Das Monument wackelt 05.05.2014, 14:15 Uhr

Zunehmend Kritik an den Methoden der Stiftung Warentest

Für Millionen von Verbrauchern sind die Urteile der Stiftung Warentest maßgeblich für ihre Kaufentscheidungen. Immer wieder jedoch wird Kritik an den Methoden der Stiftung laut. Kritiker aus Politik und Wirtschaft werfen den Testern vor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen und Ängste zu schüren. 

Politiker und Wissenschafter bemängeln immer wieder die Arbeitsweise der inzwischen 50 Jahre alten Stiftung Warentest. Sie werfen ihr vor, vermeintliche Gefahren aufzubauschen. 

Politiker und Wissenschafter bemängeln immer wieder die Arbeitsweise der inzwischen 50 Jahre alten Stiftung Warentest. Sie werfen ihr vor, vermeintliche Gefahren aufzubauschen. 

Foto: dpa/Rainer Jensen

Für viele Deutsche ist die Stiftung Warentest die erste Adresse, wenn sie sich vor einem Produktkauf informieren wollen. Ist der Fernseher tatsächlich so stromsparend? Das Fahrrad stabil, der Kindersitz sicher? Und was genau steckt eigentlich in diesem Müsli? Rund 82 Prozent der Bevölkerung bringen der Stiftung großes oder sehr großes Vertrauen entgegen, hat eine repräsentative Umfrage des Wirtschaftsverbandes GPRA ergeben, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Zum Vergleich: Den Verbraucherzentralen vertrauen nach derselben Studie 77 Prozent, politischen Parteien glauben in Verbraucherfragen gerade einmal 14 Prozent der Bevölkerung.

Vorwurf: Gefahren werden aufgebauscht

Die Institution „Stiftung Warentest“, finanziert unter anderem durch Steuergelder und die Verkäufe ihrer Testberichte, gerät jedoch zunehmend ins Wanken. Kritiker aus Politik und Wissenschaft bemängeln immer wieder die Arbeitsweise der inzwischen 50 Jahre alten Stiftung, die vermeintliche Gefahren aufbausche. Befeuert werde die Kritik von bisher kaum bekannten Dokumenten, heißt es in einem Bericht der „Welt am Sonntag“.  Vor allem die redaktionelle Aufbereitung der Tests wird kritisiert. „Problematisch kann es sein, wenn die Stiftung ihre Testergebnisse so kommuniziert, dass diese zu vermeintlichen Gesundheitsrisiken aufgeblasen werden“, sagte der Vizepräsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Reiner Wittkowski, in einem Gespräch mit der Zeitung. In die gleiche Kerbe schlägt auch Michael Braungart, wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts: Die Stiftung schüre Ängste unter den Verbrauchern, die völlig unberechtigt seien.

Die Kritik zielt insbesondere auf Grenzwerte für Schadstoffe ab, die die Stiftung Warentest oft deutlich niedriger ansetzt als das Gesetz, dies aber nicht immer ausdrücklich kommuniziere. Die Stiftung sieht sich im Recht und argumentiert mit dem Willen der Verbraucher. Es sei jedoch nicht Aufgabe der Stiftung, sich für die Absenkung geltender Grenzwerte einzusetzen, hält Wittkowski dagegen.

Unwahrscheinliche Test-Szenarien

Ein weiterer Kritikpunkt sind unwahrscheinliche Szenarien, unter denen negative Ergebnisse in einzelnen Fällen zustande kommen. Die „Welt am Sonntag“ führt den Test an einem Babygreifring ins Feld, der unter ganz speziellen Umständen krebserregende Komponenten habe. Der Bericht der Stiftung lasse eine Lebensgefahr für Babys vermuten, die laut anderen unabhängigen Testern gerade einmal sehr theoretisch bestehe.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Office Group Planen & Bauen GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Office Group Planen & Bauen GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / Technischer Zeichner (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Bundesbau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Elektrotechnikingenieure (w/m/d) Bundesbau Baden-Württemberg
Freiburg Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Energieanlagen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
PERI Group-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Klettertechnik & Automation (m/w/d) PERI Group
Weißenhorn Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Sales Manager (m/w/d) Sorting Solutions Steuerungstechnik Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
Stadt Calw-Firmenlogo
Vermessungstechniker / -ingenieur (m/w/d) im Bereich Bodenrichtwerte und Grundstückswertermittlung Stadt Calw
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Zur Verunsicherung der Verbraucher trägt nicht zuletzt auch der Rechtsstreit mit dem Schokoladenhersteller Ritter Sport bei. Die Stiftung Warentest hatte behauptet, Ritter Sport habe einen als natürlich deklarierten Stoff künstlich gewonnen und zugesetzt, und die Schokolade mit „mangelhaft“ bewertet. Dabei stützten sich die Tester auf Indizien, die Ritter Sport als falsch zurückwies. Der Schoko-Fabrikant bekam im Januar in erster Instanz Recht, die Stiftung Warentest beharrt jedoch auf ihren Schlussfolgerungen. Der Schokoladenfall sei nicht der erste seiner Art gewesen, schreibt die „Welt am Sonntag“: So habe die Stiftung schon einmal aufgrund von Indizien auf einen künstlichen Zusatz eines Stoffes, in diesem Fall Zucker, geschlossen. Auch damals sei dieser Schluss jedoch nicht zwingend gewesen. 

Ein Beitrag von:

  • Judith Bexten

    Judith Bexten ist freie Journalistin. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Technik, Logistik und Diversity.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.