Fast jeder Zweite wechselbereit: In dieser Stadt ist der Jobfrust am größten
Ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland ist offen für einen neuen Job – regional aber sehr ungleich verteilt. Eine Forsa-Umfrage zeigt, wo der Wechselwille am größten ist.
Boah nee, ich will hier weg!
Foto: panthermedia.net/ Artur Gabrysiak
Sicherheit bleibt für Deutschlands Beschäftigte das wichtigste Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Trotzdem plant rund ein Drittel einen Jobwechsel oder ist grundsätzlich offen für neue berufliche Herausforderungen. Das zeigt die Xing Wechselwilligkeitsstudie 2026.
Inhaltsverzeichnis
- Jobwechsel 2026: Hamburg führt das Ranking an
- Ein sicherer Arbeitsplatz zählt am meisten
- Arbeitsmarkt: Viele rechnen mit guten Jobchancen
- Wechselbereitschaft ist nicht gleich aktive Jobsuche
- Angst vor Jobverlust ist wenig verbreitet
- Jobfrust und Wechselbereitschaft hängen zusammen
- Gehalt und Führung: Das erwarten Beschäftigte
- So wurde die Xing Wechselwilligkeitsstudie 2026 durchgeführt
Jobwechsel 2026: Hamburg führt das Ranking an
Regional gibt es laut Xing deutliche Unterschiede: In Hamburg sind 44 % der Beschäftigten wechselbereit, in Berlin und Brandenburg jeweils 42 %. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 34 %.
Vergleichsweise niedrig ist der Anteil im Saarland mit 25 %. Es folgen Bayern mit 26 %, Bremen mit 27 % und Nordrhein-Westfalen mit 29 %.
Ein sicherer Arbeitsplatz zählt am meisten
Unabhängig vom Wohnort steht Stabilität hoch im Kurs. Gesamt gesehen bezeichnen 70 % einen langfristig sicheren Arbeitsplatz als wichtigstes Kriterium bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers.
In Bayern erreicht die Arbeitsplatzsicherheit mit 78 % den höchsten Wert. In Hessen fällt die Zustimmung mit 58 % am niedrigsten aus.
„Beschäftigte suchen Stabilität – und bleiben zugleich offen für neue berufliche Optionen“, erklärt Xing-Arbeitsmarktexperte Julian Stahl. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen urbanen Arbeitsmärkten, wirtschaftsstarken Regionen und Bundesländern mit stärker sicherheitsorientierten Beschäftigten.
Arbeitsmarkt: Viele rechnen mit guten Jobchancen
Die Mehrheit der Beschäftigten beurteilt die eigenen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt positiv. Bundesweit halten es 63 % für sicher oder wahrscheinlich, innerhalb der kommenden sechs Monate eine neue Stelle zu finden.
Besonders zuversichtlich sind die Befragten laut Xing in Nordrhein-Westfalen und Berlin mit jeweils 70 %. Dahinter folgen Schleswig-Holstein und Bremen mit jeweils 68 % sowie Hamburg mit 66 %.
Zurückhaltender fällt die Einschätzung im Saarland aus. Dort rechnen 54 % mit einem schnellen beruflichen Neustart. In Thüringen sind es 55 %, in Niedersachsen 57 %.
Nach Einschätzung von Stahl kann die Zuversicht, schnell eine neue Beschäftigung zu finden, die Offenheit für einen Arbeitgeberwechsel erhöhen.
Wechselbereitschaft ist nicht gleich aktive Jobsuche
Die Ergebnisse bedeuten laut Xing nicht, dass alle wechselbereiten Beschäftigten bereits Bewerbungen schreiben. Zur Gruppe zählen auch Menschen, die momentan nicht aktiv suchen, aber für ein attraktives Stellenangebot offen wären.
Angst vor Jobverlust ist wenig verbreitet
Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz hält sich insgesamt in Grenzen. Bundesweit befürchten 8 % der Befragten, noch im laufenden Jahr gekündigt zu werden.
In Niedersachsen liegt der Anteil bei lediglich 2 %. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin sind es jeweils 5 %. Tendenziell am höchsten fällt die Sorge in Bremen und Baden-Württemberg mit jeweils 14 % aus.
Unter den wechselbereiten Beschäftigten ist die Angst vor dem Jobverlust allerdings stärker ausgeprägt: 15 % fürchten, bald ohne Job dazustehen. Bei Beschäftigten, die bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben möchten, sind es nur 5 %.
Jobfrust und Wechselbereitschaft hängen zusammen
Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland – 36 % – fühlt sich laut Xing mindestens einmal pro Woche demotiviert oder hat keine Lust auf die eigene Arbeit.
In den Bundesländern mit besonders hoher Wechselbereitschaft tritt Demotivation ebenfalls häufiger auf. In Hamburg betrifft sie 43 %, in Berlin 41 % und in Brandenburg 40 % der Befragten. In Bayern und im Saarland liegt der Anteil dagegen jeweils bei 30 %.
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Vergleich von Wechselbereiten und Nicht-Wechselbereiten: 47 % der Beschäftigten, die einen Arbeitgeberwechsel planen oder dafür offen sind, haben täglich oder mehrmals pro Woche keine Lust auf ihre Arbeit. Unter denjenigen, die bleiben möchten, beträgt der Anteil lediglich 12 %.
„Wer Menschen halten will, muss nicht nur Sicherheit bieten, sondern auch verhindern, dass der Arbeitsalltag zur dauerhaften Motivationsbremse wird“, sagt Stahl. Wechselbereitschaft bedeute allerdings nicht zwangsläufig, dass Beschäftigte bereits aktiv nach einer neuen Stelle suchen. Viele seien lediglich offen für ein besseres Angebot.
Gehalt und Führung: Das erwarten Beschäftigte
Bei einem neuen Arbeitgeber erwarten 63 % der Beschäftigten nach Angaben von Xing ein höheres Gehalt. In Niedersachsen ist dieser Wunsch mit 72 % am stärksten ausgeprägt, in Mecklenburg-Vorpommern mit 56 % am schwächsten.
Gutes Führungsverhalten ist für 62 % der Befragten ein wichtiges Kriterium. Besonders häufig wird es in Schleswig-Holstein mit 74 % und Bremen mit 73 % genannt. In Sachsen liegt der Anteil bei 53 %.
Einen sinnstiftenden Job wünschen sich bundesweit 57 %. Hamburg erreicht mit 67 % den höchsten Wert, Berlin mit 48 % den niedrigsten.
So wurde die Xing Wechselwilligkeitsstudie 2026 durchgeführt
Für die Xing Wechselwilligkeitsstudie 2026 befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Dezember 2025 und Januar 2026 insgesamt 3418 volljährige sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland. Pro Bundesland nahmen rund 200 Personen teil.
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