenden Nutzung von KI auch Verunsicherung bei den Beschäftigten einhergeht. Ein Drittel der Erwerbstätigen (33  %) geht davon aus, dass die eigene Tätigkeit vollständig oder teilweise durch generative KI ersetzt werden könnte.

Lesen Sie auch:TÜV zeigt Hürden und Chancen der Weiterbildung

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Mehrheit sieht Veränderungen statt vollständigen Ersatz

Die Mehrheit (65  %) rechnet jedoch nicht mit einem vollständigen Ersatz ihrer Arbeit. Vielmehr erwarten sie Veränderungen im Arbeitsalltag: Aufgaben werden zunehmend durch KI unterstützt, beschleunigt oder teilweise automatisiert. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Beschäftigten, insbesondere bei:

  • der Formulierung von Eingaben („Prompting“)
  • der Einordnung von KI-Ergebnissen
  • der kritischen Prüfung von Inhalten

Unterschiede in der Wahrnehmung nach Geschlecht

Ein auffälliger Unterschied zeigt sich zwischen den Geschlechtern: Männer schätzen ihre Tätigkeit mit 36  % häufiger als ersetzbar ein, während Frauen nur auf 29 % kommen. „Das zeigt, dass die Auswirkungen von KI im Job sehr unterschiedlich wahrgenommen werden“, erklärt Bühler. „Wie stark sich Beschäftigte durch KI bedroht fühlen, hängt vom jeweiligen Tätigkeitsfeld, den konkreten Aufgaben und dem beruflichen Umfeld ab.“

Lesen Sie auch:KI-Re-Skilling für Frauen: So gelingt gezielte Befähigung in Unternehmen

KI-Regeln im Arbeitsalltag oft unklar

Generative KI ist in vielen Bereichen des Arbeitsalltags angekommen – häufig schneller, als Arbeitgeber dafür klare Strukturen schaffen. Nur knapp ein Drittel der abhängig Beschäftigten (32  %) gibt an, dass es bei ihnen konkrete Vorgaben für den Einsatz von KI gibt. Ein explizites Verbot ist mit lediglich 5  % die Ausnahme. Rund die Hälfte der Beschäftigten (54  %) berichtet, dass weder Regeln noch ein Verbot bestehen, während 8  % keine Angaben dazu machen können.

Laut Joachim Bühler fehlt vielen Beschäftigten eine verbindliche Orientierung im Umgang mit KI. Arbeitgeber müssten daher klare Vorgaben für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz schaffen.

Bedeutung von KI im Job

Qualifizierung für KI bleibt oft unzureichend

Wo klare Regeln fehlen, wird häufig auch die Qualifizierung der Mitarbeitenden vernachlässigt. Der Einsatz von KI erfolgt oft ohne systematische Vorbereitung: Nur 38  % der beruflich KI-Nutzenden haben sich dafür weitergebildet.

Von diesen nutzen 30  % kostenfreie Angebote oder selbstorganisiertes Lernen, zum Beispiel über Tutorials, Videos oder Podcasts. Lediglich 8  % greifen auf kostenpflichtige Seminare oder Workshops zurück. Wenn solche Angebote in Anspruch genommen werden, übernimmt der Arbeitgeber in den meisten Fällen (82  %) die Kosten. Etwa ein Fünftel der Beschäftigten (19 %) trägt die Weiterbildungskosten selbst.

Bühler betont, dass Deutschland im Bereich KI-Weiterbildung noch Entwicklungsbedarf hat. Viele Arbeitgeber hätten beim Einsatz von KI die passenden Rahmenbedingungen noch nicht geschaffen. Es reiche nicht, dass Mitarbeitende die Technologien nutzen – sie müssten auch wissen, wie sie dies sicher und verantwortungsvoll tun. Arbeitgeber seien hier gefordert, nachzusteuern.

Vertrauen in KI-Ergebnisse im Arbeitsalltag bleibt kritisch

Trotz zunehmender Nutzung wird generativer künstlicher Intelligenz im Berufsalltag nicht blind vertraut. Die Mehrheit der Nutzenden (88 %) sieht die Qualität der Ergebnisse stark davon abhängig, wie präzise die jeweilige Aufgabe formuliert wird. Gleichzeitig geben 69 % an, dass sie die Resultate überprüfen oder ergänzen müssen.

Mehr als die Hälfte der Befragten bemängelt fehlende Quellenangaben (56 %) oder unzureichend konkrete Ergebnisse, die nachbearbeitet werden müssen (55 %). 31 % berichten zudem von fehlerhaften, falschen oder veralteten Inhalten.

Joachim Bühler betont, dass KI zwar ein leistungsfähiges Werkzeug sei, aber richtig eingesetzt werden müsse. Die Ergebnisse wirkten oft plausibel, seien jedoch nicht automatisch verlässlich. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI im Arbeitsalltag wachse auch die Verantwortung der Beschäftigten im Umgang mit den Ergebnissen. Gerade im beruflichen Kontext müssten Inhalte kritisch geprüft und eingeordnet werden.

Methodik der Forsa-Umfrage

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands, an der 1005 Personen ab 16 Jahren teilnahmen, darunter 587 Erwerbstätige. Die Befragung fand vom 20. bis 26. Oktober 2025 statt.

Die zentralen Fragen lauteten unter anderem:

  • Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz in fünf Jahren für Ihre berufliche Tätigkeit spielen?
  • Ist Ihre berufliche Tätigkeit durch generative KI vollständig oder teilweise ersetzbar?
  • Gibt es bei Ihrem Arbeitgeber konkrete Vorgaben oder ein Verbot für den Einsatz von generativer KI?
  • Nutzen Sie generative KI für berufliche Zwecke?
  • Haben Sie sich für die berufliche Nutzung von generativer KI weitergebildet?
  • Inwieweit stimmen Sie Aussagen zur Qualität der Ergebnisse generativer KI zu?

Lesen Sie auch:Warum digitale Weiterbildung in der Industrie Pflicht wird



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