Ersatz für Lithium-Ionen-Akkus 19.01.2022, 07:00 Uhr

Batterien aus Gummi liefern erstaunliche Ergebnisse

Ein internationales Team aus Forschenden geht einen neuen Weg, um zukunftsfähige Batterien für Elektroautos zu entwickeln – die Basis ist Kautschuk, und die Ergebnisse sind tatsächlich erstaunlich.

Illu Elektroauto

Elektroautos soll die Zukunft gehören. Dafür wäre es wichtig, dass sie nicht so häufig aufgeladen werden müssen.

Foto: panthermedia.net/ monicaodo

Jeden Tag rollen neue Elektroautos vom Band. Das macht Hoffnung in Bezug auf die Energiewende. Schließlich sollen Verbrennermotoren so schnell wie möglich von den Straßen verschwinden. Da gibt es allerdings noch eine Hürde: Die Batterien sind sehr aufwendig in der Herstellung, was natürlich erheblichen CO2-Ausstoß verursacht. Außerdem sind sie verhältnismäßig teuer, und viele Verbraucherinnen und Verbraucher zweifeln an der Sicherheit. Nachrichten von brennenden Batterien, die sich schwer wieder löschen lassen, sind dafür verantwortlich. Denn in herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien werden die Ionen durch einen flüssigen Elektrolyten bewegt. Das führt zu den bekannten Risiken: Schon eine kleine Beschädigung kann dazu führen, dass der Elektrolyt austritt und es im schlimmsten Fall zu einem Brand oder einer Explosion kommt.

Riesige Tesla-Batterie brennt mehrere Tage: Der neue Risikofaktor

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Georgia Institute of Technology und vom Korea Advanced Institute of Science and Technology wollen viele dieser Probleme auf einen Streich lösen. Sie haben ein vielversprechendes Material gefunden, aus dem sie eine Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien herstellen wollen: Gummi.

Synthetischer Kautschuk wird zur Ionen-Autobahn in innovativen Batterien

Dieser Ansatz ist tatsächlich ungewöhnlich. Denn eigentlich liegt die Entwicklung anorganischer Festkörperelektrolyte eher im Trend. „Diese sind jedoch schwer herzustellen, teuer und nicht umweltfreundlich“, sagt Seung Woo Lee, Professor an der George W. Woodruff School of Mechanical Engineering, das zum Georgia Institute gehört. Er hält die Polymerelektrolyte zwar für interessant, sie hätten jedoch keine ausreichende Ionenleitfähigkeit und mechanische Stabilität für einen zuverlässigen Betrieb von Festkörperbatterien. Das sei bei dem getesteten Gummi anders.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur:in (Tiefbau/Fernwärme) (m/w/d) ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG
Bad Endorf Zum Job 
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Inhouse Application Consultant (m/w/d) Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Dortmund Zum Job 
EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
OT Specialist / Operational Technology Engineer (w/m/d) EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
TenneT-Firmenlogo
Servicetechniker Instandhaltung Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
Senior R&D Electronic Engineer (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
R&D Software Engineer SQL & ERP Applications (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Konstruktiver Ingenieurbau (m/w/d) Hennigsdorf Die Autobahn GmbH des Bundes
Hennigsdorf Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Electronical Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
Technician, Automation Engineering (m/f/d) MED-EL Medical Electronics
Innsbruck Zum Job 
eMoSys GmbH-Firmenlogo
Power Electronics Engineer (m/f/d) Ingenieur Leistungselektronik (w/m/d) eMoSys GmbH
Starnberg Zum Job 
DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH-Firmenlogo
W2-Professur (m/w/d) für Angewandte Materialwissenschaften DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Planungs- / Projektingenieur Nachrichtentechnik - Abnahme und Inbetriebnahme (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
DELTA Gruppe-Firmenlogo
Fachplaner / Projektleiter Versorgungstechnik (m/w/d) DELTA Gruppe
Regensburg, Geisenhausen, Landshut Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Thermo-Fluid-Mechanik und naturwissenschaftliche Grundlagen (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson BG ETEM
Region Minden Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson I BG ETEM
Region Norden/Westen Berlin Zum Job 
Hitachi Energy Germany AG-Firmenlogo
Project HSE Specialist (w/m/d) Hitachi Energy Germany AG
Mannheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w/d) Straßenbau, Schwerpunkt Bauabrechnung Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Elektronik (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Rieter Components Germany GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Rieter Components Germany GmbH
Hammelburg Zum Job 

Genau genommen geht es um Elastomere, also synthetische Kautschuke. Geschätzte werden sie in der Industrie vor allem wegen ihrer mechanischen Eigenschaften wie der hohen Biegsamkeit. Sie können aber weit mehr. Die Forschenden haben nämlich entdeckt, dass dieses künstliche Gummi zu einer Art Superautobahn für den schnellen Transport von Lithium-Ionen werden kann, wenn es zu einer 3D-Struktur formuliert wird. Dabei behalten das Gummi seine mechanische Festigkeit. Unterm Strich wäre es also möglich, länger aufladbare Batterien mit höherer Reichweite zu produzieren, die gleichzeitig mehr Sicherheit bieten.

Neue Struktur des Gummis bringt mehr Leistung

Die entscheidende Erkenntnis bestand darin, dass das Material eine dreidimensionale, miteinander verbundene Kunststoffkristallphase innerhalb der robusten Gummimatrix bilden kann. Diese einzigartige Struktur hat zu einer hohen Ionenleitfähigkeit geführt. Nach Angaben der Forschenden seien die mechanischen Eigenschaften weiterhin hervorragend und die elektrochemische Stabilität hoch.

Dieser Kautschukelektrolyt kann durch ein einfaches Polymerisationsverfahren bei niedrigen Temperaturen hergestellt werden, wodurch robuste und glatte Grenzflächen an der Oberfläche der Elektroden entstehen. Diese einzigartigen Eigenschaften des Kautschukelektrolyten verhindern das Wachstum von Lithium-Dendriten und ermöglichen eine schnellere Bewegung der Ionen, was einen zuverlässigen Betrieb von Festkörperbatterien auch bei Raumtemperatur ermöglicht.

Leistung der Gummi-Batterie muss jetzt weiter erhöht werden

„Eine höhere Ionenleitfähigkeit bedeutet, dass man mehr Ionen gleichzeitig bewegen kann“, sagt Michael Lee, Doktorand im Bereich Maschinenbau. „Indem man die spezifische Energie und die Energiedichte dieser Batterien erhöht, kann man die Laufleistung des Fahrzeugs steigern.“

Jetzt stehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor der Aufgabe, die Leistung der Batterie weiter zu verbessern, indem sie die Zykluszeit erhöhen und die Ladezeit durch eine noch bessere Ionenleitfähigkeit verkürzen. Auch dabei haben sie bereits erste Erfolge verzeichnet – sie konnten die Leistung beziehungsweise die Zykluszeit der Batterie verdoppeln.

Industriepartner finanziert Forschung zu Festkörperbatterien

Sollten die weiteren Arbeiten gut vorangehen, steht auch schon ein Industriepartner bereit. SK Innovation, ein weltweit tätiges Energie- und Petrochemieunternehmen, finanziert zusätzliche Forschungsarbeiten an dem Elektrolytmaterial im Rahmen seiner laufenden Zusammenarbeit mit dem Institut, um Festkörperbatterien der nächsten Generation zu entwickeln. Sie sollen vor allem sicherer und energiedichter sein als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Diese Ansprüche könnten die Gummi-Batterien erfüllen.

Mehr lesen über Batterie-Innovationen:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.