Babyboomer überraschen: Viele würden auch nach der Rente weiterarbeiten
Babyboomer zeigen überraschend hohe Bereitschaft zur Weiterarbeit im Rentenalter. Für viele zählen Sinn, Kontakte und geistige Fitness mehr als Geld.
Deutschland gespalten bei der Frage nach Arbeit im Ruhestand.
Foto: Smarterpix/DCStudio
Die Generation, die in den kommenden Jahren am stärksten in den Ruhestand wechselt, denkt offenbar anders als viele erwarten würden: Mehr als jeder zweite Babyboomer kann sich vorstellen, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Das zeigt die aktuelle XING-Wechselwilligkeitsstudie 2026. Gleichzeitig wird deutlich, dass längere Erwerbsbiografien für viele Menschen keine Frage des Geldes sind. Sinn, soziale Kontakte und geistige Aktivität spielen häufig die größere Rolle.
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Die XING Wechselwilligkeitsstudie 2026 zeigt: 50 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten können sich eine berufliche Tätigkeit nach dem Renteneintritt kaum vorstellen. 32 % gehen davon aus, wahrscheinlich nicht weiterzuarbeiten, 18 % schließen dies vollständig aus.
Gleichzeitig bleibt ein erhebliches Potenzial bestehen: 44 % der Befragten können sich eine Weiterarbeit grundsätzlich vorstellen – 33 % „wahrscheinlich“ und 11 % „auf jeden Fall“. Befragt wurden 3418 abhängig Beschäftigte ab 18 Jahren in Deutschland durch forsa.
In der Gesamtschau ergibt sich damit ein deutlich gespaltenes Stimmungsbild:
- 50 % eher skeptisch bis klar ablehnend gegenüber Weiterarbeit im Rentenalter
- 44 % grundsätzlich offen für eine Fortsetzung der Erwerbstätigkeit
- 32 % „wahrscheinlich nicht“ bereit weiterzuarbeiten
- 18 % lehnen eine Weiterarbeit vollständig ab
- 33 % halten Weiterarbeit für wahrscheinlich
- 11 % sind klar dafür und würden sicher weiterarbeiten
Baby-Boomer vergleichsweise offen für längere Erwerbsarbeit
Besonders bei den Baby-Boomern (1946–1964) zeigt sich eine höhere Offenheit. Mehr als die Hälfte kann sich eine Tätigkeit nach dem Renteneintritt vorstellen. 20 % sagen „auf jeden Fall“, 32 % „wahrscheinlich“. Dennoch bleibt auch hier ein relevanter Anteil skeptisch: 43 % sehen für sich eher keine Weiterarbeit, 14 % lehnen sie vollständig ab.
Generation X deutlich zurückhaltender
Die Generation X (1965–1980) zeigt sich am skeptischsten. 56 % schließen eine Weiterarbeit nach dem Renteneintritt eher aus oder lehnen sie klar ab. Damit ist sie aktuell die Altersgruppe mit der geringsten Bereitschaft zu längeren Erwerbsbiografien.
Kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Zwischen Männern und Frauen zeigen sich kaum Unterschiede. 44 % der Männer und 43 % der Frauen können sich grundsätzlich vorstellen, nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Das Geschlecht spielt damit in der Grundhaltung kaum eine Rolle.
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Weiterarbeit im Alter: Sinn wichtiger als Geld
Für viele, die sich eine Weiterarbeit vorstellen können, stehen finanzielle Gründe nicht im Vordergrund. Entscheidend ist vor allem, geistig fit zu bleiben (67 %), gefolgt von sozialen Kontakten (59 %) und persönlicher Sinnerfüllung (52 %). Finanzielle Notwendigkeit liegt mit 44 % dahinter. Flexible Arbeitsmodelle wie reduzierte Stunden sind für 35 % wichtig.
Auch die Motive unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern: Frauen nennen häufiger finanzielle Gründe (51 % vs. 39 %), während Männer stärker auf steuerliche Anreize (23 % vs. 12 %) und staatliche Prämien (21 % vs. 10 %) reagieren.
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Viele planen sogar den früheren Ausstieg
Ein Blick auf die XING Wechselwilligkeitsstudie 2025 zeigt: 33 % der Beschäftigten wollen bereits vor dem regulären Renteneintrittsalter aus dem Berufsleben ausscheiden. Längere Erwerbsbiografien sind damit für viele keine feste Lebensplanung.
„Flexibilität und Sinn sind entscheidend“
XING Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl ordnet die Ergebnisse ein:
„Länger arbeiten kann man politisch beschließen. Ob Menschen ihre Erfahrung gerne weiter einbringen, entscheidet sich aber im Arbeitsalltag“, so Stahl. „Wer Menschen über das Rentenalter hinaus im Arbeitsleben halten will, muss Flexibilität und Sinn bieten. Die Bereitschaft ist da – aber sie braucht die richtigen Bedingungen. Sonst wird aus einer freiwillig und hochmotiviert erbrachten Leistung schnell eine bloße Pflichtübung.“
Die Daten stammen aus einer Online-Umfrage von forsa im Auftrag von XING, durchgeführt im Dezember 2025 und Januar 2026 unter 3418 volljährigen, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland.
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