Anzeige

Warum immer mehr Menschen nach der Rente weiterarbeiten

05. August 2026

Ein älterer Herr arbeitet mit Dokumenten.
Immer mehr Menschen arbeiten auch nach dem Renteneintritt weiter. Besonders erfahrene Fachkräfte können für Unternehmen wertvolles Wissen und jahrzehntelange Expertise sichern. Foto: yacobchuk1/Smarterpix
Immer mehr Menschen arbeiten nach der Rente weiter. Gründe, Zahlen und Trends zeigen, warum der Ruhestand heute oft nicht mehr das Ende des Berufslebens ist.
Anzeige
Anzeige


Immer mehr Rentnerinnen und Rentner zwischen 65 und 74 Jahren entscheiden sich dafür, trotz Altersrente weiterzuarbeiten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war im vergangenen Jahr bereits jede siebte Person (14 %) dieser Altersgruppe erwerbstätig. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 13 %.

Ein Blick auf die Beschäftigungsformen zeigt deutliche Unterschiede: Mehr als ein Viertel (27 %) der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner ist selbstständig. V65 % waren geringfügig beschäftigt. Dazu zählen Beschäftigungen mit maximal 556 Euro Monatsverdienst oder kurzfristige Beschäftigungen von höchstens drei Monaten beziehungsweise 70 Arbeitstagen.

Anzeige
Anzeige

Auch beim Arbeitsumfang unterscheiden sich die Gruppen deutlich. Selbstständige bleiben häufig mit hoher Stundenzahl im Berufsleben: 28 % von ihnen arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Unter den abhängig Beschäftigten trifft das lediglich auf 8 % zu.

Inhaltsverzeichnis

Direkt nach dem Renteneintritt bleiben viele beruflich aktiv

Bei den 65- und 66-jährigen Rentenbeziehenden war der Erwerbstätigenanteil mit 19 % höher als bei den 73- und 74-Jährigen mit 8 %. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Anteil jedoch deutlich ab: Bei den 73- und 74-Jährigen gingen nur noch 8 % einer Beschäftigung nach.

Interessant ist, dass vor allem Babyboomer hohe Bereitschaft zur Weiterarbeit im Rentenalter zeigen. Für Unternehmen entsteht daraus eine wichtige Chance: Wer die Erfahrung älterer Beschäftigter gezielt nutzt, kann wertvolles Wissen sichern und dringend benötigte Expertise im Unternehmen halten.

Anzeige
Anzeige

Auch das Bildungsniveau spielt eine wichtige Rolle. Menschen mit einem hohen Bildungsabschluss arbeiten im Ruhestand häufiger weiter als Personen mit mittlerem oder niedrigem Bildungsniveau. Während 18 % der Hochqualifizierten nach Rentenbeginn noch erwerbstätig sind, liegt der Anteil bei Menschen mit mittlerem Bildungsniveau bei 12 % und bei Personen mit niedrigem Bildungsabschluss bei 10 %.

Ein Grund dafür sind unterschiedliche berufliche Belastungen: Während viele Tätigkeiten im Büro oder in der Wissensarbeit länger ausgeübt werden können, endet die Erwerbstätigkeit in körperlich belastenden Berufen häufig früher.

Anzeige
Anzeige

Geld ist nicht der einzige Grund für den Job im Ruhestand

Finanzielle Motive sind zwar ein wichtiger Antrieb, aber längst nicht der einzige. In einer Befragung aus dem Jahr 2023 gab ein Drittel (33 %) der arbeitenden Menschen im Ruhestand an, aus finanziellen Gründen weiterzuarbeiten. Ebenso häufig werden jedoch persönliche Beweggründe genannt: Viele möchten ihre Tätigkeit fortsetzen, weil ihnen die Arbeit Freude bereitet oder sie den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen sowie die soziale Einbindung nicht missen möchten.

So wurden die Daten erhoben

Die Zahlen stammen aus den ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Dafür wird jedes Jahr rund 1 % der Bevölkerung befragt. Die Ergebnisse werden anschließend auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet und basieren auf den Selbstauskünften der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. (mit dpa)

Schaeffler plant Abbau von 1300 Stellen über Altersteilzeit

Während ältere Fachkräfte vielerorts länger im Berufsleben bleiben, stehen Industrieunternehmen gleichzeitig vor einem schwierigen Balanceakt: Sie müssen Kosten senken und gleichzeitig wertvolles Erfahrungswissen sichern.

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler AG will in den kommenden Monaten rund 1300 Stellen über zusätzliche Altersteilzeitregelungen abbauen. Das Angebot richtet sich an Beschäftigte der Jahrgänge 1971 und älter, wie das Unternehmen mitteilte.

Für die Umsetzung der Maßnahme kalkuliert Schaeffler mit zusätzlichen Kosten von etwa 51 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens gab es bereits in der Vergangenheit eine hohe Nachfrage aus der Belegschaft nach Altersteilzeitmodellen.

Mit dem Schritt will der Zulieferer den Personalabbau sozialverträglicher gestalten und Beschäftigten einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen.

Lesen Sie auch:Wie Ältere als Start-up-Gründer durchstarten

Altersteilzeit als flexible Lösung für Unternehmen und Beschäftigte

Schon während der Umsetzung der im November 2024 angekündigten Strukturmaßnahmen stieß das Angebot zur Altersteilzeit auf großes Interesse. Das Modell soll sowohl den Unternehmen als auch den Beschäftigten entgegenkommen und wurde mit dem Konzernbetriebsrat abgestimmt.

Vorgesehen sind verschiedene Blockmodelle mit einer aktiven Arbeitsphase und einer anschließenden Freistellungsphase. Voraussetzung ist die Zustimmung von Mitarbeitenden und Führungskraft. Je nach Standort und Einsatzmöglichkeiten können die Modelle unterschiedlich gestaltet werden – von zwei Jahren (ein Jahr Arbeit, ein Jahr Freistellung) bis zu acht Jahren (vier Jahre Arbeit, vier Jahre Freistellung).

Die Bedingungen orientieren sich weitgehend an den Regelungen der bereits im November 2024 vorgestellten Strukturmaßnahmen.

„Mit unserem Angebot zur Altersteilzeit reagieren wir auf das hohe Interesse unserer Mitarbeitenden und schaffen zugleich flexible Lösungen, die sowohl den individuellen Bedürfnissen als auch den Anforderungen unseres Unternehmens gerecht werden”, sagt Dr. Astrid Fontaine, Vorständin Personal und Arbeitsdirektorin der Schaeffler AG.

Lesen Sie auch:DFK fordert: Arbeitgeber sollen für vorzeitige Renten mitzahlen



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige