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VW-Tochter Moia will mit coolem Busfahren viel Geld verdienen

06. Dezember 2016

Mit Busfahrten in der Stadt richtig viel Geld verdienen? Ja, das ist wirklich das Ziel der neuen VW-Marke Moia. Nach dem Vorbild von Uber und Moovel will jetzt auch VW Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Und Moia verspricht, das Busfahren wieder cool zu machen. Zunächst einmal mit viel heißer Luft …
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VW rollt gerne das Feld von hinten auf: Trendsetter sind die Wolfsburger eigentlich nie. Deutschlands beliebtester SUV Tiguan kam erst, als sich das neue Segment SUV etabliert hatte. Und war mit dieser Strategie ausgesprochen erfolgreich.

Jetzt hat VW eine Mobilitätstochter gegründet. Moia heißt die 13. Marke des VW-Konzerns. Und wieder ist VW Nachzügler. Während Uber schon die Taxibranche durcheinander gewirbelt hat und Konkurrenten wie BMW mit Drivenow und Daimler mit Car2go und Moovel längst im Markt der Mobilitätsdienstleistungen vertreten sind, hat sich VW viel Zeit gelassen. Aber die Wolfsburger tönen als Nachzügler schon ganz groß: „Unser Hauptkonkurrent ist Uber“, legte Moia-Chef Ole Harms die Latte schon mal richtig hoch.

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Moia will Fahrten vermitteln und Kleinbusse betreiben

Im Gegensatz zu Uber will Moia nicht Fahrgäste für Taxifahrten in Privatautos vermitteln. Moia hat zwei Ziele: Das Unternehmen will Fahrten per App vermitteln und Shuttle-Dienste mit Kleinbussen in den Städten anbieten. Neu ist das nicht. Die Schweizer Post lässt seit einem halben Jahr schon einen kleinen Elektrobus autonom durch Sitten fahren, der amerikanische Hersteller Local Motors will seinen Kleinbus Olli demnächst in Berlin fertigen und autonom ab Herbst auf einem Berliner Firmengelände fahren lassen, um die Mitarbeiter zum Arbeitsplatz zu fahren.

Moia behauptet, die Mobilität „noch attraktiver gestalten“ zu wollen, in einem „viel umfassenderen Sinne als heute“ sowie „maßgeschneidert für vielfältigste Bedürfnisse“, so Harms. Das klingt irgendwie – sehr vage. Aber weil es cool sein soll, wurde das neue Unternehmen, das seinen Sitz in Berlin hat, nicht in der hippen Hauptstadt vorgestellt, sondern am Montag in London.

Shuttlebusse werden per App angefordert

Doch starten soll Moia nicht in London, sondern im nächsten Jahr mit Angeboten in Berlin und Hamburg. Was Moia anbieten wird? Auch das bleibt etwas vage. Immerhin verrät Harms, dass Moia eine App anbieten wird, über die Fahrten vermittelt werden. „In den großen Ballungsräumen auf der Welt gibt es einen immer stärkeren Trend weg vom reinen Besitzen hin zum ‚Teilen‘ von Mobilität sowie zu ‚Mobilität auf Abruf‘.“

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Aber VW will nicht nur gemeinsame Autofahrten in Taxis vermitteln. Wer kein Auto hat, soll über VW künftig Fahrten in Kleinbussen per App bestellen können. In vielen deutschen Städten betreiben die Verkehrsbetriebe bereits so genannte Citybusse, die ihre Fahrgäste auch in Wohngebieten abholen und oft in einem Rundkurs durch die Stadt zockeln. Und schließlich gibt es auch heute schon auf dem Land die Sammeltaxen, die dann kommen, wenn sich Fahrgäste per Telefon oder App anmelden.

So etwas Ähnliches schwebt auch VW vor. Die Sammeltaxen sind im ersten Schritt umgebaute VW-Busse, später spezielle VW-Busse mit Elektroantrieb, für die man sich per App anmelden kann. Man gibt sein Fahrtziel und seinen Standort an, und schon teilt die App mit, zu welchem Sammelpunkt man gehen muss, um abgeholt zu werden. Verkehrsbetriebe nennen das Haltestelle. Die Moia-Busse bringen ihre Fahrgäste aber nicht wie ein Taxi genau zum Ziel, sondern setzen sie in der Nähe ab. Der Fahrpreis soll sich an Bustickets orientieren.

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Moia will schon bald Milliarden-Umsätze erzielen

Wie VW damit Geld verdienen will, verrät der Konzern nicht. Den Verkehrsbetrieben gelingt es seit Jahrzehnten nicht, den öffentlichen Verkehr kostendeckend zu betreiben. Und jetzt will VW das per App und Moia-Sammeltaxen schaffen?

VW will sogar sehr viel Geld mit dieser Idee verdienen und den Moia-Dienst weltweit in Metropolen aufbauen. „Wir wollen ein relevanter Player am Markt sein, daher streben wir in einigen Jahren einen Umsatz in Milliarden-Höhe an“, so Harms in London. „Wir wollen ein Unicorn werden.“ Unicorn sind junge Unternehmen, die mehr als eine Milliarde Euro wert sind.

Moia startet 2018 in Hamburg und Berlin

Dabei setzt Moia offenbar große Hoffnung auf die neue VW-Tochter Gett, ein Start-up aus Israel. Das junge Unternehmen bietet Fahrten, Lieferdienste und Logistikleistungen per App in derzeit rund 100 Städten weltweit an. Dazu arbeitet Gett mit Taxiunternehmen zusammen. Allerdings zögert die Branche. Und in Deutschland gibt es Gett gar nicht.

In Hamburg und Berlin soll der Moia-Dienst 2018 starten, die Autos will Harms Ende 2017 vorstellen. 2019 sollen die ersten Versuche mit autonom fahrenden Kleinbussen beginnen. Und 2025 will Moia eine der größten fahrerlosen Autoflotten der Welt betreiben, kündigte Harms. Ganz schön ehrgeizig für ein Unternehmen, gerade dabei ist, ein Büro in Berlin mit 50 Mitarbeitern aufzubauen.

 



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